Energiekosten: Dicke Pullis sparen Heizkosten

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Energiekosten: Dicke Pullis sparen Heizkosten

Im Jahr 2008 empfahl der umstrittene Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin, sich warm anzuziehen, statt die Heizung aufdrehen. Mittlerweile folgen die Deutschen seinem Rat - um Heizkosten zu sparen.

Es klingt absurd: Als Thilo Sarrazin, damals noch Finanzsenator von Berlin, Ende Juli 2008 empfahl, auf warme Kleidung, statt auf eine aufgedrehte Heizung zu setzen, schlug ihm eine Welle der Empörung entgegen. "Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können", hatte er in einem Interview mit der Rheinischen Post gesagt. Als Junge habe er es im Winter auch nicht wärmer gehabt und er habe es auch überlegt, sagte er der Zeitung. Die CDU nannte ihn daraufhin zynisch, die Linke empörte sich über seine soziale Kälte.

Zwar sind die Heizkosten noch nicht so hoch wie die Mieten, dennoch folgen viele der Deutschen mit vierjähriger Verspätung Sarrazins Rat. Fast jeder Zweite senkt die Raumtemperatur und zieht sich wärmer an (46 Prozent), um seine Energiekosten zu senken. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Prüforganisation DEKRA mit 1.100 Teilnehmern hervor. 41 Prozent versuchen, ihre Heizkosten zu senken, indem sie nicht alle Räume beheizen. Auch der Stromverbrauch scheint für die Deutschen ein wichtiges Thema zu sein: Wegen der steigenden Preise versuchen 86 Prozent der Befragten, beim Kochen, Waschen und bei der Beleuchtung ihres Hauses oder ihrer Wohnung, Energie einzusparen. 42 Prozent wollen den Gas- oder Stromanbieter wechseln und hoffen dadurch auf bessere Konditionen. Nur fünf Prozent der Befragten war das Thema Energiekosten schnuppe.

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Die Deutschen sind sich einig, wer an der Misere Schuld hat: 80 Prozent der Teilnehmer der Umfrage sagten, dass die Preispolitik der Energiekonzerne die Kosten derart treibe.

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63 Prozent beschuldigen die Energiewende, zum Beispiel durch die Umlage für die erneuerbaren Energien. Trotzdem sagen drei von vier Befragten (75 Prozent), dass die Energiewende die richtige Entscheidung gewesen sei. Die höchste Zustimmung zur Energiewende gibt es bei den 40- bis 49-Jährigen (80 Prozent), die geringste bei den bis zu 25-Jährigen (70 Prozent). Jeder Vierte vertritt die Meinung, dass die Energiewende ein Fehler war und die Rechnung der Verbraucher bezahlt.

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