Energiemärkte: Monopolkommission empfiehlt Stromanbieter-Wechsel

Energiemärkte: Monopolkommission empfiehlt Stromanbieter-Wechsel

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Der Stecker einer Mehrfachsteckleiste liegt auf Euro-Geldscheinen und Münzen. Für Kunden und Konzerne würde sich mehr Wettbewerb auszahlen. Foto: Jens Büttner dpa

von Henning Krumrey

"Wettbewerbsentwicklung mit Licht und Schatten" diagnostizieren die fünf Wettbewerbsexperten auf den Märkten für Strom und Gas. Alle zwei Jahre, so schreibt es das Energiewirtschaftsgesetz vor, müssen sie die leitungsgebundenen Energien unter die Lupe nehmen. In einigen Bereichen gebe es "bereits positive Wirkungen“, in weiten Teilen erkennen sie aber weiterhin Defizite. Durch einen Wechsel des Stromanbieters ließen sich im Schnitt fast 300 Euro pro Jahr sparen.

Konzentriert hat sich das Gremium in diesem Jahr auf die Preisbildung für den Endkunden, nicht so sehr auf die reine Konzentration der Marktmacht. "Für den Verbraucher und die Industrie kommt es darauf an, dass der Strom günstig ist", resümiert Julius Haucap, der Vorsitzende der Monopolkommission. "Die Konzentration ist da erstmal egal." So habe sich durch das Abschalten der ersten acht Kernkraftwerke zwar die Konzentration verringert, weil der Marktanteil der vier großen Elektrizitätsversorger gesunken ist. Trotzdem wirke dies preissteigernd, weil das Angebot sinkt, solange die Kapazität der Kraftwerke nicht anderweitig ersetzt ist; außerdem waren die Produktionskosten der Atommeiler günstiger als die der erneuerbaren Energien.

Große Auswahl an Tarifen

Anhand der Daten des Strompreis-Portals Verivox hat die Monopolkommission die Angebotsstruktur und die Preissetzung in 7323 Postleitzahlengebieten untersucht. Das überraschend positive Ergebnis: Jeder Verbraucher in diesen Regionen konnte seinen bevorzugten Tarif aus mindestens 13, im Schnitt sogar 18 Anbietern wählen, die nicht von den großen vier Konzernen kontrolliert werden; deren Offerten kamen noch hinzu. "Mithin existiert ein vielfältiges Angebot an Wechselmöglichkeiten für die Stromverbraucher", konstatiert die Monopolkommission.

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Doch nach ihren Erkenntnissen machen noch viel zu wenig Kunden von der preis- und damit kostensenkenden Funktion des Wettbewerbs Gebrauch. Denn 45 Prozent aller Privathaushalte sind immer noch bei ihrem angestammten Matador das Versorgungsgebiets unter Vertrag, weitere 41 Prozent sind ihm in einem anderen Tarif treu geblieben. Lediglich 14 Prozent aller privaten Stromkunden haben derzeit keinen Liefervertrag mit dem Grundversorger ihrer Region abgeschlossen.

Das billigste Angebot stammte in diesen über 7000 Fällen nur elf Mal von einem kommunalen Anbieter, in 67 Gebieten nannte ein Unternehmen aus dem Dunstkreis der großen Vier den niedrigsten Preis. "In 99 Prozent der Fälle ist es richtig, nicht beim kommunalen Anbieter oder einem Unternehmen zu bleiben, das von den großen Vier kontrolliert werden", sagt Haucap. Die Gründe für das schwache Abschneiden der kommunalen Betriebe kann er nur vermuten: "Entweder sind die auch vor allem am Geld interessiert, oder sie arbeiten weniger effizient. Genauer kann er es nicht sagen, denn die Kostenstruktur der einzelnen Unternehmen bleiben der Monopolkommission verborgen.

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