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exklusivEnergiewende: Altmaier schafft 50 neue Arbeitsplätze

von Cordula Tutt und Henning Krumrey

Mit überraschenden Aktionen will der CDU-Politiker die Energiewende beschleunigen – national und international. Selbst China will er einbinden.

Schwierige Löschung von Windrad-Bränden

Die schmalen, hohen Windmasten sind bei einem Brand kaum zu löschen. Deshalb lassen Feuerwehrleute sie meist kontrolliert ausbrennen – wie im April in Neukirchen bei Heiligenhafen (Schleswig-Holstein).

Bild: dpa

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Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) reicht’s. Die Energiewende geht ihm nicht schnell genug voran. Jetzt will er den Wandel beschleunigen mit neuen Aktionen und Initiativen, national und international. „Da müssen wir kampffähig sein“, sagt Altmaier.

Zunächst baut er sein Ministerium aus, schafft 50 zusätzliche Arbeitsplätze, davon 40 für Mitarbeiter, die sich ausschließlich mit dem Ausstieg aus der Kernkraft und dem Ausbau der erneuerbaren Energie beschäftigen sollen. Zehn weitere Stellen kommen verteilt übers Ressort dazu. Seinen Leitungsstab werde er aber verkleinern, weil man „ihn noch leiten können muss“, zitiert ein Beamtenvertreter den Chef.

Der Check von WirtschaftsWoche und A.T. Kearney ist der erste seiner Art, der ab sofort jährlich den Fortschritt der Energiewende in Deutschland misst. Im Zentrum der Analyse steht die Frage, inwieweit die vier wichtigsten Ziele der Energiewende, die die Bundesregierung vorgegeben hat, erreicht werden. Diese vier Ziele sind die Wirtschaftlichkeit der Stromversorgung, die Versorgungssicherheit, die Umweltverträglichkeit und die Akzeptanz bei der Bevölkerung.

Erklärung der Fußnoten:

1 - Daten jeweils Ende des Vorjahres

2 - nicht genutzte Stromerzeugungskapazität

3 - Das Soll basiert auf den 24 von der Bundesregierung als bevorzugt auszubauenden Netzstrecken (in km²)

Quelle: Studie A.T. Kearney/ Wirtschaftswoche

Die 50 Extra-Jobs sind schon im Etatentwurf für 2013 vermerkt, über den der Bundestag entscheidet. „Das Ministerium ist für seine Aufgaben und im Vergleich zu anderen schlecht ausgestattet“, heißt es im Umweltressort. „Außerdem müssen wir jetzt die Energiewende als großes Thema bearbeiten.“

Auch im Bundestagswahlkampf 2013 will die schwarz-gelbe Regierung den Umstieg trotz steigender Strompreise als Erfolg preisen. Außerdem will Altmaier in seinem Haus Aufgaben bündeln, an denen sich bisher unterschiedliche Abteilungen abmühen.

So plant er auch eine Unterabteilung für Bürgerbeteiligung. Die Leitung soll Christiane Schwarte übernehmen, vormals Sprecherin von Altmaiers Amtsvorgänger Norbert Röttgen, der den Posten im Mai dieses Jahres aufgab. Sie soll erreichen, dass der Widerstand gegen Großprojekte schwindet. Das gilt insbesondere für die Suche nach einem Standort für ein Atom-Endlager und für den Bau neuer Stromtrassen.

Auch international will Altmaier einen Zahn zulegen. Ihm schwebt ein exklusiver Club von Staaten vor, die sich dem Umstieg auf erneuerbare Energien verschreiben. Ein Zirkel aus Vorbildern – Altmaier denkt an bis zu 16 Staaten – „löst in vielen Staaten Diskussionen aus, dass weitere Länder auch gern dazugehören würden“. Es entstünde ein Wettlauf, wer die immer strengeren Aufnahmekriterien erfüllen könne.

Mit der Vereinsmeierei möchte er den weltweiten Markt für Ökoenergie ankurbeln. Dabei dürfte die schwächelnde deutsche Solarwirtschaft in wärmeren Ländern Potenzial haben. Altmaiers Hoffnung, die er am Rande der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen geäußert hat: „Deutsche und chinesische Hersteller sollten dann diese Märkte gemeinsam entwickeln.“ Derzeit herrscht harte Rivalität. China sollte nach Altmaiers Idee eins der Clubmitglieder sein.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.09.2012, 16:46 UhrLemmy

    Es ist ja hoffentlich jedem klar das Deutschland nur mit High Tech Produkten auf dem Weltmarkt konkurieren kann. Dazu sind die benötigten Komponenten wie Solarkollektoren und Windräder sicher nicht geeignet. Wir müssen nicht lange warten bis hier auch Schwellenländer mit entsprechenden Produkten auf den Markt drängen. Der deutsche Weg bei der Energiewende ist ein weltweiter von den deutschen Stromkunden gezahlter Alleingang.
    Wann wird das endlich zur Kenntnis genommen. Die Welt lacht über Deutschland. Wir zahlen die Eurokrise und die Energiewende. Das kann und wird nicht funktionieren.

  • 03.09.2012, 10:49 UhrHofmannM

    Es gibt und gab noch NIE einen Markt für die staatlich und zwangsabgeben subventionierten Enerneuerbare Energien. Die Energiewende der Ökokanzlerin basiert auf dem staatlich planwirtschaftlichen EEG (Wohlstandvernichtungsgesetz). Die Energiewende und die sog. erneuerbaren Energien ist ein rein staatliches Abzocksystem. Die Politik mit dem EEG belastet den Bürger immer mehr. Es ist ein Skandal! Wann wacht der Bürger ENDLICH auf!?

  • 01.09.2012, 17:05 Uhrwerner

    bei mehr als 15 millionen beschaeftigungslosen menschen in deutschland,mit so einem artikel in die oeffentlichkeit zu gehen,muessten bei dieser schmierigen ,fetten parteiratte und den beiden journalisten die zaehne ausfallen und in deren verlaengertem rueckrat klavier spielen.sind nicht die gewerkschaften fuer so etwas zustaendig????

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