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Energiewende: Ausbau der Stromnetze verzögert sich weiter

Quelle: Handelsblatt Online

Sie sind notwendig, um die Energiewende voranzubringen: Höchstspannungsstromnetze. Doch nach einem kleinen Boom verzögern sich jetzt viele wichtige Projekte. Die Bundesnetzagentur sieht Handlungsbedarf.

Der Ausbau der Höchstspannungsnetzt gerät laut der Bundesnetzagentur ins Stocken. Quelle: dpa
Der Ausbau der Höchstspannungsnetzt gerät laut der Bundesnetzagentur ins Stocken. Quelle: dpa

Düsseldorf/BonnDer Ausbau der Höchstspannungsstromnetze in Deutschland kommt nach Angaben der Bundesnetzagentur weiterhin nur schleppend voran. Bei der Mehrzahl der Projekte, die bereits vor der Energiewende angeschoben wurden, sei es zu teils deutlichen Verzögerungen gekommen, teilte die Behörde am Freitag in Bonn mit. „Der Ausbau des deutschen Höchstspannungsnetzes muss dringend beschleunigt werden“, forderte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Der weiterhin verzögerte Ausbau sei ein Beleg für Handlungsbedarf.

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Die Netzagentur prüft regelmäßig, wie die bereits vor Jahren als vordringlich eingestuften Projekte vorankommen. Vor allem wegen des Ausbaus des Ökostroms müssen in Deutschland zahlreiche neue Leitungen gebaut werden. Allein die Planungen dauern jedoch viele Jahre - auch weil sich Anwohner gegen die Trassen wehren.

Schon vor der Energiewende hatte der Gesetzgeber im Jahr 2009 Projekten mit einer Länge von 1.834 Kilometern besondere Priorität eingeräumt. Von diesen seien erst 214 Kilometer realisiert, erklärte die Behörde nun. Von den 24 Projekten seien nur zwei in Betrieb gegangen. Bei 15 Vorhaben komme es voraussichtlich zu einem Zeitverzug von einem bis zu fünf Jahren. Die Bundesregierung will den Bau der Trassen mit einem neuen Gesetz und einem Bundesbedarfsplan beschleunigen.

Durch die Atomwende und den Ausbau der Erzeugung erneuerbarer Energien geht der Bedarf an neuen Höchstspannungsübertragungsnetzen in den kommenden Jahren allerdings weit über die genannten 1.800 Kilometer hinaus. Die neuen Leitungen werden benötigt, um etwa den Ökostrom von den Windrädern im Norden zu den Verbrauchszentren in Westen und Süden der Republik zu transportieren. Um den Ausstieg aus der Kernenergie zu schaffen, werden 3.800 Kilometer an neuen Stromautobahnen benötigt. Weitere 4.400 Kilometer des bestehenden Netzes sollen optimiert und damit fit gemacht werden für die schwankende Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie.Die Netzbetreiber haben die Kosten in den kommenden zehn Jahren auf über 30 Milliarden Euro beziffert. Diese werden über den Strompreis auf die Verbraucher umgelegt.

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