Energiewende: Betreiber wollen alle Stromautobahnen behalten

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Energiewende: Betreiber wollen alle Stromautobahnen behalten

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Die vier Betreiber der großen Übertragungsnetze können auf keine der bisher geplanten Stromautobahnen verzichten.

von Henning Krumrey

Auch wenn der Ausbau der Windenergie nach dem Willen der Bundesregierung langsamer und effizienter erfolgen soll: Am Bedarf neuer Stromleitungen ändert das nichts, haben die Netzbetreiber errechnet.

Wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel gehofft haben sollte, mit seiner modifizierten Strompreisbremse auch den Ausbau der teilweise umstrittenen neuen Fernleitungen ausdünnen zu können, so wird er enttäuscht. Die vier Betreiber der großen Übertragungsnetze können auf keine der bisher geplanten Stromautobahnen verzichten.

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Die Übertragungsnetzbetreiber haben nicht nur den Netzentwicklungsplan fortgeschrieben, sondern auch eine so genannte Sensitivitätsanalyse erstellt. Sie ermittelt, welche Auswirkungen der geplante langsamere Ausbau der Offshore-Windkraft auf den Bedarf an neuen Leitungen hätte. Auch die nun forcierte Reduzierung der Einspeisung in Zeiten, in den nicht so viel Strom benötigt wird, also das Einspeisemanagement bei neuen Windenergieanlagen an Land, ist in den Berechnungen simuliert. Das zugrunde liegende Szenario kommt nach Angaben der Netzbetreiber mit seinen Prognosen zu Erzeugung und Verbrauch den neuen EEG-Erzeugungszielen der Bundesregierung nahe.

Ergebnis aller Berechnungen: Sie können auf keine der geplanten Routen verzichten, es gebe „keine signifikante Reduzierung im Netzausbaubedarf an Land“, konstatieren die Netzbetreiber. Entscheidend für die künftigen Stromautobahnen von Nord nach Süd seien der Ausbau der Windkraft sowie die zurück gehende Kraftwerksleistung in Süddeutschland. Damit blieben auch derzeit vor allem in Bayern und Thüringen heiß diskutierten Gleichstrompassagen notwendig. Allenfalls eine zeitliche Streckung komme in Betracht. In der Bundesregierung war nach dem Kabinettsbeschluss vor allem die Sued-Link genannte Gleichstromschiene von Schleswig-Holstein mitten durch Deutschland bis ins westliche Bayern als überflüssig betrachtet worden.

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Auch bei einer um 1,6 Gigawatt (GW) reduzierten Leistung von Windrädern auf hoher See bleibt nach den Berechnungen der Netzbetreiber bleibt der Übertragungsdarf aller Gleichstrom-Korridore immer noch unverändert bei insgesamt zehn GW. Auch die effizientere Einspeisung von Windstrom an Land mache keine Leitung überflüssig.

Auf 5.300 Kilometern müssten bestehende Trassen technisch aufgemotzt werden, beispielsweise durch stärkere Kabel. Neu zu bauen wären demnach 3.500 Kilometer, davon rund 2.000 Kilometer Gleichstromtrassen. Insgesamt umfasst das Höchstspannungsnetz rund 35.000 Kilometer.

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