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Energiewende: Eiseskälte: Wie belastet sind die Kraftwerke?

von Henning Krumrey

Die Kälte hat Deutschland fest im Griff. Und der Stromverbrauch der Deutschen steigt. Trotzdem droht jetzt kein Blackout. Derzeit exportiert Deutschland sogar Strom ins Ausland.

Stromausfall in Hannover Quelle: dpa
Dunkelheit in Deutschland. Stromaussetzer, wie hier in Hannover, führen zu Millionenschäden. Quelle: dpa

Ach, diese winterliche Stille. Klirrende Kälte hält Deutschland gefangen. Eigentlich beste Bedingungen für den laststärksten Tag, an dem Bürger und Betriebe mehr Strom verbrauchen als sonst rund ums Jahr. Dann kommt der Stresstest für Netze und Kraftwerke – und mit ihm vielleicht: der Blackout.

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Noch ist das nicht der Fall. Denn trotz Eiseskälte und Energiewende konnte Deutschland in den vergangenen Tagen sogar Strom ins Ausland exportieren. Die vier großen deutschen Stromnetzbetreiber hätten am Wochenende mitgeteilt, dass die Stromnetze trotz hohen Verbrauchs stabil seien und dass teils auch Strom in andere Länder geflossen sei, so eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums. Die Stromnetzbetreiber hatten vor einer wachsenden Gefahr von Stromausfällen angesichts der Energiewende gewarnt.

Welche Versorger seit der Energiewende umdenken

Platz 10: Vattenfall

Die Studie der European School of Management (ESMT) analysiert, wie führende europäische Energiekonzerne mit den Herausforderungen der Energiewende umgehen. Der von der Bundesregierung beschlossene Atomausstieg setzt deutsche Unternehmen besonders unter Druck. Gleichwohl ist die gesamte Branche betroffen, denn - so das Ziel der EU - ganz Europa soll umsteigen auf eine nachhaltige, kohlendioxidarme Stromerzeugung. In der Studie wurden die Forschungsaktivitäten der Unternehmen, aber auch Produktivität und Nachhaltigkeit bewertet.

Auf Platz 10 im Innovationsindex schafft es der schwedische Konzern Vattenfall. Für Wachstum im Konzern soll zukünftig grüne Energie sorgen. Noch stützen sich die Aktivitäten in Deutschland aber stark auf den Braunkohletagebau. Das Bild zeigt einen Schaufelradbagger im südbrandenburgischen Welzow.

Quelle: dpa


Höhere Risiken

„Das milde Wetter ist uns bisher zugute gekommen“, sagt Martin Fuchs, Chef der Tennt TSO, die das Höchstspannungsnetz in Süd- und Norddeutschland betreibt. „Dadurch war die Lage noch beherrschbar. Schwierig wird es, wenn Mehrfachfehler auftreten.“ „(N-1)-sicher“ heißt der Fachbegriff in der Elektrizitätsbranche: Die flächendeckende Versorgung muss auch dann noch klappen, wenn ein Bestandteil ausfällt. Macht ein Kraftwerk schlapp, müssen andere Maschinen an- und einspringen; ist eine Leitung unterbrochen, muss der Strom über einen Umweg doch noch zum Kunden kommen.

In diesem Jahr sind die Risiken größer als in den vergangenen Jahrzehnten, denn mit der von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeleiteten Energiewende haben sich Stromerzeugung und Transport zum Verbraucher drastisch verändert. Zu den altbekannten kommen neue Unsicherheitsfaktoren, die Rainer Joswig, Vorstandsmitglied der EnBW Transportnetze, bei der Forschungsgesellschaft Energie an der RWTH Aachen präsentierte. Und damit steigt die Gefahr, dass doch mehr als eine Komponente kriselt.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.02.2012, 10:55 UhrAnonymer Benutzer: Kritiker

    @ nicolo : Ein deutsches Kernkraftwerk versorgt in der Regel aber 365 Tage im Jahr! Die Stromerzeugung aus Windkraft steht bei jeder Flaute still.
    Mit dem Sparen in der Bevölkerung sichern Sie keine Stromversorgung in Deutschland, das hat schon in der DDR nicht funktioniert. Die Industrie wird sich bei Zwangsabschaltungen und weiterhin durch EEG- und KWK- Umlagen steigenden Strompreisen bedanken und ihre Produktion weiter in den Osten verlagern.

  • 07.02.2012, 15:03 UhrAnonymer Benutzer: nicolo

    „Bevor es zu Zwangsabschaltungen kommt, würde man an die Bevölkerung appellieren, in Spitzenzeiten weniger Strom zu verbrauchen, ..."

    Da ist Frankreich schon einen Schritt weiter, die bereits zum Sparen aufrufen und dabei durch Stromimporte aus Deutschland unterstützt wurden. Wer hätte schon gedacht, dass im Winter Solarstrom zeitweise mehr als 10 GW Leistung erbringen kann (mehr als es die abgeschalteten Atomkraftwerke je gekonnt hätten)? Amprion hat die positiven Leistungen der Photovoltaik auch ausdrücklich hervorgehoben! Das sollte vielleicht beim aktuellen Solar-bashing erwähnt werden.

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