Energiewende: Eiseskälte: Wie belastet sind die Kraftwerke?

Energiewende: Eiseskälte: Wie belastet sind die Kraftwerke?

von Henning Krumrey

Die Kälte hat Deutschland fest im Griff. Und der Stromverbrauch der Deutschen steigt. Trotzdem droht jetzt kein Blackout. Derzeit exportiert Deutschland sogar Strom ins Ausland.

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Dunkelheit in Deutschland. Stromaussetzer, wie hier in Hannover, führen zu Millionenschäden.

Ach, diese winterliche Stille. Klirrende Kälte hält Deutschland gefangen. Eigentlich beste Bedingungen für den laststärksten Tag, an dem Bürger und Betriebe mehr Strom verbrauchen als sonst rund ums Jahr. Dann kommt der Stresstest für Netze und Kraftwerke – und mit ihm vielleicht: der Blackout.

Noch ist das nicht der Fall. Denn trotz Eiseskälte und Energiewende konnte Deutschland in den vergangenen Tagen sogar Strom ins Ausland exportieren. Die vier großen deutschen Stromnetzbetreiber hätten am Wochenende mitgeteilt, dass die Stromnetze trotz hohen Verbrauchs stabil seien und dass teils auch Strom in andere Länder geflossen sei, so eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums. Die Stromnetzbetreiber hatten vor einer wachsenden Gefahr von Stromausfällen angesichts der Energiewende gewarnt.

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Höhere Risiken

„Das milde Wetter ist uns bisher zugute gekommen“, sagt Martin Fuchs, Chef der Tennt TSO, die das Höchstspannungsnetz in Süd- und Norddeutschland betreibt. „Dadurch war die Lage noch beherrschbar. Schwierig wird es, wenn Mehrfachfehler auftreten.“ „(N-1)-sicher“ heißt der Fachbegriff in der Elektrizitätsbranche: Die flächendeckende Versorgung muss auch dann noch klappen, wenn ein Bestandteil ausfällt. Macht ein Kraftwerk schlapp, müssen andere Maschinen an- und einspringen; ist eine Leitung unterbrochen, muss der Strom über einen Umweg doch noch zum Kunden kommen.

In diesem Jahr sind die Risiken größer als in den vergangenen Jahrzehnten, denn mit der von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeleiteten Energiewende haben sich Stromerzeugung und Transport zum Verbraucher drastisch verändert. Zu den altbekannten kommen neue Unsicherheitsfaktoren, die Rainer Joswig, Vorstandsmitglied der EnBW Transportnetze, bei der Forschungsgesellschaft Energie an der RWTH Aachen präsentierte. Und damit steigt die Gefahr, dass doch mehr als eine Komponente kriselt.

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