Energiewende: Großinvestition Windpark

Energiewende: "Windparks, die kein Schwein finanzieren kann"

Großinvestition Windpark

Zwar hat der Baseler Ausschuss, der internationale Zusammenschluss der Bankenaufsichtsbehörden, die strengen Vorschriften erst mal als Beobachtungswert vorgesehen, aber die Banken müssen sie bei langfristigen Engagements ab sofort berücksichtigen, weil die neuen Regeln noch in der Laufzeit definitiv in Kraft treten. Beumer ist sauer: „Die langfristigen Finanzierungen hat man wegreguliert.“

Windparks sind nun mal Großinvestitionen mit Ewigkeitswert, deren Finanzierung über Jahrzehnte läuft. Aber für die Banken ist es immer schwieriger geworden, sich am Kapitalmarkt langfristig Geld zu leihen, das sie dann als Kredit für solche Dauerprojekte weitergeben könnten. „Wir bekommen am Markt in Europa nicht mehr als fünf Jahre“, stöhnt Commerzbanker Beumer. „Früher waren es wenigstens sieben bis zehn Jahre.“

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Das bestätigt auch der Bundesverband Deutscher Banken in Berlin. Vor allem aber: Früher waren die Vorschriften für die Fristenkongruenz nicht so streng. Deshalb werden die Kundengelder immer wichtiger für die Refinanzierung, doch zwei Jahrzehnte lassen sich auch damit nicht überbrücken. Denn länger als drei Jahre will kaum ein Kunde seine Einlage festschreiben. „Wenn ich aber nicht mehr als fünf Jahre bekomme, kann ich keinen Kredit über 20 Jahre vergeben“, benennt Beumer das Dilemma.

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Zwar kennt jeder längere Laufzeiten aus der Baufinanzierung, aber da sind die Bedingungen anders. Dort läuft die Refinanzierung über Pfandbriefe, und die Immobilie steht als Sicherheit zur Verfügung. Im Ernstfall käme die Bank per Zwangsversteigerung an ihr Geld. Für Offshore-Windparks vor der deutschen Küste fehlen aber noch Erfahrungen, wie lange die Kolosse sich im Schlick halten. Bei Commerzbanker Beumer gibt es deshalb keinen Ökorabatt: „Bei nicht bewährter Technik können die Banken nicht ins Risiko gehen.“

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