Energiewende: Grüne präsentieren Zehn-Punkte-Plan

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Energiewende: Grüne präsentieren Zehn-Punkte-Plan

von Cordula Tutt

Schuld am hohen Strompreis haben immer die anderen. Die Grünen haben einen Zehn-Punkte-Plan zur Energiewende vorgestellt. Sie wollen die Ökostrom-Umlage, die von den Verbrauchern mitbezahlt wird, senken.

Der Strompreis wird 2014 weiter steigen. Das Rezept der Öko-Partei:  Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin will den Kohlestrom eindämmen. Der solle teurer werden, dafür sei eine angemessene CO2-Abgabe notwendig. Außerdem will er nach der Bundestagswahl die meisten Ausnahmen streichen, die Industriebetriebe zurzeit in Anspruch nehmen, damit sie die Ökostrom-Abgabe nicht zahlen brauchen. Das Geld müssen dann umso mehr Privatleute und Mittelständler aufbringen. Beteilige sich die Industrie wieder stärker am Umbau hin zu den Erneuerbaren, ließen sich die übrigen Verbraucher um vier Milliarden Euro im Jahr entlasten, verspricht der Ober-Grüne. Die Bundesregierung sabotiere die Energiewende, indem sie etwa der Industrie zu viele Ausnahmen gewähre.

 

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Nach internen Schätzungen der Regierung und von unabhängigen Experten könnte die Ökostromumlage im kommenden Jahr von zurzeit 5,3 Cent je KWh auf über sechs oder gar bis zu sieben Cent klettern. Das würde den Strom bei einem Durchschnittshaushalt um etwa 35 bis 70 Euro im Jahr verteuern.  Hintergrund: Durch ein großes Angebot an Strom sinkt der Börsenstrompreis - und im Gegenzug steigt die Umlage. Die wird nach der Differenz zwischen Börsenpreis und fester Vergütung für Ökostrom bemessen. Verhandlungen über eine Strompreisbremse zwischen Regierung und Opposition sowie Bund und Ländern waren gescheitert. Alle Parteien wollen die EEG-Umlage nach der Bundestagswahl reformieren.

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Wenn der Börsenstrompreis niedrig sei, müsse dies zudem an die Verbraucher weitergegeben werden, fordert Trittin. Dazu müsse der Wettbewerb zwischen den Stromanbietern gesteigert werden. Doch gab es dazu von den Grünen noch wenig Konkretes. Fraglich ist, ob die Pläne der Partei gegen die stetig steigenden Kosten der Energiewende  ausreichen. Die Alternativpartei hält daran fest, dass Erzeuger von Ökostrom vorrangig ins Netz einspeisen dürfen und auch in Zukunft garantierte Abnahmepreise bekommen. Nur bei der Vermarktung, die die Lieferanten von Sonnen- oder Windenergie künftig auch selbst übernehmen sollen, wollen sie mehr Markt wagen.

Auch bei einem weiteren wichtigen Thema bleiben die Grünen ähnlich ungenau wie andere Parteien. Wenn der Strom nicht mehr verlässlich aus wenigen großen Kraftwerken kommt, müssen andere Sicherheiten her, wird es wesentlich aufwändiger, die Versorgung stabil zu halten. Bereits heute investieren Energiekonzerne kaum noch in Gaskraftwerke oder ähnliche Werke, weil es sich nicht rechnet, diese nur noch bei Flaute und Wolkenhimmel laufen zu lassen, um Engpässe bei den Erneuerbaren zu überbrücken.  Wer die Infrastruktur zur Reserve und gegen einen Blackout bezahlen soll, beantworteten auch die Grünen noch nicht.   

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