Energiewende: Grüner Protest gegen die Energiewende

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Energiewende: Grüner Protest gegen die Energiewende

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Der 53-jährige Peter Kühbach ist Grünen-Geschäftsführer in Kelberg. Er kritisiert das fehlende Konzept beim Windkraft-Ausbau

von Florian Zerfaß

Ein Grünen-Ortsverband in Rheinland-Pfalz will sich selbst auflösen – aus Protest gegen die Zerstörung der Natur durch Windräder.

Wo der Besucher noch bewaldete Bergrücken sieht, erblickt Peter Kühbach schon ein Desaster. Obwohl es erst in Planung ist. „Da ist Platz für 20 Anlagen“, sagt Kühbach, deutet auf einige Hügel, „wenn es so kommt, dann sind wir hier umzingelt mit Windkraftmonstern.“ So nennt Kühbach die 200 Meter hohen Mühlen der neuesten Generation. „Die werden ohne Sinn und Verstand in die Gegend gebaut.“

Bei der Energiewende sieht der 53-Jährige rot. Obwohl er eigentlich ein Grüner ist. Bislang jedenfalls. In Kelberg, einem 2000-Einwohner-Dörfchen im nördlichen Rheinland-Pfalz, mitten in der Vulkaneifel, ist Kühbach Geschäftsführer des Grünen-Ortsverbands. Doch er hat angekündigt, den Ortsverband aufzulösen. Aus Protest gegen die Energiewende.

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Peter Kühbach, ein Grüner im Windkraftwiderstand. Das ist nur ein bisschen komisch, vor allem aber ist es: konsequent. Bei fair gehandeltem Kaffee und Biomilch erklärt Kühbach, wie die Winde des Zorns in der Vulkaneifel heraufzogen und zur Gründung der Bürgerinitiative „Sturm im Wald“ führten. „Die Landesregierung zwingt die Kommunen mit dem Landesentwicklungsplan, Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen“, schimpft Kühbach, „dabei gibt es nicht einmal eine Bedarfsanalyse, wie viele Anlagen überhaupt gebraucht werden.“

So werden Bäume gefällt, die nicht fallen müssten. Damit Windräder gebaut werden können, die vielleicht gar nicht gebaut werden müssten. Und doch großen Schaden anrichten, wie Kühbach befürchtet. „Die Windräder würden die Landschaft komplett verändern und damit auch den Tourismus, von dem die Menschen hier leben. Der würde sicherlich stark zurückgehen.“

Es sind nicht nur die Auswirkungen für Schwarzstörche und Rotmilane, Fledermäuse und Kraniche, die den Eifler stören. Es ist vor allem das fehlende Konzept beim Ausbau der Windkraft.

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