Energiewende: Heikle Zeit für Netze und Kraftwerke

Energiewende: Heikle Zeit für Netze und Kraftwerke

von Henning Krumrey

Die Kälte kommt. Mit ihr steigt der Stromverbrauch. Die nächsten Tage werden zum Stresstest für Netze und Kraftwerke. Es droht der Blackout.

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Dunkelheit in Deutschland. Stromaussetzer, wie hier in Hannover, führen zu Millionenschäden.

Ach, diese winterliche Stille. Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht der See. Klirrende Kälte hält Deutschland gefangen, und dunkel ist es auch. Stockdunkel. Nur da, wo leise die Notstromaggregate vor sich hin dieseln, erhellt gelbliches Licht die finstere Nacht.

Niemand weiß, wann er da ist, aber die Experten wissen, dass er vor der Tür steht wie gerade noch die Heiligen Drei Könige: der laststärkste Tag, an dem Bürger und Betriebe mehr Strom verbrauchen als sonst rund ums Jahr. In den nächsten Tagen oder Wochen ist es so weit. In den vergangenen Jahren war es mal der 2., mal der 3. Dezember, mal der 15. Januar, jeweils abends um 18, 19 Uhr. Dann kommt der Stresstest für Netze und Kraftwerke – und mit ihm vielleicht: der Blackout.

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Höhere Risiken

„Das milde Wetter ist uns bisher zugutegekommen“, sagt Martin Fuchs, Chef der Tennt TSO, die das Höchstspannungsnetz in Süd- und Norddeutschland betreibt. „Dadurch war die Lage noch beherrschbar. Schwierig wird es, wenn Mehrfachfehler auftreten.“ „(N-1)-sicher“ heißt der Fachbegriff in der Elektrizitätsbranche: Die flächendeckende Versorgung muss auch dann noch klappen, wenn ein Bestandteil ausfällt. Macht ein Kraftwerk schlapp, müssen andere Maschinen an- und einspringen; ist eine Leitung unterbrochen, muss der Strom über einen Umweg doch noch zum Kunden kommen.

In diesem Jahr sind die Risiken größer als in den vergangenen Jahrzehnten, denn mit der von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeleiteten Energiewende haben sich Stromerzeugung und Transport zum Verbraucher drastisch verändert. Zu den altbekannten kommen neue Unsicherheitsfaktoren, die Rainer Joswig, Vorstandsmitglied der EnBW Transportnetze, bei der Forschungsgesellschaft Energie an der RWTH Aachen präsentierte. Und damit steigt die Gefahr, dass doch mehr als eine Komponente kriselt.

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