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Energiewende: In Bayern droht der Blackout

von Matthias Kamp

In keinem Bundesland ist die Stromversorgung so unsicher wie in Bayern. Experten warnen vor einem Blackout.

Finger weg von Kraftwerksstilllegungen!

Die Warnung der Bundesnetzagentur ist eindeutig: „Stilllegungen weiterer konventioneller Kraftwerke ist derzeit in Deutschland nicht vertretbar.“ Bundestag und Bundesregierung müssten entsprechende Vorschriften verabschieden, um Kraftwerksstilllegungen im Bereich der konventionellen Erzeugung zu unterbinden.

Bild: dpa

Erleichterung und Freude nach dem Rauswurf von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sind in München auch nach mehr als einer Woche noch mit Händen zu greifen. Er „begrüße den personellen Neuanfang“, sagt Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Röttgens Nachfolger Peter Altmaier (CDU) müsse nun die dringend notwendigen gesetzlichen Reformen für die Energiewende „schneller als bisher“ vorantreiben.

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Bild: dpa

In kaum einer Region des Landes warten die Menschen ungeduldiger auf ein schlüssiges Konzept für die Energiewende als in Bayern. Der Grund: Im Freistaat wird der Strom knapp. In der ersten Februarhälfte, als die Temperaturen in Bayern an manchen Tagen auf 25 Grad unter null fielen, mussten die Kraftwerksbetreiber sämtliche Reserven mobilisieren. Im kommenden Winter, warnen Experten, könnte sich das wiederholen, zeitweise Blackouts seien nicht ausgeschlossen. „Wenn nicht bald etwas passiert, wird es dramatisch“, warnt Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in Berlin. Beim Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch dieser Woche war es denn auch vor allem Bayerns Regierungschef Horst Seehofer (CSU), der ein höheres Tempo bei Planung und Umsetzung der Energiewende forderte.

Stromversorgung geht vor Umweltschutz

Wie gravierend die Stromengpässe in Bayern und dem Nachbarland Baden-Württemberg sind, rechnet die Bundesnetzagentur in Bonn vor. Noch im Herbst hatten die Länder für den Zeitraum von 2012 bis 2014 einen Kapazitätszuwachs von 1281 Megawatt prognostiziert. Mittlerweile gehen die Experten von einer Reduzierung im Umfang von 791 Megawatt aus. Das entspricht in etwa der Leistung von zwei Kernkraftwerken. Um die Versorgung zu sichern, warnt die Netzagentur, müsse der Umweltschutz vorerst zurückstehen. Angesichts der angespannten Situation sei es „zur Erhaltung der vorhandenen konventionellen Erzeugungskapazitäten erforderlich, immissionsschutzrechtlich bedingte Stilllegungen auszusetzen“, schreibt Jochen Homann, Präsident der Netzagentur, in einem Bericht zur Energieversorgung im Winter 2012.

9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.06.2012, 16:17 UhrGut_informiert

    Es gab und es gibt keinen Stromengpass in Bayern! Alles andere ist leicht widerlegbar!

    Untersucht man die Produktionszeiten der zwei E.ON-Gaskraftwerke in Bayern, die jetzt stillgelegt werden sollen und die als Reservekraftwerke im letzten Winter prinzipiell zur Verfügung standen, so stellt man verblüfft fest, dass die sehr nahe an dem Kernkraftwerk Gundremmingen stehenden E.ON Gaskraftwerke Irsching 3 und Staudinger 4 in der fraglichen Zeit überhaupt nicht eingesetzt wurden. Immerhin haben die beiden Kraftwerke eine Gesamtleistung von 1.037 MW. Stattdessen wurde damals sehr medienwirksam ein rd. 500 km von Gundremmingen entferntes altes Öl-Kraftwerk bei Graz im Süden Österreichs in Betrieb genommen. Und dass, obwohl zur gleichen Zeit Strom physisch nach Österreich exportiert wurde?!

    Wer also trotz stillstehender Kraftwerksleistung [in Deutschland] bei gleichzeitigen Stromexport von einem "Stromengpass" redet, der bringt hier offensichtlich etwas durcheinander! Anders kann man das wohl nicht bezeichnen?!

  • 29.05.2012, 11:40 Uhrgruebel

    Dieser ganze Leitungswahnsinn und dezentrale erzeugerquatsch ist doch absolut schildbürgerlich. erzeugt die energie dort, wo sie gebraucht wird und speichert notfalls energie in flussigsalzspeichern oder wandelt sie in wasserstoff um. es gibt genügend möglichkeiten spitzeneinspeisungen zu dämpfen. man muss es nur tun!

  • 28.05.2012, 13:41 UhrZonker

    Ich kann nur inständig hoffen, dass der Blackout möglichst bald kommt. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Einige brauchen den Schrecken, um zu kapieren, was die Energiewende, was das EEG konkret bedeutet: Wohlstandsverlust, Verringerung der Ausfallsicherheit, Gefahr für Leib und Leben. So wie die Holokaust-Dokumentation in den 70ern die deutsche Bevölkerung wachgerüttelt hat, so braucht es den Blackout, um die Leute aus ihrer Parallelwelt der erneuerbaren Energie zurückzuholen.

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