Energiewende: Netzausbau kostet 20 Milliarden

KommentarEnergiewende: Netzausbau kostet 20 Milliarden

von Max Haerder

Die Pläne von Betreibern und Bundesnetzagentur liegen vor: Die Energiewende benötigt Tausende Kilometer neue Stromtrassen, um den Ausstieg aus der Atomenergie möglich zu machen. Das wird teuer.

Die Bundesregierung, allen voran Angela Merkel, hat sich der Energiewende verschrieben. Heute präsentierten die vier Netzbetreiber (Tennet, Transnet BW, Amprion und 50 Hertz) in Deutschland die dazugehörige Aufgabenliste, samt angehängtem Preisschild. Das Stromnetz für den geplanten Ausbau der Erneuerbaren Energien, vor allem von Windparks in der Nordsee, fit zu machen, sei eine „Herkulesaufgabe“, sagte Tennet-Geschäftsführer Martin Fuchs, dazu müsse ein „Ruck durch die Gesellschaft gehen“.

Der von den Betreibern vorgestellte Netzentwicklungsplan sieht bis 2022 insgesamt 3800 Kilometer neue Stromtrassen vor, dazu den Ausbau von 4400 Kilometern bereits bestehender Leitungen. Kostenpunkt: rund 20 Milliarden Euro. Das sei „ein moderater Preis, für das, was wir leisten“, sagte Klaus Kleinekorte, der Geschäftsführer von Amprion. Der Entwicklungsplan ist der erste Schritt in Richtung eines Bundesbedarfsplans, der die gesetzliche Grundlage für den Ausbau bilden wird.

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Teure Alternativen

Tempo von Betreibern und Politik ist geboten, weil sich das Netz zunehmend als Flaschenhals der Energiewende erweist. Der Trassenausbau hält dem Aufwuchs von Windkraft und Solaranlagen nicht stand. Insbesondere Tennet ist damit überfordert, die geplante Leistung der Windkraftanlagen in der Nordsee an das bestehende Netz anzuschließen. Zudem beharken sich Bund und Länder in Kompetenzfragen, wer bei der Genehmigung den Hut aufhaben soll.

Um den Ökostrom zukünftig bis in die industriellen Zentren in West- und Süddeutschland transportieren zu können, sind laut des Netzplans vier neue Nord-Süd-Korridore nötig. Dabei ist die 20-Milliarden-Marke ohnehin nur einzuhalten, wenn nicht im großen Stil Erdkabel verlegt werden müssten. Diese teurere Alternative zu überirdischen Leitungen verlangen aber viele Bürgerinitiativen.

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Gefährliche Bürgerproteste

Neben der Finanzierung dürfte dies das entscheidende Problem der Energiewende werden. Bürgerproteste vor Ort könnten den notwendigen Ausbau verzögern oder gar kippen. Der Entwicklungsplan enthält bisher nur eine schematische Ansicht, welche Leitungen wo durch das Land gezogen werden müssten. Die konkrete Betroffenheit der Kommunen vor Ort wird jedoch erst im Raumordnungsverfahren sichtbar werden, dann droht Widerstand.

Verzögerungen dürfe es angesichts der beschlossenen Abschaltung von weiteren Atomkraftwerken aber nicht geben, warnte Amprion-Chef Kleinekorte. Wenn nicht wesentliche Teile des neuen Netzes bis 2017, spätestens 2019, fertig seien, drohten für die Stromversorgung „ernstzunehmende Probleme im Süden“.

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