Energiewende: Ökostrom-Umlage könnte erstmals sinken

Energiewende: Ökostrom-Umlage könnte erstmals sinken

, aktualisiert 05. September 2014, 12:53 Uhr
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Die Ökostrom-Umlage könnte im kommenden Jahr erstmals sinken.

Auf dem Umlagekonto zur Finanzierung der Energiewende gibt es einen Milliardenüberschuss. Gut für Stromkunden: 2015 könnte die Ökostrom-Umlage sinken - und damit auch die Stromkosten.

Die deutschen Verbraucher können nach den Preissprüngen der letzten Jahre auf einen leichten Rückgang der Stromkosten hoffen. Die Ökostrom-Umlage wird aller Voraussicht nach erstmals sinken. Grund ist ein Milliardenüberschuss auf dem Umlage-Konto. Das Plus stieg bis Anfang September auf 1,506 Milliarden Euro, trotz hoher Ausgaben für Solar- und Windstrom. Da die Umlage für das nächste Jahr auf Basis des Kontostands Ende September berechnet wird, gilt ein Sinken der Umlage als sicher. In diesem Jahr fielen bisher rund 14,7 Milliarden Euro Förderkosten an.

Die Umlage für 2015 wird am 15. Oktober von den für die Verwaltung des Kontos zuständigen Übertragungsnetzbetreibern bekanntgegeben. Verbraucher und Wirtschaft zahlen die Umlage über den Strompreis. Diesen Einnahmen stehen die Milliardenausgaben für die Vergütung des produzierten Ökostroms gegenüber - Betreiber von Biogas-, Solar- und Windkraftanlagen erhalten auf 20 Jahre garantiert feste Vergütungen.

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Vor einem Jahr war das Konto Anfang September noch 2,3 Milliarden Euro im Minus, es sind also nun 3,8 Milliarden Euro mehr auf dem Konto. Es sei nicht die Frage, ob die Umlage sinke, sondern wie stark, berichtete auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Kreise der zuständigen Netzbetreiber.

Seit 2010 ist die Umlage von zwei Cent auf netto 6,24 Cent je Kilowattstunde in diesem Jahr geklettert. Mit der im August in Kraft getretenen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die Förderkürzungen vorsieht, hat die Entwicklung noch nichts zu tun - die Auswirkungen werden erst bei der Umlage 2016 sichtbar werden.

Das aktuelle Plus hängt damit zusammen, dass nach dem Anstieg der Vorjahre ein Puffer eingebaut worden ist. Das Öko-Institut und die Denkfabrik Agora Energiewende errechneten bereits im Mai, dass die Förderabgabe auf rund sechs Cent die Kilowattstunde sinken könnte. Nun könne sie sogar bis auf 5,86 Cent sinken, hieß es bei Agora.

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Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sprach von einer guten Nachricht. Das Plus hänge aber damit zusammen, „dass vor der Bundestagswahl 2013 die Umlage aus politischen Gründen zu hoch angesetzt worden war“. Die EEG-Reform berge das Risiko einer wieder steigenden Umlage, weil Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Industrieausnahmen bei den Förderkosten ausgeweitet statt eingedämmt habe. Die Milliarden-Überschüsse auf dem EEG-Konto müssten von den Versorgern jetzt an den Verbraucher zurückgegeben werden.

Die Ökostrom-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus - der Staat profitiert automatisch durch höhere Mehrwertsteuereinnahmen von dieser Entwicklung. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt ohne Mehrwertsteuer derzeit knapp 250 Euro im Jahr an Ökostrom-Umlage, bei 3500 Kilowattstunden sind es 218 Euro.

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