Energiewende: Warum die Ökostromförderung endlich enden muss

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Energiewende: Warum die Ökostromförderung endlich enden muss

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Reformen für die Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse sind überfällig.

von Angela Hennersdorf

Die Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse braucht neue Spielregeln, sie kostet Verbraucher und Wirtschaft jährlich Milliarden. Wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformiert werden soll, was das für Verbraucher und Erzeuger bedeutet.

Als der Bauernsohn Aloys Wobben vor mehr als dreißig Jahren im kleinen Nest Aurich in Ostfriesland den Windanlagenbauer Enercon gründete, war von Klimaschutz und Energiewende noch keine Rede in Deutschland. Im selben Jahr als Wobben Enercon gründete, gingen vier neue Atommeiler in Deutschland ans Stromnetz.

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Die Achillesferse der Energiewende ist das Stromnetz: Es fehlen große Trassen, um Windstrom von Norden in den Süden zu bringen. Wirtschaftsminister Gabriel ermahnt die Länder, an das große Ganze zu denken.

Der Ausbau der Stromnetze habe Vorrang vor Länderbefindlichkeiten nach einem individuellen Strom-Mix, so Wirtschaftsminister Gabriel. Quelle: dpa

Doch der junge Ingenieur Wobben stellte den Prototypen seiner ersten Windkraftanlage bei befreundeten Landwirten auf den Acker und produzierte damit Strom. Bauern und Bürger investierten in die grüne Stromerzeugung. Nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl nahm das Interesse an Ökostrom zu. Im Jahr 1991 sprang der Staat den Windbauern zur Hilfe. Er verpflichtete die großen Netzbetreiber, den erzeugten Strom der Windbauern abzunehmen. Außerdem bezahlte der Staat allen Wind- wie auch den Solarstrompionieren eine Mindestvergütung für ihren produzierten grünen Strom. Der Grundstein für die Energiewende war gelegt.

Im Jahr 2000 kam es noch besser für die Ökostrom-Erzeuger: Der Staat gewährte allen grünen Stromproduzenten nicht nur eine garantierte staatliche Vergütung, sondern garantierte den Erneuerbaren auch bevorzugte Einspeisung ins Stromnetz. Finanziert wird das Ganze vom Stromkunden über Umlagen, festgelegt im Erneuerbare-Energien-Gesetz – kurz EEG.

Der Bauernsohn Wobben ist mit seiner Firma Enercon heute nicht nur einer der größten Windkraftanlagenhersteller in Deutschland, sein Unternehmen ist - mit zahlreichen Tochterunternehmen und über 14.000 Beschäftigten - auch ein führender Player im globalen Windgeschäft. Weltweit hat Enercon mehr als 24.000 Windkraftanlagen installiert.

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Keine Frage – Enercon zählt zu den Pionieren in Sachen Energiewende. Und heute ist der Siegeszug der Öko-Energien nicht mehr aufzuhalten. Sie haben den gesamten Energiemarkt komplett durcheinandergewirbelt. Die großen Versorger wie E.On, RWE und EnBW, die lange nicht an den Erfolg des grünen Stroms glaubten, stehen heute als Verlierer der Energiewende da. Beim Konzernriesen RWE liegt derzeit der Anteil der Erneuerbaren an der produzierten Stromkapazität nur unter zehn Prozent. Die Essener produzieren immer noch mehr als 30 Prozent ihres Stroms mit der klimaschädlichen Braunkohle und rund 20 Prozent mit Steinkohle.

Mit Hilfe vieler kleiner und mittelständischer  Ökostromproduzenten ist der Anteil von Solar- und Windstrom am Stromverbrauch in Deutschland schon bei rund 32 Prozent und soll, so der Plan der Bundesregierung, bis zum Jahr 2050 auf 80 Prozent steigen. Das ist auch gut so, wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen will.

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Windstrom ist günstiger als Kohle- oder Atomstrom

Doch das funktioniert auch mit weniger Milliarden, die der Staat über den Steuerzahler jährlich in den grünen Markt pumpt. Insgesamt müssen Verbraucher und Wirtschaft derzeit pro Jahr bis zu 24 Milliarden Euro per Umlagen für den Ausbau der grünen Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse bezahlen.

Dabei ist schon heute an guten Standorten die Stromerzeugung mit Windanlagen an Land auch ohne Förderung günstiger als Strom aus Kohle- oder aus Kernkraftwerken. Windturbinen werden immer effizienter, Windparks können aus der Ferne gesteuert werden. Zwischen 2010 und 2014 sind die Kosten für die Erzeugung von Windstrom um ein Drittel gesunken.

Wenn der Staat nun also die öffentliche Förderung der Erneuerbaren zurückschrauben will, dann ist das überfällig. Viele Jahre schon profitieren Unternehmen wie Enercon vom süßen Gift staatlicher Subventionen. Ihr Geschäft ist längst marktreif.

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