Energiewende: Welche Länder bei der Energiewende am weitesten sind

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Energiewende: Welche Länder bei der Energiewende am weitesten sind

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Gelingt die Energiewende? Darüber entscheidet nicht Berlin allein - Sondern vor allem die einzelnen Bundesländer.

von Dieter Dürand

Geht es um die Energiewende, blicken alle nach Berlin. Zu Unrecht. Die Motoren des Wandels sind die Bundesländer. Ihr Engagement entscheidet über das Gelingen des grünen Umbaus. Ein exklusives Ranking der WirtschaftsWoche zeigt, welche Länder am weitesten sind – und wo die Schwächen der Verlierer liegen.

Es ist ein Bild mit Symbolkraft, als Bundesumweltminister Norbert Röttgen vor wenigen Tagen am Steinkohlekraftwerk des Energieversorgers Trianel in Lünen bei Dortmund vor Bauzäunen und Containern seiner Dienstlimousine entsteigt. Der 750-Megawatt-Meiler, der rund 1,6 Millionen Haushalte mit Elektrizität versorgen kann, wird erst mit mehreren Monaten Verspätung fertig. Die 100 Kilowatt starke Fotovoltaikanlage, auf den Verwaltungsgebäuden im Schatten des 160 Meter hohen Kühlturms installiert, erzeugt dagegen längst Strom.

So ist es überall in Deutschland: Das Einzige, was seit dem Ausstieg aus dem Atomausstieg vorankommt, ist der Ausbau der Wind- und Sonnenkraft. Täglich beginnt sich irgendwo ein neues Windrad zu drehen, und Abertausende Dächer verschwinden unter Solarmodulen. Alle anderen Elemente der Energiewende aber liegen hinter dem Zeitplan zurück – und gefährden ihren Erfolg. Weder sind die benötigten neuen Netze noch ausreichend Ersatzkraftwerke oder Stromspeicher entstanden.

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Eine Studie bringt Antworten

Wenn sich der Bund also in Zuständigkeitswirrwarr und Konzeptionslosigkeit verheddert, wie EU-Energiekommissar Günther Oettinger beklagt, geht es dann wenigstens auf Ebene der Bundesländer voran? Haben sie überzeugende Konzepte zu bieten, wie sie die Vorgaben aus Berlin umsetzen wollen? Zum Beispiel den Anteil der grünen Energien an der Stromversorgung bis 2020 von heute 20 Prozent auf dann mehr als ein Drittel zu steigern?

Antworten auf diese Fragen gibt eine bislang einzigartige Studie, die das Marktforschungsinstitut trend:research exklusiv für die WirtschaftsWoche durchgeführt hat. Die Bremer Energieexperten haben dafür detailliert untersucht, wie weit die 16 deutschen Bundesländer mit dem grünen Umbau sind. Dabei hat trend:research elf Schlüsselgrößen analysiert: darunter den Zubau an Ökostrom, den Leitungsbau, die Energieeffizienz sowie den Aufbau eines modernen, CO2-armen fossilen Kraftwerksparks als Ergänzung zu den Erneuerbaren.

Überraschende Platzierungen

Das Ergebnis ist eine Überraschung: Mit Baden-Württemberg auf dem ersten und Bayern auf dem dritten Rang liegen zwei Länder vorn, die lange auf die Kernenergie gesetzt haben und auch heute noch den meisten Atomstrom in Deutschland produzieren. Den zweiten Platz erobert Mecklenburg-Vorpommern. Der Blick auf die Leistungsfähigkeit der Länder ist deshalb so wichtig, weil ihnen bei der Umsetzung der Energiewende eine Schlüsselrolle zufällt. Davon ist Eicke Weber überzeugt, Chef der Fraunhofer-Allianz Energie. „Die Länder sind die eigentlichen Kraftzentren.“ Zwar setzt der Bund wesentliche Rahmenbedingungen, etwa mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG). Doch wo neue Kraftwerke entstehen und auf welcher Route Stromkabel verlegt werden dürfen, darüber reden ganz entscheidend die Länder mit. Sie können die Energiewende über kurze Genehmigungsverfahren und einen geschickten Dialog mit den Bürgern beschleunigen – oder bremsen. Doch dieser Verantwortung sind sich längst nicht alle bewusst. Trend:research-Chef Dirk Briese kritisiert: „Die Energiewende ist weit mehr als der Ausbau grüner Stromquellen.“

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