Entsorgungskrise verteuert Bauen: Giftmüll an der Fassade

Entsorgungskrise verteuert Bauen: Giftmüll an der Fassade

, aktualisiert 24. Oktober 2016, 06:26 Uhr
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Die meisten Müllverbrennungsanlagen dürfen HBCD-haltiges Dämmmaterial nicht mehr annehmen.

von Silke KerstingQuelle:Handelsblatt Online

Neuerdings gilt eine Chemikalie, die vor allem in Dämmmaterial steckt, als gefährlicher Abfall. Viele Müllverbrennungsanlagen dürfen sie nicht mehr annehmen. Für die Bauherren ist das eine enorme finanzielle Belastung.

Deutschland gilt als Recyclingvorreiter. Jährlich werden von der Bauwirtschaft über 190 Millionen Tonnen mineralischer Bauabfälle zur Wiederverwendung aufbereitet, wiederverwertet oder entsorgt. Dazu kommen jede Menge Dämmstoffe, seit aus Gründen des Klimaschutzes Gebäude zunehmend energieeffizient verpackt werden. Jetzt aber steht die Branche vor einem Entsorgungsengpass. Der Grund ist eine Chemikalie mit dem sperrigen Namen Hexabromcyclododecan, kurz HBCD, das vor allem in Dämmmaterial steckt, aber auch in Textil-Beschichtungen und Kunststoffgehäusen von elektrischen Geräten.

Seit per Anfang Oktober eine EU-Richtlinie in deutsches Recht umgewandelt wurde und HBCD als gefährlicher Abfall gilt, dürfen die meisten Müllverbrennungsanlagen HBCD-haltiges Dämmmaterial nicht mehr annehmen. „Eine fachgerechte Entsorgung ist derzeit vielerorts nicht möglich“, kritisiert der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE). Berichtete der Verband schon vor Tagen, dass Entsorger und Baubetriebe auf den Abfällen sitzenblieben und ein Entsorgungsnotstand drohe, legte er jetzt nach: „Nach unseren Schätzungen droht den Bauherren in Deutschland eine jährliche Mehrbelastung von bis zu 240 Millionen Euro im Jahr, wenn sich nichts ändert.“

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Musterrechnung: Hier lohnt sich die Sanierung

  • Berechnungsgrundlagen

    Zweifamilienhaus, 290 Quadratmeter (Baujahr 1925)

    Bei hohem Verbrauch rechnen sich auch teure Maßnahmen. Beispiel Außenwände: Über die Fassade verlor das Haus 21.900 Kilowattstunden Wärme pro Jahr, nach Dämmung nur noch 5140, das spart in den nächsten 30 Jahren jährlich 1800 Euro Heizkosten. 50 Prozent der Dämmkosten von 21.300 Euro sind kreditfinanziert, das kostet jährlich 490 Euro Zins und Tilgung. Die Gesamtsanierung (alle fünf Maßnahmen) kostet 55.560 Euro und bringt 5110 Euro Ersparnis pro Jahr (6260 Euro Heizkostenersparnis – 1150 Euro Zinsen).

  • Vor der Sanierung

    energetischer Zustand: sehr schlecht
    Energiebedarf: 292 kWh/m² pro Jahr
    Heizungsverbrauch: 74.870 kWh pro Jahr¹

    ¹kWh: Kilowattstunden
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit)

  • Maßnahme 1: Dach

    Wärmeverlust vorher: 16.800 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 4570 kW¹ pro Jahr
    Sanierungskosten: 8730 Euro
    eingesparte Heizkosten pro Jahr: 1780 Euro
    Kapitalkosten pro Jahr: 180 Euro²
    Einsparung: 1600 Euro pro Jahr
    rechnet sich nach: 6 Jahren

    ¹kWh: Kilowattstunden
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit)

  • Maßnahme 2: Außenwände

    Wärmeverlust vorher: 21.900 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 5140 kWh¹ pro Jahr
    Sanierungskosten: 21.300 Euro
    eingesparte Heizkosten pro Jahr: 1800 Euro
    Kapitalkosten pro Jahr: 490 Euro²
    Einsparung: 1310 Euro pro Jahr
    rechnet sich nach: 16 Jahren

    ¹kWh: Kilowattstunden
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit)

  • Maßnahme 3: Fenster

    Wärmeverlust vorher: 8440 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 3800 kWh¹ pro Jahr
    Sanierungskosten: 13.290 Euro
    eingesparte Heizkosten pro Jahr: 650 Euro
    Kapitalkosten pro Jahr: 280 Euro²
    Einsparung: 370 Euro pro Jahr
    rechnet sich nach: 34 Jahren

    ¹kWh: Kilowattstunden
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit)

  • Maßnahme 4: Kellerdecke

    Wärmeverlust vorher: 8050 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 2210 kWh¹ pro Jahr
    Sanierungskosten: 4030 Euro
    eingesparte Heizkosten pro Jahr: 830 Euro
    Kapitalkosten pro Jahr: 90 Euro²
    Einsparung: 740 Euro pro Jahr
    rechnet sich nach: 5 Jahren

    ¹kWh: Kilowattstunden
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit)

  • Maßnahme 5: Heizung

    Wärmeverlust vorher: 19.000 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 7000 kWh¹ pro Jahr
    Sanierungskosten: 6300 Euro
    eingesparte Heizkosten pro Jahr: 1200 Euro
    Kapitalkosten pro Jahr: 100 Euro²2
    Einsparung: 1100 Euro pro Jahr
    rechnet sich nach: 6 Jahren

    ¹kWh: Kilowattstunden
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit)

  • Maßnahme 6: Lüften

    (durch Öffnen oder Kippen der Fenster)
    Wärmeverlust vorher: 13.600 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 13.600 kWh¹ pro Jahr
    (keine Einsparung möglich)

    ¹kWh: Kilowattstunden
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit)

  • Nach der Sanierung

    Heizungsverbrauch: 17.970 kWh pro Jahr
    Energieersparnis: 74 %
    Kostenersparnis: 5110 Euro pro Jahr

  • Fazit

    Sanierungskosten gesamt: 53.650 Euro

    Investition rechnet sich nach 11 Jahren

HBCD soll die Entflammbarkeit entzündlicher Materialien minimieren. Wegen seiner umweltschädlichen Eigenschaften steht die Chemikalie allerdings schon seit Jahren im Fokus der Behörden. Seit 2014 gilt weltweit ein Herstellungs- und Verwendungsverbot. Eine Ausnahme davon nimmt die EU in Anspruch, heißt es auf der Website des Umweltbundesamtes. Zwar gebe es für die Verwendung als Flammschutzmittel in Dämmstoffen einen Ersatzstoff für HBCD, der nach wissenschaftlichen Erkenntnissen günstigere Umwelteigenschaften habe. Damit die Hersteller von Dämmstoffen aber ausreichend Zeit hätten, HBCD zu ersetzen, habe die europäische Kommission die Verwendung von HBCD in Dämmmaterialien bis August 2017 zugelassen.

Musterrechnung: Hier lohnt sich die Sanierung nicht

  • Vor der Sanierung

    energetischer Zustand: gut
    Energiebedarf: 146 kWh/m² pro Jahr
    Heizungsverbrauch: 59.480 kWh pro Jahr¹

    ¹Kilowattstunden;
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit);
    ³Amortisierungszeitraum liegt jenseits der Lebenserwartung des sanierten Bauteils (zum Beispiel Heizung: 15 Jahre, Dach: 30 Jahre). Maßnahme unwirtschaftlich;
    Quelle: Dr-Ing. Jörg Albert, Duisburg

  • Berechnungsgrundlagen

    Sechsfamilienhaus, 531 Quadratmeter (Baujahr 1992)

    Das Haus ist bereits in gutem energetischem Zustand. Die meisten Maßnahmen sparen nur wenig Heizkosten und amortisieren sich zum Teil erst nach Ablauf der wirtschaftlichen Lebensdauer der Bauteile (Dach, Fassade, Kellerdecke: 30 Jahre, Heizung: 15 Jahre). Auch hier wird zur Hälfte auf Kredit finanziert, die andere Hälfte mit Ersparnissen. Nach Abzug der Kapitalkosten hätte bei diesem Haus ein Austausch der Fenster sogar Verluste erbracht (Kapitalkosten größer als Heizkostenersparnis).

  • Maßnahme 1: Dach

    Wärmeverlust vorher: 7300 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 5700 kWh¹ pro Jahr
    Sanierungskosten: 6400 Euro
    eingesparte Heizkosten pro Jahr: 210 Euro
    Kapitalkosten pro Jahr: 145 Euro²
    Einsparung: 65 Euro pro Jahr
    rechnet sich nach: 65 Jahren³

    ¹Kilowattstunden;
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit);
    ³Amortisierungszeitraum liegt jenseits der Lebenserwartung des sanierten Bauteils (zum Beispiel Heizung: 15 Jahre, Dach: 30 Jahre). Maßnahme unwirtschaftlich;
    Quelle: Dr-Ing. Jörg Albert, Duisburg

  • Maßnahme 2: Außenwände

    Wärmeverlust vorher: 15.800 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 7740 kWh¹ pro Jahr
    Sanierungskosten: 31.700 Euro
    eingesparte Heizkosten pro Jahr: 1100 Euro
    Kapitalkosten pro Jahr: 760 Eur²
    Einsparung: 340 Euro pro Jahr
    rechnet sich nach: 95 Jahren³

    ¹Kilowattstunden;
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit);
    ³Amortisierungszeitraum liegt jenseits der Lebenserwartung des sanierten Bauteils (zum Beispiel Heizung: 15 Jahre, Dach: 30 Jahre). Maßnahme unwirtschaftlich;
    Quelle: Dr-Ing. Jörg Albert, Duisburg

  • Maßnahme 3: Fenster

    Wärmeverlust vorher: 12 150 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 12 150 kWh¹ pro Jahr
    (keine sinnvollen Maßnahmen möglich)

    ¹Kilowattstunden;
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit);
    ³Amortisierungszeitraum liegt jenseits der Lebenserwartung des sanierten Bauteils (zum Beispiel Heizung: 15 Jahre, Dach: 30 Jahre). Maßnahme unwirtschaftlich;
    Quelle: Dr-Ing. Jörg Albert, Duisburg

  • Maßnahme 4: Kellerdecke

    Wärmeverlust vorher: 8420 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 4050 kWh¹ pro Jahr
    Sanierungskosten: 6900 Euro
    eingesparte Heizkosten pro Jahr: 600 Euro
    Kapitalkosten pro Jahr: 150 Euro²
    Einsparung: 450 Euro pro Jahr
    rechnet sich nach: 15 Jahren

    ¹Kilowattstunden;
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit);
    ³Amortisierungszeitraum liegt jenseits der Lebenserwartung des sanierten Bauteils (zum Beispiel Heizung: 15 Jahre, Dach: 30 Jahre). Maßnahme unwirtschaftlich;
    Quelle: Dr-Ing. Jörg Albert, Duisburg

  • Maßnahme 5: Heizung

    Wärmeverlust vorher: 12.560 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 5080 kWh¹ pro Jahr
    Sanierungskosten: 10.700 Euro
    eingesparte Heizkosten pro Jahr: 710 Euro
    Kapitalkosten pro Jahr: 360 Euro²
    Einsparung: 350 Euro pro Jahr
    rechnet sich nach: 29 Jahren³

    ¹Kilowattstunden;
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit);
    ³Amortisierungszeitraum liegt jenseits der Lebenserwartung des sanierten Bauteils (zum Beispiel Heizung: 15 Jahre, Dach: 30 Jahre). Maßnahme unwirtschaftlich;
    Quelle: Dr-Ing. Jörg Albert, Duisburg

  • Maßnahme 6: Lüften

    (durch Öffnen oder Kippen der Fenster)
    Wärmeverlust vorher: 24.600 kWh¹ pro Jahr
    Wärmeverlust nachher: 24.600 kWh¹ pro Jahr
    (keine Einsparung möglich)

    ¹Kilowattstunden;
    ²Bauherr setzte zu 50 % Eigenkapital ein, das unrentabel auf Sparbüchern lag. Mittlere jährliche Kapitalkosten für Fremdkapitalanteil (2,00 % Zinsen, 3,5 % anfängliche Tilgung, 30 Jahre Laufzeit);
    ³Amortisierungszeitraum liegt jenseits der Lebenserwartung des sanierten Bauteils (zum Beispiel Heizung: 15 Jahre, Dach: 30 Jahre). Maßnahme unwirtschaftlich;
    Quelle: Dr-Ing. Jörg Albert, Duisburg

  • Nach der Sanierung

    Heizungsverbrauch: 37.880 kWh pro Jahr
    Energieersparnis: 32 %
    Kostenersparnis: 1200 Euro pro Jahr

  • Fazit

    Sanierungskosten gesamt: 55.700 Euro

    Investition rechnet sich nach 49 Jahren

Damit wird indes immer neuer gefährlicher Abfall produziert, der immer dann verwertet werden muss, wenn Häuser abgerissen oder saniert werden. „Mit Inkrafttreten der europäischen Verordnung haben tausende Haushalte in Deutschland faktisch Sondermüll an der Fassade kleben“, kritisiert Chris Kühn, wohnungs- und baupolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. „Die Bundesregierung kennt die Problematik, hat es aber wiederholt versäumt, rechtzeitig zu reagieren.“ Viele Hausbesitzer bekämen nun die Quittung dafür, dass die Große Koalition sich nicht von der materialoffenen Förderung verabschieden wollte, sagte Kühn dem Handelsblatt. Die Förderkriterien der KfW-Bank müssten dringend geändert werden. Kühn forderte ein Programm, das gezielt nachwachsende Baustoffe fördert. „Wir wollen Öko statt Giftmüll an den Wänden“, sagte er. Bei der Förderung von Baustoffen müsse der gesamte Lebenszyklus betrachtet werden, nicht nur die Produktionskosten.

Förderung der KfW: Billigkredit und Zuschuss

  • Wo gibt es Zuschüsse?

    Für Hauskauf und Immobiliensanierungen gibt es zahllose staatliche Fördertöpfe. Beispielsweise listet die Verbraucherzentrale NRW allein 36 Förderprogramme für Sanierungen und Energiesparmaßnahmen in Wohngebäuden auf – nur von Bund und Land. Zuschüsse und vergünstigte Kredite gibt es darüber hinaus auch von regionalen Energieversorgern, Kommunen und Landkreisen. Dort anzufragen, kann sich für Immobilieneigner lohnen. Gefördert werden oftmals junge Familien, energetische Sanierungen, der Einsatz erneuerbarer Energien, altersgerechte Umbauten (barrierefreies Wohnen) oder denkmalgeschützte Gebäude.

    Nachfolgend die wichtigsten, bundesweit verfügbaren Förderprogramme der Staatsbank KfW

  • Variante 1: Kredit

    Im KfW-Programm 153 unterstützt der Bund mit einem günstigen Kredit den Bau oder Kauf eines KfW-Effizienzhauses, maximal 100.000 Euro, bis zu 20 Jahre Laufzeit bei einem Effektivzins von 0,75 Prozent. Das Programm 151 unterstützt energetische Sanierungen. Bedingung: Der Bauantrag für das Gebäude muss vor dem 1.2.2002 gestellt worden sein. Wird ein KfW-Effizienzhausstandard erreicht, gibt es bis zu 75.000 Euro Kredit zu nur 0,75 Prozent Effektivzins. Auch für einzelne Maßnahmen gibt es Kredite bis zu 50.000 Euro. Die ersten Jahre sind tilgungsfrei. Besonderes Bonbon: Ein Tilgungszuschuss – abhängig vom erreichten Energieeinsparniveau. Im Programm 153 maximal 15.000 Euro.

  • Variante 2: Investitionszuschuss

    Wer keinen Kredit für die Finanzierung benötigt, kann sich stattdessen auch direkt einen staatlichen Zuschuss holen. Aus dem KfW-Programm 430 gibt es Geld für Wohneinheiten, deren Bauantrag von dem 1.2.2002 gestellt wurde und die jetzt energetisch saniert werden. Abhängig von der Energieersparnis beträgt dieser zwischen zehn und 30 Prozent der förderungsfähigen Kosten, maximal 30.000 Euro pro Wohneinheit. Der Zuschuss ist mit anderen Fördermitteln kombinierbar.

  • Variante 3: Ergänzungskredit Heizung

    Das KfW-Programm 167 unterstützt alle Hausbesitzer, die ihre Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellen, etwa auf Solarkollektoren, Biomasse, Wärmepumpe oder Kombinationen davon mit fossilen Energieträgern. Dafür gewährt die Staatsbank bis zu 50.000 Euro Kredit mit zehn Jahren Laufzeit, derzeit zu einem effektiven Jahreszins von 1,06 Prozent und zehn Jahren Laufzeit.

  • Variante 4: Baubegleitung

    Energieeffizientes Bauen und Sanieren erfordert oft einen Architekten oder Sachverständigen für Planung, Aufsicht und Abnahme der Bauarbeiten. Die Hälfte der Kosten dafür übernimmt die KfW mit ihrem Programm 431, maximal 4000 Euro. Den Zuschuss gibt es nur in Kombination mit den Förderprogrammen 151/152, 153 und 430.

  • Variante 5 und 6: Solarstrom

    Programm 274 richtet sich an Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen, die Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung installieren wollen. Zumindest ein Teil des Stroms muss aber in das öffentliche Netz eingespeist werden. Dann gibt es maximal 25 Millionen Euro Kredit pro Vorhaben zu einem Zins von derzeit 1,05 Prozent effektiv. Wer zudem einen Batteriespeicher für den Solarstrom einbaut, bekommt aus dem KfW-Programm 275 einen günstigen Kredit mit Tilgungszuschuss, mit Laufzeit bis zu 20 Jahren und einem Effektivzins von 1,05 Prozent.

  • Variante 7 und 8: Altersgerecht umbauen

    Barrierefreie Wohnungen sind aufgrund der demografischen Entwicklung gewünscht. Unabhängig vom Alter des Hauseigentümers gibt es daher aus dem KfW-Programm 159 einen verbilligten Kredit bis zu 50.000 Euro zu 0,75 Prozent effektivem Jahreszins. Alternativ gewährt die KfW mit dem Programm 455 auch einen Zuschuss von bis zu 6250 Euro für Sanierungen, die Hindernisse wie Treppen oder zu schmale Türen beseitigen, sowie 1500 Euro Zuschuss pro Wohneinheit für Maßnahmen zum Einbruchschutz. Beide Programme lassen sich gut mit anderen KfW-Programmen kombinieren.

Aus Sicht der Wirtschaft ist nicht die Umsetzung von EU-Recht in nationales Recht problematisch, sondern dass Deutschland die Brüsseler Vorgaben noch übertrifft. Der Bundesrat sei mit der Einstufung als gefährlicher Abfall deutlich weiter gegangen als es die EU verlangt, sagte BDE-Präsident Peter Kurth dem Handelsblatt. Die EU-Regelung sehe nur vor, dass HBCD-haltiges Material verbrannt werde. Das sei in der Vergangenheit aber in Deutschland ohnehin geschehen. Jetzt müsse HBCD-haltiges Dämmmaterial aber gesondert entsorgt und schon auf der Baustelle getrennt erfasst werden. „Immerhin sprechen wir von bis zu 60.000 Tonnen Dämmstoffabfällen im Jahr und Verbrennungspreisen von bis zu 4.000 Euro pro Tonne“, sagte Kurth. Zum Vergleich: Vor Inkrafttreten der Regelung lagen die Preise bei rund 200 Euro pro Tonne Baumischabfall, in den auch Dämmstoffplatten hineingemischt werden durften.

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