Entwarnung in München: Todesschütze war offenbar Einzeltäter

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Entwarnung in München: Todesschütze war offenbar Einzeltäter

, aktualisiert 22. Juli 2016, 04:14 Uhr
Schießerei in Einkaufszentrum in MünchenVideo abspielen
TerrorlageSchießerei in Einkaufszentrum in München

Nach der Schießerei in München sind die Hintergründe der Tat noch unklar. Der mutmaßliche Schütze, ein 18-Jähriger, habe mit hoher Wahrscheinlichkeit alleine gehandelt, teilte die Polizei mit. Ein Überblick.

  • Am Freitagabend gab es am Olympia-Einkaufszentrum in München bei Schüssen Verletzte und auch Tote
  • Die Münchner Polizei sprach von einer „akuten Terrorlage“ in der Stadt
  • Neun Menschen wurden laut Angaben der Polizei getötet.
  • Anschließend soll sich der mutmaßliche Täter selbst erschossen haben.
  • Das Motiv ist laut Polizei unklar.

+++Entwarnung+++

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„Wir haben das Problem gefunden, und es ist tatsächlich so, dass wir wieder nach vorne gucken können und der morgige Tag beginnen kann.“ Das sagte der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am frühen Samstagmorgen nach der blutigen Schießerei.

+++Mutmaßlicher Täter ist tot+++

Der Schusswaffen-Anschlag in einem Münchner Einkaufszentrum wurde nach Angaben der Polizei von einem 18-jährigen Deutsch-Iraner verübt. Polizeipräsident Hubertus Andrä sagt in einer Pressekonferenz in der Nacht, der 18-Jährige habe sich nach bisherigen Ermittlungen nach der Tat selbst getötet. Er sei zuvor auch von Zivil-Polizisten angeschossen worden. Das Motiv und der Hintergrund für die Tat, bei der neun Menschen erschossen wurden, sei noch völlig unklar. Man gehe von einem Einzeltäter aus, sagt Andrä.

+++ 10 Tote +++

in weiteres Opfer ist nach Polizeiangaben seinen Verletzungen erlegen. Damit steigt die Zahl der Toten auf zehn. Darunter ist auch die Leiche eines möglichen Täters, sagt ein Polizeisprecher. Der öffentliche Nahverkehr in der Stadt hat seinen Betrieb unterdessen wieder aufgenommen.



+++Mehrere Verletzte+++

Bei dem Anschlag sind mindestens zehn Menschen verletzt worden. Das teilt die Polizei auf Twitter mit. Der Einsatz laufe weiter, es könne keine Entwarnung gegeben werden Bundesinnenminister Thomas de Maiziere fährt am Samstag nach München, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Das teilt er über Twitter mit.

+++Polizei: Münchner Olympia-Einkaufszentrum wird intensiv durchsucht+++
Die Polizei durchsucht nach eigenen Angaben derzeit intensiv das Münchner Olympia-Einkaufszentrum. Zur Lage in der Umgebung des Tatorts sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am späten Freitagabend: „Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Lage außerhalb des OEZs zuspitzt.“ Dennoch sei die Polizei mit starken Kräften präsent. Bei der Fahndung gehe die Polizei nach wie vor von bis zu drei Tätern aus.

Chronik: Aufsehenerregende Anschläge in Deutschland

  • Juli 2016

    Mit Axt und Messer bewaffnet geht ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan in einer Regionalbahn bei Würzburg auf Fahrgäste los. Fünf Menschen werden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Polizisten erschießen den Attentäter, der sich in einem Video als Kämpfer der Terrormiliz IS bezeichnete.

    Wenige Tage später sprengt sich ein 27-jähriger syrischer Flüchtling vor einem Musik-Festival in Ansbach mit einem Rucksack in die Luft. Er stirbt, 15 weitere Menschen werden verletzt. Auf einem Handy des Mannes gebe es eine Anschlagsdrohung als Video, sagt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Der Täter kündige einen Racheakt gegen Deutsche an als Vergeltung, weil sie Muslime umbrächten.

  • April 2016

    Nach einer indischen Hochzeit verüben zwei junge mutmaßliche Salafisten aus Gelsenkirchen einen Bombenanschlag auf ein Gebetshaus der Sikhs in Essen. Drei Menschen werden verletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um einen gezielten Angriff mit terroristischem Hintergrund handelte.

  • Februar 2016

    Bei einer Kontrolle am Hauptbahnhof Hannover verletzt eine 15 Jahre alte Deutsch-Marokkanerin einen Bundespolizisten lebensgefährlich mit einem Messer. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft war die Attacke eine „Märtyreroperation“ für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

  • März 2011

    Ein junger Kosovo-Albaner erschießt auf dem Flughafen Frankfurt/Main zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Der Mann gilt als extremistischer Einzeltäter. 2012 wird er zu lebenslanger Haft verurteilt.

+++Polizei: Zahl der Toten steigt auf neun+++
Die Zahl der bestätigten Todesopfer nach dem Attentat in München ist auf mindestens neun gestiegen. Die Polizei sprach bei Twitter über acht Tote. Bei einem weiteren neunten Toten prüfen die Ermittler, ob es sich um einen Täter handelt. Die neunte Leiche, ein Mann, wurde etwa einen Kilometer entfernt vom Olympia-Einkaufszentrum gefunden, wie ein Polizeisprecher am späten Freitagabend sagte. Der Mann sei durch Gewalteinwirkung gestorben.

+++Altmaier: Bundessicherheitskabinett tagt am Samstag in Berlin+++
Nach dem Anschlag in München kommt an diesem Samstag das Bundessicherheitskabinett in Berlin zusammen. Das gab das Kanzleramt am Freitagabend bekannt. Dem Gremium unter Vorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehören auch Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Innenminister Thomas de Maizière (CDU), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) an. Gegebenenfalls können weitere Minister und Vertreter der Sicherheitsbehörden hinzukommen. De Maizière soll bereits zum zweiten Mal in dieser Woche seinen Urlaub unterbrochen haben und auf dem Rückflug aus den USA sein, hieß es in Berlin.



+++Festival in München abgesagt+++
Das Tollwood-Festival ist nach Angaben der Polizei abgesagt worden. Die Menschen seien aufgefordert worden, nach Hause zu gehen, sagte ein Sprecher. Das Festival findet im Olympiapark in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums statt.

Der Veranstalter teilte auf seiner Website mit: „Kurz nach Beginn der Schießerei im OEZ wurde Tollwood durch die Polizei informiert. In engster Zusammenarbeit mit ihr beschloss die Festivalleitung, das Gelände im Olympiapark möglichst ohne Panik zu evakuieren. Zuerst wurden die Stände geschlossen und das Publikum gebeten, den Platz möglichst Richtung Osten zu verlassen, immer mit dem Hinweis, dass der MVV nicht mehr fährt. Dann wurde das Andechser Zelt und die ausverkaufte Musik-Arena geleert. Um auch hier Panik zu vermeiden, wurde das Publikum über die Lage informiert.“

+++Bahn stellt Übernachtungszüge bereit+++
Nach dem Terroralarm in München, der Sperrung des Hauptbahnhofs und der kompletten Einstellung des Zugverkehrs hat die Deutsche Bahn im Münchner Umland Übernachtungszüge bereitgestellt. Dort sollten gestrandete Reisende Unterschlupf finden, teilte die Bahn mit. Jeweils ein Zug werde dafür in Mammendorf, Starnberg, Geltendorf, Dachau und Freising stehen. Dort endeten zahlreiche Züge am Freitagabend.


+++Seehofer beruft Sondersitzung des Kabinetts für Samstag ein+++
Nach dem Attentat in einem Münchner Einkaufszentrum hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) für Samstag um 11.00 Uhr eine Sondersitzung seines Kabinetts einberufen. Das sagte eine Regierungssprecherin.

München Katwarn, Safety Check und Informationsquellen

Bei dem Anschlag in München sind mehrere Menschen getötet worden. Die Lage war lange unübersichtlich, die Menschen hatten Angst. Die wichtigsten Informationsquellen.

Bei Schüssen am Olympia-Einkaufszentrum in München hat es Verletzte und Tote gegeben. Quelle: dpa

+++Polizei: Bisher keinen Hinweis auf islamistischen Hintergrund+++
Die Polizei hat für den Anschlag in München bislang keinen Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund. „Dafür ist es viel zu früh“, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

Die Polizei spricht derzeit von einer „akuten Terrorlage“. Dazu sagte der Sprecher: „Wir gehen insofern von einem Terroranschlag aus, als wir mit unseren Maßnahmen bei dieser Annahme die höchstmögliche Wirkung erzielen und wir lieber zu viel als zu wenig Personal auf der Straße haben. Wenn sich herausstellt, dass es einen anderen Hintergrund hatte, haben wir den worst case auch abgedeckt.“

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