Erbschaftsteuer: Wer von der Reform profitiert und wer nicht

Erbschaftsteuer: Wer von der Reform profitiert und wer nicht

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Unternehmer Kristian und Michael Dubbick: Zweifel an bürokratischen Kautelen

Gegen die Reform der Erbschaftsteuer kämpft die Königsklasse der deutschen Wirtschaft. Unions-Politiker haben Bedenken. Korrekturen sind noch drin. Wer von der Erbschaftssteuer-Reform profitiert und wer nicht.

Drei, vielleicht vier Millionen Euro Erbschaftsteuer dürfte Michael Dubbick schätzungsweise sparen, wenn die Reform so kommt wie jetzt geplant. Nur, freuen mag sich der Duisburger Unternehmer nicht so recht. Wo ist diesmal der Pferdefuß? Welche betrieblichen Vermögenswerte fallen aus der Befreiung heraus? Was geschieht, wenn die Wirtschaftskrise auch sein Marktsegment für Vakuumpumpen und Messtechnik erreicht und ihn zwingt, einen Teil der 2500 Beschäftigten der Ludwig Krohne GmbH & Co KG zu entlassen?

Hunderttausende Unternehmer stellen sich in diesen Tagen ähnliche Fragen. Millionen potenzieller Erben und Erblasser rechnen anhand der neuen Tabellen durch, ob das künftige Erb- und Schenkungsrecht für sie günstiger oder teurer wird. Und im Bundestag brüten die Abgeordneten über dem 52-seitigen Gesetzentwurf und den 115 Seiten mit Änderungsanträgen.

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Am 26. November soll der Bundestag die Reform der Erbschaftsteuer verabschieden, am 5. Dezember der Bundesrat, anschließend der Bundespräsident unterschreiben, sodass das neue Gesetz am 1. Januar 2009 in Kraft treten kann.

Dann will Kristian Dubbick, inzwischen 87 Jahre alt, die Messtechnikfirma von der zweiten auf die dritte Generation übertragen. Sohn Michael, der längst die Geschäfte führt, sitzt in diesen Tagen mit seinen Steuerberatern und Anwälten zusammen, um Alternativen durchzuspielen. Am liebsten wäre ihm die 100-prozentige Verschonungsoption. Danach bekäme er die Erbschaftsteuer vollständig erlassen.

Dafür müsste er das Unternehmen mindestens zehn Jahre fortführen und auch die Beschäftigtenzahl weitgehend stabil halten. Konkret bedeutet das: Er muss die Löhne über die Jahre auf 1000 Prozent des Ausgangsjahres summieren können. „Das muss zu schaffen sein“, sagt Dubbick junior, „wir wollen das Unternehmen in Familienhand weiterentwickeln.“

Doch dann kommen die Zweifel – nicht an seinen persönlichen Zielen, wohl an den bürokratischen Kautelen. Vielleicht sind zehn Jahre doch schwer zu überschauen. Sollten sich die Dubbicks also nicht lieber für die andere Variante der Berliner Koalition entscheiden, die sogenannte „Regelverschonung“. Danach müssen Firmenerben das Unternehmen nur sieben Jahre halten bei einer Lohnsumme von 650 Prozent. Dann werden den Dubbicks aber nur 85 Prozent an Erbschaftsteuer erlassen.

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