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Erneuerbare Energie: Sieg der Solar-Lobbyisten

von Katharina Sekareva

Im Streit um die Kürzung der Einspeisevergütung gibt der Bundesumweltminister den Forderungen der Solarbranche nach.

Bundesumweltminister Norbert Quelle: dpa
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) wird den Forderungen der Solarbranche nackommen Quelle: dpa

Das Entsetzen der Solarbranche war groß, als Bundesumweltminister Norbert Röttgen ankündigte, er wolle die "Überförderung" der Solarwirtschaft beenden. Vom 1. Juni an soll die Einspeisevergütung für Sonnenstrom außerplanmäßig um 16 Prozent sinken. Sofort sah die Solarindustrie sich in ihrer Existenz bedroht und befürchtete den Verlust von fast 50.000 Jobs. Die Lobbyisten der Branche liefen Sturm, die Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter zu Protesten auf die Straße.

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Wie sich jetzt zeigt, mit Erfolg: Denn der Minister lässt der Branche einen Ausweg: Wer sich jetzt eine Solaranlage aufs Dach baut, kassiert in den nächsten 20 Jahren für jede produzierte Kilowattstunde bis zu 39 Cent vom heimischen Stromversorger, wenn er die Energie ins öffentliche Netz einspeist. Geht die Anlage erst nach dem 1. Juni ans Netz, soll der Betreiber dafür nur noch maximal 32,8 Cent erhalten.

Lösung ist nicht in Sicht

Verbraucht er die Elektrizität jedoch selbst, bekommt er zurzeit eine Förderung von bis zu 43 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Betrag soll nur geringfügig auf 42,8 Cent sinken. Der Trick: Wer seinen Eigenverbrauch an Solarstrom steigert, ist von den Kürzungen weniger betroffen. Experten zufolge kann ein Anlagenbetreiber ohne besonderen Aufwand auf einen Eigenverbrauch von 40 Prozent kommen. Dann fiele die durchschnittliche Vergütung nur um sechs Prozent statt um 16 Prozent, wie vom Minister angekündigt.

Förderung für den in Deutschland produzierten Solarstrom
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Damit bleibt Röttgen auffallend nah am Vorschlag des Bundesverbandes Solarwirtschaft, der eine Kürzung von allenfalls fünf Prozent vorgeschlagen hat. Der Plan des Ministers dürfte die Nachfrage nach Solaranlagen kaum dämpfen – und die Subventionen nicht eindämmen. Sein Vorstoß entlastet somit kaum den gewöhnlichen Stromverbraucher, der die Solarförderung über seinen Strompreis finanziert. Dabei hätte eine stärkere Absenkung der Förderung die Unternehmen nicht gefährdet, sagt Manuel Frondel vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung: "Einige werden zwar nicht überleben, aber das würden sie auch mit einer hohen Vergütung nicht, weil sie teurer produzieren als die Konkurrenz." Mittelfristig plädiert er dafür, die Kostenlawine zu bremsen, indem der Staat die Anzahl der jährlich installierten Solaranlagen begrenzt. Doch eine solche Lösung ist nicht in Sicht.

36 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.02.2010, 15:08 UhrAnonymer Benutzer: Nicolo

    @Vandale
    Neh, ist klar. irgendwann wollen die Stromversorger auch für den Strom bezahlt haben, den sie gar nicht geliefert haben?! ist das ihr Ziel? Hier hilft nur mehr Konkurrenz unter den Anbietern, ... und eine günstige und höhere Selbstversorgungsquote, um dem Einhalt zu gebieten. Werden ihnen ihre kruden Meinungen, die Sie hier verbreiten, eigentlich nicht manchmal lästig? Oder denken Sie wirklich so?

  • 25.02.2010, 00:06 UhrAnonymer Benutzer: Vandale

    Nicolo - Eigenstromverbrauchssubvention .......................
    Die Solarstromproduktion schwankt ähnlich Windstrom gemäß den Launen des Wetters zwischen 0% und der Nennleistung. im Netz muß die Solarstrommenge vollständig durch teils befeuerte Reservekapazitäten abgedeckt werden. Der Wert dieses umweltschädlichen Stroms beträgt einen Teil der brennstoffkosten, etwa 1c/KWh. Demzufolge ist es keine große Vereinfachung die Einspeisevergütung komplett als Subvention zu bezeichnen. beim Eigenstromverbrauch addieren sich zur gewährten Subvention von 22.76c/KWh und einem Haushaltsstrompreis inkl. MwSt. von 25c/KWh die entgangenen Steuern von 10c/KWh, sowie die Netz und Regelleistung die der Versorger vorhalten muss, insgesamt etwa 41c/KWh. Gerechnete Analysen findet man unter www.oekoreligion.npage.de

    Vandale

  • 24.02.2010, 09:48 UhrAnonymer Benutzer: ppalmat

    Sieg der Lobbyisten? Naja, wenn man gewaltig mit zweierlei Maß misst.
    bei dieser aufsteigenden branche spricht man verstärkt von Lobbyismus, da wo ohnehin ein ganz klare Degression der Förderung bis zu ihrem Ende vereinbart ist.
    Wer hat sich seinerzeit aufgeregt, als der Kohlepfennig eingeführt wurde, seinerzeit für eine bereits absehbar vor dem Ende stehende branche? Wie schwer tat man sich, die Kohlesubventionen im Ruhrgebiet zurück zu fahren? Da wurden zwischenzeitlich jährlich mehr Subventionsgelder gezahlt, als alle Kumpel zusammen pro Jahr verdienen.

    Aber das alles gilt natürlich nicht mehr für neue Technologien, wo zudem von vorneherein die Degression definiert ist. ist es nicht eher so, dass dies neuen Tecs den alten Dinosauriern negativ aufstoßen?

    Streicht alle Subventionen für alle Energiearten, belastet aber alle mit den Kosten, die sie verursachen (Umweltverschmutzung, CO2, Endlagerung etc. etc.). Dann wäre die Solarindustrie heute bereits ohne Subventionen konkurrenzfähig.

    Sollte irgendein großer Energieversorger das Wort "Solar-Lobbyist" in den Mund nehmen, dann wäre er besser beraten, selbst in den Spiegel zu schauen, ob nicht auf seiner Stirn auch das Wort mit "L" eingraviert ist.

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