Erneuerbare Energien: Arme leiden am meisten unter Energiewende

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KommentarErneuerbare Energien: Arme leiden am meisten unter Energiewende

von Cordula Tutt

Die Förderung erneuerbarer Energien treibt die Strompreise nach oben. Arme zahlen wegen steigender Umlagen einen großen Teil ihres Einkommens für Energie. Höchste Zeit, die Förderung für Solar- und Windkraft zu kappen; höchste Zeit, weniger Ausnahmen von der Umlage zuzulassen.

Es ist eine seltene und deshalb umso bemerkenswerte Allianz. Ein arbeitgebernahes Forschungsinstitut und Verbraucherschützer sind sich einig, dass die Energiewende in ihrer aktuellen Form nicht nur den Umbau der Stromversorgung bedeutet, sondern auch eine Umverteilung von Arm zu Reich.

Die heute vorgestellten Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) untermauern das Argument, das seit einiger Zeit gegen die bestehenden Regeln für den Umbau von Atom- und fossiler Energie und hin zu erneuerbaren Quellen angebracht wird. Die Anreize belohnen in großem Maße auch wenig effiziente Anlagen, etwa Solardächer im sonnenarmen Deutschland. Sie verschaffen zudem der Mittel- und Oberschicht neue Einkommensquellen, wenn diese In Sonnen- oder Windkraft investieren.

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Ärmere Menschen sind stärker betroffen

Die Subventionen für die lohnende Energieerzeugung bezahlen wiederum alle Stromverbraucher. Das trifft ärmere Menschen viel stärker als wohlhabendere. Haushalte mit Solarzellen auf dem Dach erwirtschafteten 2011 insgesamt einen Überschuss von einer Milliarde Euro. Dieser Betrag dürfte 2012 wohl noch höher liegen, denn die Leistung der Anlagen stieg stärker als die Bundesregierung die Förderung durch die Allgemeinheit zurückschraubte.

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Der Stromverbrauch wohlhabenderer Haushalte liege nur knapp über dem von einkommensschwachen, schreibt das IW. Wenn kommendes Jahr die Umlage für Erneuerbare Energien (EEG) auf 5,3 Cent je Kilowattstunde klettert, steigen die monatlichen Ausgaben der ärmsten zehn Prozent der deutschen Haushalte für die Umlage von knapp 6 auf 8,75 Euro im Monat, heißt es in der Studie. Die Ausgaben der wohlhabendsten zehn Prozent legten von 7,20 auf 10,75 Euro monatlich zu.  Das bedeutet: Die Ärmsten geben 1,3 Prozent ihres Einkommens für den Ökostromzuschlag aus, die Vermögenden nur 0,2 Prozent.

Ähnlich argumentieren schon seit längerem die Verbraucherzentralen, die nun verstärkt Energiesparberatungen anbieten und Wege suchen, Stromfresser im Haushalt ärmerer Konsumenten durch sparende Geräte zu ersetzen. Doch das wird an den Lasten für Geringverdiener allein wenig ändern.

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