Erneuerbare Energien: Solarindustrie droht außerplanmäßige Förderkürzung

15. Januar 2011
von Sebastian Matthes und Christian Ramthun

Vor wenigen Tagen erst sanken die Subventionen für Solarstrom um 13 Prozent auf rund 29 Cent pro Kilowattstunde, da droht der Branche erneut der Rotstift.

Laut Insidern arbeitet das Bundesumweltministerium an einer außerplanmäßigen Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom. Schon in dieser Woche will Ressortchef Norbert Röttgen mit Branchenvertretern über die Höhe der Kürzung verhandeln. Dabei steht der CDU-Politiker unter enormem Erfolgsdruck.

Anzeige

Einerseits will er im Superwahljahr 2011 nicht schon wieder Ärger mit der Solarwirtschaft provozieren. Zugleich aber wächst in der schwarz-gelben Koalition der Unmut: „Wir müssen da noch einmal ran“, sagt CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs, „sonst fliegt uns das ganze System des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes um die Ohren.“

Hintergrund der Sorge: Im vergangenen Jahr erlebte die Solarbranche einen märchenhaften Boom. Allein in Deutschland wurden laut aktueller Schätzungen Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund acht Gigawatt installiert – gut doppelt so viel wie 2009. Je mehr Anlagen gebaut werden, desto mehr Subventionen fließen, weil sie pro Kilowattstunde gezahlt werden. Da diese Subventionen auf den Strompreis umgelegt werden, trägt der Sonnenstrom-Boom erheblich zum Anstieg der Strompreise bei.

Würden 2011 so viele Fotovoltaikanlagen gebaut wie im vergangenen Jahr, könnte auf die Stromverbraucher eine zusätzliche Belastung von zwei Cent pro Kilowattstunde zukommen, warnt CDU-Wirtschaftspolitiker Fuchs. Dann könnte die Solarbranche in Deutschland ihr gutes Image verlieren. Selbst Grünen-Politiker wie Energieexperte Hans-Josef Fell fordern daher die Bundesregierung auf, die Solarförderung schnell und moderat zurückzufahren.

Anzeige
Kommentare | 15Alle Kommentare
  • 16.01.2011, 12:53 UhrJürgen Keitel, Garbsen

    bei manchen kommt die Erkenntnis oft sehr spät, zumindest dann, wenn der Verbraucher die Zeche bezahlt und die Politik die Schuldigen bei den Stromerzeugern sucht und findet. Zum beispiel Solarstromerzeugung und -förderung in der Norddeutschen Tiefebene, die Politik macht es wirtschaftlich Dank kräftiger Subventionen die der Stromkunde bei seiner Stromrechnung zahlt.

  • 16.01.2011, 13:39 UhrWess Brot ich ess ....

    Dass Atom-Fuchs so etwas fordert, darf einen nicht wundern.

  • 16.01.2011, 19:14 Uhrerkirch

    da hat die (Atom-) Stromlobby ganze Arbeit geleister.

    Daß das EEG den Strompreis hochtreibt, ist absoluter Quatsch!!!
    Aber durch das Einspeisen der alternativen Energiequellen können die Stromkonzerne ihren Kohle. u. Atomstrom (besonders teuer in den Spitzenverbrauchszeiten) nicht mehr einspeisen - das bedeutet weniger Gewinne und darum diese Kampagne mit der Mär alternative Energien machten den Strom teuer: und jeder unkritische Journalist ( und Politiker ) glaubt das. Wird aber durch häufiges Wiederholen in den Medien nicht wahrer. Wer sich mit der Materie eingehender beschäftigt, sieht: das Gegenteil ist der Fall.

Alle Kommentare lesen
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.