Erneut Atommüll per Schiff unterwegs: Atomkraftgegner kündigen Proteste an

Erneut Atommüll per Schiff unterwegs: Atomkraftgegner kündigen Proteste an

, aktualisiert 06. September 2017, 12:39 Uhr
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Ein Spezialschiff mit hoch radioaktivem Atommüll fährt bei Obrigheim auf dem Neckar.

Quelle:Handelsblatt Online

Es ist der zweite Transport von Atommüll auf dem Neckar und erfolgt mittels Spezialschiff und Polizeischutz in ein Zwischenlager in Neckarwestheim. Atomkraftgegner formieren sich derweil zum Protest.

ObrigheimDer zweite Transport von Atommüll auf einem Fluss in Deutschland ist unterwegs. Am stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim in Baden-Württemberg legte am Mittwochmorgen ein Spezialschiff mit drei Castoren ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Transport auf dem Neckar steht unter starkem Polizeischutz.

Die Behälter mit verbrauchten Brennelementen sind für ein Zwischenlager in Neckarwestheim bestimmt. Für die etwa 50 Kilometer lange Strecke auf dem unteren Neckar wurde mit einer Fahrzeit von mindestens neun Stunden gerechnet. Atomkraftgegner haben Proteste angekündigt und für 10.00 Uhr zu einer Mahnwache in Lauffen aufgerufen. Die Polizei bewacht den Transport unter anderem mit Booten, einem Hubschrauber und Einsatzkräften am Ufer.

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Der Schubverband für den Transport der Behälter hatte bereits am Montagnachmittag an der Laderampe des Kernkraftwerks Obrigheim angelegt. Am Dienstagabend um 23.00 Uhr wurde nach Polizeiangaben mit der Beladung begonnen, die Arbeiten waren in der Nacht zum Mittwoch gegen 1.15 Uhr abgeschlossen. Sie liefen demnach planmäßig und ohne Zwischenfälle.

Der bundesweit erste Castor-Transport auf dem Neckar war Ende Juni erfolgt. Insgesamt plant der Energieversorger EnBW fünf Fahrten mit je drei Containern. Damit bringt das Unternehmen insgesamt 342 ausgediente Brennelemente nach Neckarwestheim. Der Transport erfolgt mit einem sogenannten Schubverband aus einem Schubleichter und einem Schubboot.

Der Energieversorger hält die Beförderung per Schiff neckaraufwärts für eine sichere Lösung. Er argumentiert, dass der Transport des Atommülls nach Neckarwestheim den Bau eines Zwischenlagers in Obrigheim überflüssig mache. In den Castoren befindet sich Berichten zufolge auch Plutonium. Ein Behälter wiegt beladen 107 Tonnen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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