Erster Green Dialogue: Sinn und Unsinn von Gebäudedämmung

ThemaUmweltschutz

Erster Green Dialogue: Sinn und Unsinn von Gebäudedämmung

Bild vergrößern

Der Green Dialogue.

Auf dem Green Dialogue, veranstaltet von WirtschaftsWoche Green und GreenTec Awards, diskutierten Experten über die Energiewende.

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel 2004 gefragt wurde, welche Empfindungen Deutschland in ihr weckt, antwortete sie: „Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen." Doch die ehemaligen Allheilmittel für Energieeinsparung wie Fensteraustausch, Gebäudeisolierung und technische Modernisierungen werden inzwischen harsch kritisiert: zu ineffektiv, zu teuer, zu unsozial.

Der erste Green Dialogue, eine Veranstaltungsreihe, welche von WirtschaftsWoche Green und GreenTec Awards organisiert wird, stellte sich diesem Thema. Unter dem Titel „Energiewende heute: Risiko oder Chance für Mieter?“ fand sich mit dieser Auftaktveranstaltung ein hochkarätiges Podium mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen.

Anzeige

Schnell war klar: Das Patentrezept für eine energetische Sanierung gibt es nicht. Hans Erhorn, Leiter der Abteilung Wärmetechnik des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik in Stuttgart, appellierte an eine Anwendung des aktuellen Standes der Technik. "Viele Leute sanieren, tun dabei jedoch nicht das, was man machen kann, sondern was man machen muss."

Das Wissen um Technologie und Bauphysik sei da, doch "es braucht auch eine Finanzierung", so der Wärmetechniker. Und genau da lag der Haken. Es mangelt weder an technischem Wissen oder der Bereitschaft Energie einzusparen, sondern schlicht an einem guten Finanzierungskonzept.

Eine Lösung, um die Kosten gerecht zu verteilen, soll das "Drittelmodell" sein. Darin trägt der Hauseigentümer ein Drittel der Kosten. Der Teil wird als Instandhaltungsanteil zur Sicherung der Bausubstanz angesehen. Diese Kosten entstehen sowieso irgendwann, wie Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund betonte.

Ein weiteres Drittel der Kosten soll warmmietneutral und damit sozialverträglich von den Mietern übernommen werden. Die teurere Miete soll also für die Mieter nicht ins Gewicht fallen, weil dafür die Heizkosten in gleichem Maße sinken. Das restliche Drittel übernehmen staatliche Förderprogramme für den Klimaschutz wie zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Oder sie finanzieren sich durch steuerliche Abschreibung. Diese staatlichen Ausgaben sollen durch Steuereinnahmen refinanziert werden.

Soweit die Theorie.

Allerdings haben sich in letzter Zeit die Energiepreise vergleichsweise beruhigt. Das bedeutet, dass die Kosteneinsparung durch energieeffiziente Gebäude für den Mieter gar nicht so sehr ins Gewicht fällt. Die angestiegene Miete allerdings schon. Für energetische Sanierungsmaßnahmen können durch den Vermieter bis zu elf Prozent auf die Miete draufgeschlagen werden.

Gebäudesanierung Neuer Dämmzwang für Häuslebauer

Die neue Energieeinsparverordnung verschärft die Anforderungen für alle Gebäude - und macht den Energieausweis für Häuser zur Pflicht. Worauf die Käufer und Eigentümer von Immobilien jetzt achten müssen.

Quelle: imago/montage

Ropertz vom Deutschen Mieterbund meinte dazu: "In meiner Idealvorstellung würde dieser Mietzuschlag abgeschafft." Und er fügte schmunzelnd hinzu, dass der Markt den Mietpreis regeln könnte. Ein durchaus ungewöhnlicher Vorschlag vom Deutschen Mieterbund. Schließlich endete er mit der Forderung, dass der Mieter ausschließlich so viel Mehrkosten haben soll, wie er auch an Energiekosten einspart.

Um die Mieter nicht übermäßig zu belasten, schlug der parlamentarische Staatssekretär des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Florian Pronold, etwas anderes vor. Die Modernisierungsumlage sollte nur bis zum Zeitpunkt laufen, an welchem die Sanierung gegenfinanziert ist. Die Miete soll also nicht zeitlich unbegrenzt erhöht werden können. Energetische Sanierung wäre für den Mieter so vielleicht bald wieder eine Möglichkeit, um Nebenkosten zu sparen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%