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exklusivESM: Gauweiler: Regierung muss Euro-Sonderfonds anlegen

von Christian Ramthun und Henning Krumrey

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler fordert die Bundesregierung auf, eine Rücklage von 168 Milliarden Euro zu bilden, um die deutschen Haftungsrisiken beim Euro-Rettungsfonds ESM kurzfristig bedienen zu können.

Klage gegen den Euro I

Schon im Gründungsvertrag der Europäischen Union, der am 7. Februar 1992 in Maastricht unterzeichnet wurde, war klar: Wichtige Währungsfragen sollen künftig gemeinsam entschieden werden. Die Wirtschafts- und Währungsunion war beschlossen, der Grundstein für den Euro gelegt. Der deutsche Bundestag ratifizierte den EU-Vertrag im Dezember 1992.

Kurz darauf wurde zudem die „Entwicklung der Europäischen Union“ in der Verfassung festgeschrieben. Gegen diese Kompetenzverlagerung klagten zahlreiche Deutsche vor dem Bundesverfassungsgericht - vom Grünen Hans-Christian Ströbele bis zum nationalliberalen Manfred Brunner (später Vorsitzender der Kleinpartei „Bund Freier Buerger - Die Freiheitlichen“; das Bild zeigt ihn bei einer Demonstration für eine Volksabstimmung über die Einführung des Euros).

Bild: dapd

„Die Bundesrepublik muss nun in der Lage sein, jederzeit den Kapitalabrufen des ESM nachkommen zu können, damit das deutsche Stimmrecht nicht suspendiert werden kann“, sagte CSU-Bundestagsabgeordnete und ESM-Kläger Peter Gauweiler nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegenüber der WirtschaftsWoche. Nach dem Urteil müssten „Bundestag und Bundesregierung für den gesamten deutschen ESM-Haftungsbetrag von 190 Milliarden Euro Vorsorge im Haushalt treffen“.

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Daraus folgert Gauweiler: „Nachdem in der aktuellen Haushaltsplanung nur 22 Milliarden Euro veranschlagt sind, wird ein Sonderfonds oder ein vorgehaltenes Sondervermögen in Höhe von 168 Milliarden Euro eingerichtet werden müssen. Ansonsten müsste die Regierung sicherstellen, dass sie den gleichen Betrag binnen einer Woche am Kapitalmarkt aufnehmen kann.“

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.09.2012, 05:10 UhrMV_

    Man sollte einfach für die Deutschen den alten Status des "Heloten" (=öffentlicher Sklave der Griechen) wieder einführen, da würde man sich viel Herumgeeiere und Vernebelung sparen.

  • 16.09.2012, 11:44 UhrPequod

    Damit dürfte unser wackerer Finanzminister weit überfordert
    sein, zumal nach Artikel 25, Absatz 2 des ESM-Ermächtigungs-
    gesetzes:
    Nimmt ein ESM-Mitglied die aufgrund eines Kapitalabrufs gemäß
    Artikel 9 Absatz 2 oder 3 erforderlichen Einzahlungen nicht
    vor, so ergeht an alle ESM-Mitglieder ein revidierter erhöhter
    Kapitalabruf, um sicherzustellen, daß der ESM die Kapitalein-
    zahlungen in voller Höhe erhält.
    Das würde, allein im Falle Spaniens, mit einem Targetsaldo von
    423 Milliarden Euro äußerst problematisch werden. Denn müßten
    die Targetsalden jährlich beglichen werden, wie das im FED
    System der U.S.A., so wären neben den anderen Zahlungsver-
    pflichtungen Spaniens, Spanien schon heute bankrott!
    Somit dürfte inzwischen auch jedem Nichtfinanzfachmann klar
    geworden sein, daß mit diesem ''Eurosystem'' diese ''EU''
    nicht mehr finanzierbar ist!

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