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EU-Kommission: Finanz-Transaktionssteuer immer unwahrscheinlicher

von Silke Wettach

Die Bundesregierung hatte die Einnahmen schon fest eingeplant. Jetzt droht eine Haushaltslücke von zwei Milliarden Euro, weil die neue Steuer für Banken in Europa auf immer mehr Gegenwehr stößt - auch von der EU-Kommission.

Ein Aktienhändler telefoniert Quelle: AP
Ein Aktienhändler telefoniert an der Boerse in Frankfurt am Main. Es wird befürchtet, dass mit der transaktionssteuer die Kursvolatilität nur angefacht wird Quelle: AP

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte es von Anfang an geahnt: Eine Finanzmarkt-Transaktionssteuer ist international nicht konsensfähig. Nachdem die 20 größten Industrienationen der Welt beim G20-Treffen in Toronto abgewinkt haben, formiert sich nun auch der Widerstand in Europa. In die Reihe der Skeptiker reiht sich auch die EU-Kommission ein. Die EU-Finanzminister werden das Thema Transaktionssteuer zwar noch bei ihrem Treffen am kommenden Dienstag besprechen. Aber das Projekt ist so gut wie tot.

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Merkel hatte die Steuer lange abgelehnt, im Mai dann aber eine Kehrtwende vollzogen und angekündigt, sich im Ausland für die Steuer einzusetzen. Maßgeblich war damals der Druck der CDU/CSU-Fraktion, die Gefallen an der Steuer gefunden hatte. Merkel sagte damals, dass sie die Stimmung in den anderen europäischen Ländern so ein, dass ein solcher Vorstoss durchaus erfolgversprechend sei.

Aktivität an den Märkten könnte zurückgehen

Die Kanzlerin wäre besser beraten gewesen, sich auf ihr Bauchgefühl zu verlassen. Mittlerweile spricht sich auf EU-Ebene nur noch Frankreich für eine Transaktionssteuer aus. Ansonsten finden sich keinerlei Unterstützer für eine Belastung der Finanzmärkte. Großbritannien, aber auch Schweden und die Niederlände melden massive Bedenken an, die nun auch von der EU-Kommission geteilt werden.

In einem unveröffentlichten Bericht von EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta heißt es, die Steuer könne „beträchtliche unerwünschte Effekte“ haben, indem es die Finanzierungskosten für Unternehmen und Regierungen erhöhe. Außerdem könnte eine Transaktionssteuer die Kursvolatilität an den Finanzmärkten sogar anfachen, weil die Gefahr bestehe, dass die Aktivität an den Märkten durch die Steuer zurückgeht und Anbieter somit weniger Abnehmer für ihre Produkte finden.

Die EU-Kommission sorgt sich darüber hinaus, dass die Steuer nicht ihr Ziel erreicht, diejenigen, die für die Finanzkrise verantwortlich sind, zur Kasse zu bitten. Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich hatten Politiker für die Steuer geworben, weil sie für Gerechtigkeit sorge. „Am Ende muss eine Belastung des Finanzsektors hinauskommen, der eine gewisse Solidarität mit den Bürgerinnen und Bürgern der Europäischen Union produziert“, sagte beispielsweise der im Auswärtigen Amt zuständige Staatssekretär Werner Hoyer. Die EU-Kommission weist nun aber darauf hin, dass die Steuer auch Pensionsfonds und Lebensversicherungen treffen und negative Auswirkungen für die breite Masse der Bürger haben könnte.

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.09.2010, 14:46 UhrAnonymer Benutzer: flinn

    Wer wohl diese Lücke, durch den nicht zustande kommende Transaktionssteuer, schließen darf. ich glaube hier muss man kein Nostradamus sein, um eine neue Steuerbelastung für den bürger zu erwarten. Aber was rege ich mich auf, wir arbeiten ja auch nur zu 80% im Jahr für den Staat und deren Führung und Portmonees.

    bei 100% nennt man es wohl erst Sklaverei.
    Und da sollen die bürger noch Mitleid und Verständnis aufbringen ?
    Da wundern man sich über die schlechte Spendenmoral.
    Alles über den Steuerabsetzungsbetrag ist ja mittlerweile selbstzerstörerisch.

    Die Verantwortlichen für die Finanzkrise sollte man wegen Hochverrat am deutschen Volke hinrichten lassen.

    Spätestens zu den nächsten Wahlen wird uns wieder eine Lüge nach der anderen erzählt.

  • 01.09.2010, 14:29 UhrAnonymer Benutzer: flinn

    Ja warum sollten auch die Vermögenden mal zur Kasse gebeten werden. Das geht natürlich nicht.

    begründet wird das mit vermuteten Rückgang der Aktivitäten am Markt. Sprich es wird weniger getradet. Aber die Trader werden wohl kaum ihre Aktivitäten ganz einstellen, dazu ist der Markt zu rentabel. Wo Profit gemacht werden kann, da macht man auch Profit. Es würde eher die Kleinanleger treffen. Kleine Geldgeschäfte würden sich nicht mehr rentieren und man hätte niemanden mehr von dem man das Geld auf sein Konto umschichten kann.

    An den Finanzmärkten wird kein Geld generiert, sondern nur umgeschichtet.

    Wie auch immer, die begründung das die Aktivitäten zurückgehen könnten, würde auch auf anderen Lebenssituationen zutreffen, wo es Frau. Merkel und Konsorten eher egal scheint.

    Und zwar bei den Steuern. Dadurch wird auch dort ein Rückgang der Marktaktivitäten verursacht, da der Kunde schlicht weniger kauft. Das zieht Firmenabwanderungen in billigländer und dadurch Arbeitslosigkeit in der bRD nach sich. Aber das ist ja egal, denn der Mittelstand hat ja keine Lobby.

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