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Kommentar Euro: Gabriel will Deutschland alle Schulden aufbürden

von Christian Ramthun

Der SPD-Chef plädiert für eine gemeinschaftliche Haftung aller Euro-Schulden. Das aber würde nur Deutschland schaden – und den anderen Ländern nichts nützen.

Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel plädiert für eine gemeinschaftliche Haftung aller Euro-Schulden. Quelle: dapd
Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel plädiert für eine gemeinschaftliche Haftung aller Euro-Schulden. Quelle: dapd

Sigmar Gabriel ist ein überzeugter Wiederholungstäter – das muss man ihm lassen! Der oberste Sozialdemokrat und mögliche Kanzlerkandidat will eine gemeinschaftliche Haftung für die Schulden aller Euro-Staaten. Und zwar bei gleichzeitiger strenger gemeinsamer Haushaltskontrolle; dieser Halbsatz gehört fairerweise mitgenannt, um ihn nicht gleich zu verurteilen, sondern vielleicht als wohlmeinenden Europäer zu klassifizieren. Allerdings stellt sich schon an dieser Stelle die Frage, wie er die strenge Haushaltskontrolle denn bitte gewährleisten möchte.

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Der Appell zu solider Haushaltspolitik ist schließlich bereits in den Maastrichter Stabilitätskriterien verankert. Nur hat sich niemand darum geschert, selbst die damalige rot-grüne Bundesregierung nicht, als sie zu Zeiten von Bundeskanzler Gerhard Schröder gleich in mehreren Jahren hintereinander dagegen verstieß.

Die Deutschen machten sich damals aber auf den mühevollen Weg von Konsolidierung und Sanierung (Die Hartz-Gesetze feiern in diesen Tagen ihr zehnjähriges Jubiläum). Doch die meisten anderen Länder haben sich einen Teufel um die Stabilitätskriterien geschert. Sie mussten erst von den Marktkräften zum Einlenken gezwungen werden. Selbst das ebenso reiche wie verschwenderische Italien schwenkte erst um, als die Zinslasten zu hoch wurden – was dann sogar den schillernden Premierminister Silvio Berlusconi zum Abdanken zwang.

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Und auf diese Mechanismen der Haushaltskonsolidierung will SPD-Chef Gabriel nun gleich wieder verzichten, kaum dass sie zu wirken begonnen haben. Statt dessen will er wieder auf eine gesetzliche (?) oder appellierende (?) Haushaltskontrolle setzen, die die Euro-Schuldenkrise nicht verhindert hat.

24 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.08.2012, 11:52 UhrBlickensdoerfer

    "Europa kostet uns zu viel, also weg damit." Eine anderen Weg habe nun die SPD gewählt: "Europa zu einer tatsächlichen Union zu machen - und zu diesem Zweck das Volk zu befragen, das über eine dafür nötige Änderung des Grundgesetzes entscheiden soll."
    Was wird denn gegenwärtig unter einer "tatsächlichen Union" verstanden? Immer mehr verstehen doch oder ahnen zumindestens, dass nicht "Europa" scheitert, wenn der Euro scheitert, sondern dass die Idee von einem "Europa" scheitert und mit ihm der Euro, wenn weiter "die Wettbewerbsfähigkeit der realen Wirtschaft in Nord- und Südeuropa auseinanderläuft".
    Sie fragen sich, wie ist das mit dem "Klein-Europa" Deutschland? Ist es mit seinen Ländern eine "tatsächliche Union", eine "Stabilitätsunion" und/oder "Schulden-Inflations-Transferunion"?
    Wird die "Wettbewerbsfähigkeit der realen Wirtschaft" seiner Länder" gleichermaßen stark werden, damit "Am Ende . . . überall ausgeglichene Haushalte stehen" und dann ab 2019 kein Finanzausgleich mehr erforderlich sein wird?
    Eine überzeugende Antwort "Deutschlands" auf diese Fragen, wie und womit es seine "Kleinstaaterei" überwinden wird oder glaubt aufrecht erhalten zu können, ist Voraussetzung über "Europa", über "Euro-Rettung" überzeugend reden zu können und überzeugen zu können, was eine tatsächliche Europäische Union sein könnte, wie sie zu erreichen wäre.
    Die Einsicht von der Notwendigkeit, diese Fragen überzeugend beantworten zu müssen, also Abschied nehmen zu müssen, es könne alles mit einer "Stabilitätsunion" so bleiben wie es ist, es könnte allgemein darüber "vom Volk" abgestimmt werden, ob es eine "tatsächliche Union" haben möchte oder den "Euro weg", mag zwar auch als schmerzlich empfunden werden. Doch erst mit einer überzeugenden Antwort auf diese Frage, kann die Einsicht in die Notwendigkeit für eine Entscheidung zu einer das Grundgesetz ablösenden Verfassung geweckt, könnte die "Bevölkerung erreicht" werden, sachkundig abstimmen zu können.

  • 07.08.2012, 21:37 Uhrpedrobergerac

    Würden die Regierungen ihr eigenes Geld aus der Luft schöpfen, bräuchten wir alle keine Steuern zu zahlen. Punktum.
    Warum belassen also die Regierungen das Geldschöpfungsmonopol bei den Banken?

  • 07.08.2012, 17:11 Uhrconforma

    Und dann muss ich auch lesen, dass ausländische Groß-Konzerne sich aus europäischen Ländern zurück ziehen. Mal ehrlich - was glauben denn diese ober-dämlichen und Realitäts-fernen EU-Führer und €uro-Politiker, was man der Wirtschaft noch alles zumuten darf. Wer ist denn noch so sau-dumm und lässt sich den ESM bieten, diese "EUROPÄISCH-SOZIALISTISCHE-MACHTERGREIFUNG" über die EU-Regierungen, die Parlamente und die Bürger - es ist die Entrechtung und Unterwerfung zur Installierung eines "Zentral-Sozialistischen-Europas", von der auch die Wirtschaft elementar betroffen ist. Und wer diesen sozialistisch-kommunistischen Gabriel hört, der die Billionen-Schulden der EU-Länder vergemeinschaften und vor allem Deutschland aufbürden will, kann nur noch einen einzigen Schritt tun - den Schritt weg aus Deutschland und bald auch weg aus Ganz-Europa. Es sind diese kranken Politiker, die uns schleichend in eine gigantische Katastrophe treiben werden. Die Endstufe in Europa wird Krieg sein, der von etlichen angesehenen Wissenschaftlern und Historikern voraus gesagt ist-

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