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Euro-Rettung: Bundesbank warnt vor Draghis Krisenkurs

Quelle: Handelsblatt Online

Das Versprechen des EZB-Chefs, den Euro um jeden Preis zu retten, stößt auf großen Widerstand in Deutschland. Nicht nur Politiker halten den Krisenkurs Draghis für gefährlich. Auch die Bundesbank stellt sich quer.

Mit deutlichen Worten hat sich die Bundesbank gegen einen möglichen Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) gestellt. „Der Mechanismus von Staatsanleihenkäufen ist problematisch zu sehen, weil dadurch falsche Anreize gesetzt werden“, sagte ein Sprecher der Bundesbank am Freitag in Frankfurt. Er reagierte damit auf Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi vom Donnerstag. Draghi hatte in London gesagt, die Zentralbank werde innerhalb ihres Mandats „alles Erforderliche“ tun, um den Euro zu erhalten. Er fügte hinzu: „Und glauben Sie mir, das wird ausreichen.“

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Märkte reagierten positiv

Diese Äußerungen hätten den angeschlagenen Märkten einen dringend notwendigen Schub verliehen, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital: Der Dow Jones Industrial rückte am Donnerstag um 1,67 Prozent auf 12.887,93 Punkte vor. Alle 30 Dow-Werte notierten im Plus. Der marktbreite S&P 500-Index stieg um 1,65 Prozent auf 1.360,02 Zähler. An der Technologiebörse kletterte der Nasdaq Composite Index um 1,37 Prozent auf 2.893,25 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verbesserte sich um 1,40 Prozent auf 2.584,85 Punkte.

Ein mögliches Instrument zur versprochenen Rettung des Euro ist der Aufkauf von Staatsanleihen von Krisenstaaten, das die EZB bereits umfassend genutzt hat. Allerdings ruht das Programm seit mehreren Wochen. Weil die Zinsen vor allem für Italien und Spanien inzwischen aber wieder auf Rekordhöhen gestiegen sind, wächst der Druck auf die EZB, wieder aktiv zu werden. Italien konnte am Freitag bereits eine Anleihe am Markt zu günstigeren Zinsen platzieren. Ob die EZB dabei aktiv war, blieb unklar. Auskunft über ihre Aktivitäten dazu gibt die Notenbank erst am Montag. Medienberichten zufolge soll die EZB aber bereits Pläne in der Schublade haben, im großen Stil spanische und italienische Staatsanleihen aufzukaufen. Der EFSF soll die Aktion durch Käufe am Primärmark unterstützen, schreibt die französische Tageszeitung "Le Monde".

Keine Banklizenz für EFSF

Der Bundesbank-Sprecher wandte sich zudem gegen die Forderung, den Rettungsschirm EFSF mit einer Banklizenz auszustatten. Dies wäre faktisch eine Staatsfinanzierung durch die Notenpresse und „ein fataler Weg“. Anders sähe es aus, wenn der EFSF Staatsanleihen von Schuldenländern aufkaufen würde. Dies wäre weniger problematisch als ein Eingreifen der EZB. Die kritischen Äußerungen belasteten die europäischen Aktienmärkte und den Euro. Der Dax baute seine Verluste aus und sank um 0,8 Prozent auf 6533 Punkte, der Euro fiel auf ein Tagestief bei 1,2240 Dollar, der Bund-Future stieg auf ein Tageshoch von 144,8 Punkten.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.07.2012, 21:38 UhrDolcefanniente

    Was soll das alles?
    Ihr Deutschen könnt doch sowieso nichts änderen dazu habt ihr seit 45 nicht mehr den "Arsch in der Hose".
    Wir haben euch doch schon 1991 (Masstrich) über den Tisch gezogen und tun es ständig wieder!
    Oder kennt ihr z.B. einen Deutschen der in den EU/EZB/IWF Gremien etwas zu sagen hat?
    Ja, sogar eure Opposition unterstützt uns dabei, die wollen sogar das ihr noch mehr Schulden von uns übernehmt.
    Wenn ihr dagegen etwas machen wollt, dann bringen wir die alte Platte/Leier von eurer Schuld, wirkt immer (Nur ihr habt ja Millionen ausgeknipst, oder ??) und schon springt ihr wieder wie ein braves Hündchen über das Stöckchen!
    Dann freut ihr euch, dass ihr für uns wieder zahlen und für HARZIV Löhne arbeiten dürft!
    Ich gehe jetzt erst einmal in die Taverne trinke ein Glas Rotwein und freue mich über das Dolce fa niente, und das ihr das alles bezahlt. Salute!!!!
    PS: Ich freue mich wenn ihr in das Bella Italia kommt, ihr werdet immer herzlich empfangen. Aber nur wenn ihr euer Geld hier ausgebt und nach 14 Tagen wieder nach Hause zurückkehrt und an die Arbeit geht. Wer soll den sonst die Schulden zahlen, wenn nicht ihr!!!
    Es lebe Europa, solange die Deutschen dafür zahlen!

  • 27.07.2012, 17:58 UhrEuro-Gegner

    Euro-Bonds durch die Hintertür.

    Dank Frau Merkel hat die Bundesbank in der EZB
    nichts mehr zu sagen.

    Unbequeme Reformen in den ClubMed Staaten sind
    nun nicht mehr notwendig. Die EZB repariert diese
    nicht vorhandene Wettbewerbsfähigkeit dieser Staaten.

  • 27.07.2012, 17:39 Uhrallesverloren

    Deutschland mit circa 82 MIo. Einwohnern hat in der EZB genauso viel zu sagen wie jedes andere Land, z.B. Zypern mit 800.000 Einwohnern oder Malta mit 420.000 Einwohnern oder Luxemburg mit 500.000 Einwohnern.

    Ein Pleite-Staat wie Zypern mit nur einem Prozent der deutschen Bevölkerungsanzahl hat genauso viel zu sagen wie Deutschland.

    Welche Deppen denken sich solche Systeme aus.

    Es scheinen auch keinerlei Skrupel bei den anderen Südländern zu bestehen, die EZB in ihrem Sinne auszunutzen, koste es Deutschland was es wolle.

    Deutschland kan sich vor der Ausplünderung nur schützen, indem es ebenfalls die Verträge bricht, also raus aus dem Euro.

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