Euro-Rettung: Merkel-Attacke im Netz

Euro-Rettung: Merkel-Attacke im Netz

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von Henning Krumrey

Der FDP-Europaabgeordnete Holger Krahmer publiziert auf Facebook ein satirisches Plakat und löst eine neue Debatte um die Politik der Bundesregierung aus.

Auf Facebook sorgt ein Anti-Merkel-Plakat für Wirbel. Es zeigt die Kanzlerin vor den kommunistischen Urahnen Marx, Engels, Lenin und Stalin und wirbt so für den CDU-Parteitag im November in Leipzig. Klarer gesagt: Es ist ein altes SED-Plakat, ergänzt um die CDU-Kanzlerin. Das Pikante: Ins Netz gestellt hat es der FDP-Europaabgeordnete Holger Krahmer, verbunden mit dem skeptischen Kommentar: „Ich glaub, dieses Bild kostet mich ein paar Freundschaften.“

Doch die Reaktionen waren ganz anders. „Meine nicht“, schrieb ein Klaus Schlenstedt gleich im ersten Kommentar. Eifrig drückten die Nutzer den „Gefällt mir“-Knopf. „Das Quartett im Hintergrund hatte deutlich klarere politische Prämissen als Frau Merkel...“, setzte sich die Kritik fort, ergänzt um Zeilen aus dem alten SED-„Lied der Partei“: „.. und aus lenin'schem Geist wächst von Stalin geschweißt die Partei, die Partei, die Partei!“ Mit gespielter Empörung distanzierte sich ein Zyniker: „Ich finde diesen Versuch der Verharmlosung der Politik der Frau Merkel widerlich!“

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Offene Debatte

Zusammengebastelt hatte das Plakat Christian Bauer, Mitglied des FDP-Bezirksvorstandes Westfalen-Lippe. Vorsitzender dort ist der FDP-Euro-Rebell und Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler. Auch Bauer sieht die Eurorettung und den Rettungsschirm ESM skeptisch – „das ärgert mich und treibt mich als Familienvater um“, sagt Bauer. „Man bekommt den Eindruck, dass das ganz schön sozialistische Züge hat.“ Also machte sich Bauer für den Privatgebrauch einen Spaß, nahm Merkels Konterfei und montierte es in das historische Parteitagsplakat der SED für deren Parteitag 1950 – ebenfalls in Leipzig. Über Parteifreunde gelangte die Montage zum Leipziger FDP-Europaabgeordneten Krahmer; Bauer ahnte von der Veröffentlichung auf Facebook nichts.

Krahmer gehört zu jenem langsam wachsenden FDP-Flügel, der gern eine offene Debatte führt. Entsprechend hält sich Krahmer mit seiner Skepsis über den aktuellen Kurs auch der eigenen Partei nicht zurück. „Ich sag’s mal ganz vorsichtig: Wir müssen wohl erst eine Ära Steinbrück überstehen, bevor das ‚bürgerliche Lager’ überhaupt wieder eine Chance auf politische Mehrheiten hat“, schreibt der Europaabgeordnete in seinen Kommentierungen. „Steinbrück ist eine große Gefahr für die derzeitige ‚Esoteriker-FDP’. Der ist nämlich für viele potentielle FDP-Wähler ein wählbarer Kanzlerkandidat.“

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