Europawahl: Henkel will für die AfD nach Brüssel

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Hans-Olaf Henkel will für die AfD nach Brüssel.

von Max Haerder

"Scheitert der Euro nicht, dann scheitert Europa" – mit Sätzen wie diesem will der Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel Wahlkampf für die Alternative für Deutschland machen. Sein Ziel: Ein Sitz im Europaparlament.

Die FDP hatte ihn mal gefragt, klar. Die SPD – Überraschung – auch. Und als Unterstützer der Freien Wähler hat sich Hans-Olaf Henkel tatsächlich mal eine Zeit lang versucht, aber das sei nur eine „Liaison“ gewesen, sagt Henkel. Aus. Vorbei. Nichts Ernstes.
Ernst hingegen meint es Henkel jetzt mit der Alternative für Deutschland. Er ist nun offizielles Mitglied der Partei, mit der er bereits im Bundestagswahlkampf offen sympathisierte und die dann knapp den Einzug in den Bundestag verfehlte. Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke und sein neues, prominentes Zugpferd machen bei der gemeinsamen Vorstellung in Berlin gar kein Hehl daraus, dass sie diese Konstellation beide als Win-win-Situation par excellence empfinden: Hier der ehemalige Präsident des BDI, Ex-Chef von IBM Europa, Autor eurokritischer Sachbücher („Die Euro-Lügner: Unsinnige Rettungspakete, vertuschte Risiken - So werden wir getäuscht“) und nicht mehr ganz so oft gebuchter Talkshow-Zampano – dort die konservativ-freiheitliche Partei mit Anziehungskraft auch für so manchen Durchgeknallten, die dringend mal wieder gute Nachrichten braucht. Aufmerksamkeit für beide, wunderbar.

Hans-Olaf Henkel "Der Euro hat verheerende Nebenwirkungen"

Hans-Olaf Henkel mischt jetzt bei der AfD mit und will mit ihr ins Europaparament. Im Interview gibt er den Ton an – mit harten Attacken auf Euro-Befürworter und Sympathiebekundungen für Euro-Kritiker wie Thilo Sarrazin.

Der ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel: "Seit meine Mitgliedschaft in der AfD öffentlich geworden ist, ist das Sperrfeuer deutscher Medien gegen mich noch dichter geworden." Quelle: AP

Inhaltlich, so viel ist sicher, passt Henkel perfekt zur AfD. Er geißelt die „verheerenden ökonomischen und politischen Nebenwirkungen der Eurorettung“, er plädiert für ein „Europa der souveränen Staaten“, für mehr nationale Eigenverantwortung und weniger Gleichmacherei. „Die Vergemeinschaftung von Schulden hat mit Eigenverantwortung nichts zu tun“, lautet so ein Henkel-Satz. Für ihn ist die AfD eine „eurokritische, aber europafreundliche Partei“. Und, nebenbei: die einzig liberale.
Für die späte Politkarriere lässt der 73-Jährige seine sonstigen Verpflichtungen auslaufen. Das Aufsichtsratsmandat bei Continental gibt Henkel unter anderem ab, ebenso seine Berater-Tätigkeit für eine US-Bank. Auch in Roman Herzogs „Konvent für Deutschland“ wird er nicht mehr weiter mitmischen. Tatsächlich setzt Henkel ganz auf ein politisches Mandat: In der Partei wolle er nichts werden, lässt er wissen, aber einen guten Listenplatz für die Europawahl hätte er sehr gerne. Platz eins gebühre natürlich Lucke selbst, aber Platz zwei oder drei? „Ja, sowas“, sagt Henkel. Ein Zweifel, dass die Parteimitglieder ihrem bekannten neuen Gesicht den Wunsch versagen könnten? Nicht zu erkennen.

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Die AfD, sagt er, werde sich spätestens nach der Europa- und den Landtagswahlen als „politische Kraft etabliert“ haben. In anderen EU-Ländern seien eurokritische Parteien eine Normalität, nur hierzulande nicht. Hier gäbe eben eine gesellschaftlich-mediale Übereinkunft, meint Henkel, die ökonomische Kritik am Euro als pauschale Europakritik zu marginalisieren.
Für ihn gipfelt diese vermeintliche Verschwörung im berühmten Satz der Kanzlerin: „Wenn der Euro scheitert, dann scheitert Europa.“ Henkel gibt einen Vorgeschmack darauf, dass er als Wahlkämpfer die Kunst der Zuspitzung beherrscht. Seine Antwort auf Angela Merkel geht so: „Scheitert der Euro nicht, dann scheitert Europa“

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