Ex-Bundesbankpräsident: Schlesinger zieht bei Staatsanleihen Parallele zu Kriegszeiten

Ex-Bundesbankpräsident: Schlesinger zieht bei Staatsanleihen Parallele zu Kriegszeiten

von Konrad Handschuch

Der frühere Bundesbankpräsident Helmut Schlesinger vergleicht den Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) mit der Geldpolitik in Kriegszeiten.

„Es ist die Methode der Kriegsfinanzierung Deutschlands im Ersten Weltkrieg, der Kriegsfinanzierung Deutschlands im Zweiten Weltkrieg und der Kriegsfinanzierung vieler anderer Länder. Ergebnis war überall Inflation oder Währungsreform“, sagte Schlesinger im Interview mit der WirtschaftsWoche. Den künftigen Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann forderte er auf, sich bei der europäischen Notenbank für ein Ende der Anleihekäufe einzusetzen. „Die EZB könnte diese quantitative Lockerung jeden Tag stoppen“, so Schlesinger, der von 1991 bis 1993 Präsident der Deutschen Bundesbank war.

Schlesinger warnt vor versteckter Staatsverschuldung durch den EU-Rettungsfonds

Schlesinger warnte außerdem vor einer Ausweitung der versteckten Staatsverschuldung im Euro-Raum infolge einer dauerhaften Installierung des EU-Rettungsfonds. „Es darf doch daraus kein Geschenk an die Finanzminister werden: Zu Hause schmieden sie Stabilitätspakte und schwören sich auf neue Schuldengrenzen ein – und dann finanzieren sie sich über den europäischen Fonds“, sagte Schlesinger im Interview mit der WirtschaftsWoche. Als Lösung schlug der von 1991 bis 1993 amtierende Bundesbankpräsident vor, die Kreditaufnahmen dieses Fonds entsprechend den Haftungsanteilen der nationalen Staatsverschuldung zuzurechnen. „Geschieht das nicht, besteht die Gefahr der Umgehung der Schuldenbegrenzungen in den einzelnen Ländern“, sagte der frühere Notenbanker.

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