Ex-Bundespräsident: Wulff erwartet Entschädigung

Ex-Bundespräsident: Wulff erwartet Entschädigung

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In einem Streitgespräch äußerte sich Wulff erstmals im 'Spiegel'.

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff erwartet nach seinem Freispruch im Korruptionsprozess eine Entschädigung vom Land Niedersachsen. Außerdem fordert er strengere Regeln des Presserats.

„Ich könnte Hunderttausende Euro Anwaltskosten als Schadensersatz vom Land Niedersachsen einklagen“, sagte Wulff dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Eine „Prüfung durch angesehene Juristen“ habe „klar ergeben, dass ich mit einer Klage auf Staatshaftung des Landes Niedersachsen große Aussicht auf Erfolg hätte“. Wulff setzte hinzu: „Eigentlich will ich von dieser Art der Auseinandersetzung aber Abstand nehmen. Es wird hoffentlich eine angemessene Anerkennung von Kosten der Verteidigung geben, wenn auf der anderen Seite 14 Monate lang 24 Ermittler tätig sind.“

Außerdem hat Wulff eine Überarbeitung der Regularien des Presserats gefordert. Auswüchse in der Berichterstattung ließen sich so im Interesse des Ganzen strenger ahnden, sagte Wulff dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die Medien müssten sich immer wieder kritisch fragen, ob sie mit ihrer großen Macht auch verantwortungsvoll und korrekt umgingen. „Was ich beklage, ist die Verrohung des Diskurses, diese ganze Häme, mit Diffamierung und Denunziationen“, sagte Wulff.

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Die besten Sprüche aus Wulffs Buch "Ganz oben Ganz unten"

  • Der Rücktritt

    "Der Rücktritt war falsch. Ich wäre auch heute der Richtige im Amt."

  • Wulff-Bashing

    „Das Wulff-Bashing begann am Tag nach meiner Nominierung für das Amt des Bundespräsidenten.“

  • Schweigen der politischen Klasse

    „Die politische Klasse verfiel […] am Ende meiner Amtszeit in ein allgemeines Schweigen zu meinem Fall. Aus Populismus oder aus Angst, selbst Opfer von Medien zu werden.“

  • Skandale und die "Bild"-Zeitung

    „"Bild" ist niemals der ganze Skandal, aber ohne "Bild" ist der ganze Skandal nichts.“

  • Zum ersten Mal geweint

    "Ob der Bundestagspräsident denn eigentlich wisse, dass der Bundespräsident mit einer ehemaligen Prostituierten verheiratet und daher von Zuhälter- und Rockerkreisen erpressbar sei. Als ich kurz nach meinem Rücktritt von dieser Infamie erfuhr, habe ich zum ersten Mal geweint."

Selbstkritisch räumte der 55-Jährige ein, dass er es im privaten Bereich bisweilen an Fingerspitzengefühl habe fehlen lassen, etwa bei seinem Ferienaufenthalt im Haus des befreundeten Unternehmers Carsten Maschmeyer. Ein Bundespräsident sollte Distanz wahren, sagte Wulff. „Und diese Distanz war bei diesem Urlaub, obwohl ich ihn selbst bezahlt habe, nicht gewahrt. Aber wenn Sie solche Maßstäbe an Politiker so unbarmherzig und rigoros anlegen, dann können Sie sich Politiker künftig im Kloster ausleihen.“

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Wulff war Ende Februar nach monatelangem Verfahren vom Vorwurf der Vorteilsnahme in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident freigesprochen worden. Es ging um rund 720 Euro Hotel- und Bewirtungskosten. Anfang 2012 war er vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität beantragt hatte. Für diesen Antrag machte Wulff den damaligen niedersächsischen Justizminister und CDU-Parteifreund Bernd Busemann mitverantwortlich.

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