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Ex-Fraktionschef: Merz für Mindestlohnpläne

Quelle: Handelsblatt Online

In der Debatte um den Mindestlohn hat sich ein alter Bekannter zu Wort gemeldet: Der ehemalige Fraktionschef der CDU, Friedrich Merz, unterstützt die Pläne der Christdemokraten.

Friedrich Merz unterstützt die Mindestlohnpläne der CDU. Quelle: dapd
Friedrich Merz unterstützt die Mindestlohnpläne der CDU. Quelle: dapd

BerlinDer frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz hat sich hinter die umstrittenen Mindestlohnpläne seiner Partei gestellt. „Eine so wohlhabende Gesellschaft wie unsere muss doch in der Lage sein, wenigstens 7,50 Euro für die Stunde zu bezahlen“, sagte Merz der „Bild“-Zeitung (Freitag). Er sei bereits seit Jahren für eine einheitliche gesetzliche Lohnuntergrenze, sagte Merz, der in seiner aktiven Zeit zum Wirtschaftsflügel der CDU zählte.

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Die von der CDU angepeilte Lohnuntergrenze, die sich am Niveau der Zeitarbeit orientieren soll, sei gerade einmal der Sozialhilfesatz für eine vierköpfige Familie. „Alles andere sollen dann die Tarifparteien in eigener Verantwortung regeln“, sagte Merz. Der 55-Jährige, der von 2000 bis 2002 Fraktionsvorsitzender der Union war, hat heute keinen hochrangigen CDU-Posten mehr.

Auf dem CDU-Bundesparteitag in Leipzig in eineinhalb Wochen soll über den Antrag für eine flächendeckende Lohnuntergrenze in Branchen ohne Tarifvertrag abgestimmt werden. Der Mindestlohn in der Zeitarbeit beträgt derzeit im Osten 7,01 Euro und im Westen 7,89 Euro.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.11.2011, 13:20 UhrAnonymer Benutzer: nicolo

    Erfreulich, dass sich ein erklärter Wirtschaftliberaler wie Herr Merz so klar positioniert! Nicht alle Regelungen, die zunächst isoliert betrachtet zu einem Arbeitsplatzabbau führen könnten, sind auch volkswirtschaftlich schädlich! Die gleiche Diskussion könnte man auch bei jeder anderen Mindestauflage (Urlaub, Arbeitszeit, Grenzwerte am Arbeitsplatz etc.) führen.

    Entscheidend ist doch, ob der Staat mit einem Mindestlohn "besser fahren" würde als mit der jetzigen Regelung, d.h. ob ein durch den Mindestlohn verursachter Arbeitsplatzabbau volkswirtschaftlich nachteiliger ist als die permanente Lohnaufstockung durch Hartz IV. Die meisten Studien besagen aber, dass bei den oben skizzierten Mindestlöhnen ein volkswirtschaftlicher Gewinn erzielt wird.

    Von den moralischen und ethischen Vorteilen für die Gesellschaft(Wert der Arbeit, Selbstwertgefühl) ganz zu schweigen.

  • 04.11.2011, 12:52 UhrAnonymer Benutzer: Hopple

    Auch ich bin für einen Mindestlohn. Allerdings muss klar sein, dass sich dadurch für alle die Kosten, z.B. beim Friseur steigen und es eventuell mehr Arbeitslose gibt. Aber die Firmen, die bisher Lohndumping betreiben, werden etwas in die Schranken gewiesen. Aufstocker wird es auch weiterhin geben. Gerade Teilzeitarbeiter oder Alleinerziehende wird der Mindestlohn auch nicht retten.

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