Ex-SAP-Chef Kagermann: "2012 wird es ernst"

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Ex-SAP-Chef Kagermann: "2012 wird es ernst"

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Henning Kagermann freut sich über elektromobile Fahrzeuge; um in Serie zu produzieren gehöre aber mehr, so der promovierte Physiker.

von Reinhold Böhmer

Der ehemalige SAP-Chef Henning Kagermann, Multiaufsichtsrat und Berater der Bundesregierung sieht den Atomausstieg wackeln, fordert eine neue Rolle des Staates – und bescheinigt vielen Unternehmen, eine neuerliche Krise wie 2008 ohne Verluste überstehen zu können.

WirtschaftsWoche: Herr Kagermann, kennen Sie Sirri Karabag?

Kagermann: Nein, wer soll das sein?

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Das ist der Sohn eines türkischen Immigranten und einer Deutschen, der bisher die meisten Elektroautos in Deutschland auf den Markt gebracht hat: rund 600 umgebaute Fiat 500, die pro gefahrenen Kilometer sogar billiger sind als mit Verbrennungsmotor.

Ach ja, ich erinnere mich. In so einem Fiat habe ich schon mal gesessen. Von solchen Umbauten gibt es ja einige.

Zur Person Kagermann

  • SAP

    Henning Kagermann, 64, gilt als bestens vernetzt in der deutschen Wirtschaft. Der promovierte Physiker war von 2003 bis 2009 Chef des größten deutschen Softwarekonzerns SAP und wurde danach Präsident der renommierten Deutschen Akademie der Technikwissenschaften Acatech.

  • Plattform Elektromobilität

    Im Rampenlicht steht der Niedersachse wieder, seit ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel im Mai 2010 an die Spitze der Nationalen Plattform Elektromobilität berief. Dort soll er mit Unternehmen, Politikern und Verbänden die Entwicklung des Elektroautos in Deutschland vorantreiben.

  • Aufsichtsratmandate

    Gleichzeitig sitzt Kagermann im Aufsichtsrat von Deutscher Bank, Deutscher Post, Munich Re und Nokia. Daneben ist er einer der Direktoren am Centrum für Bilanzierung und Prüfung in Saarbrücken, das zu den führenden Instituten für Wirtschaftsprüfung in Deutschland zählt.

Hatten Sie schon mit Jörg Mosolf zu tun?

Nein, tut mir leid.

Das ist ein schwäbischer Logistikunternehmer, der die Rohkarossen für den erfolgreichen Hamburger Elektroautobauer zusammenschweißt.

Wollen Sie ein Quiz mit mir veranstalten?

Nein, wir fragen uns nur, weshalb bei einer epochalen Entwicklung wie dem E-Auto die deutschen Paradekonzerne VW, Daimler und BMW hinter den Mittelständlern Karabag oder Mosolf zurückstehen.

Zunächst einmal freue ich mich über jeden, der sich konstruktiv mit dem Thema Elektromobilität beschäftigt. Meine Lebenserfahrung sagt mir aber: Bei Innovationen sind Schnellschüsse kein Garant für den Erfolg. Und was die großen Unternehmen anbetrifft, so haben die tolle Marken und einen Ruf zu verlieren.

Bei ihnen erwarten die Kunden auch bei Elektroautos, dass sie den Markenkern und ein besonderes Maß an Perfektion wiederfinden. Deshalb bereiten diese Unternehmen den Gang auf den Markt mit Elektroautos besonders gründlich vor. Was hat ein kleiner Anbieter dem gegenüber zu verlieren? Die Großserie ist eine völlig andere Herausforderung, als ein paar Autos umzubauen, die durchaus schön und nett sein mögen.

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