Ex-Verteidigungsminister ist tot : Peter Struck - ein Mann für schwere Aufgaben

Ex-Verteidigungsminister ist tot : Peter Struck - ein Mann für schwere Aufgaben

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Peter Struck starb nach Angaben eines Sprechers der Familie am Mittwoch im Alter von 69 Jahren nach einem schweren Herzinfarkt in einem Berliner Krankenhaus.

von Cornelia Schmergal

Der frühere Verteidigungsminister Peter Struck ist im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

An diesem Tag steht in der politischen Hauptstadt für einen Moment die Zeit still. Peter Struck ist tot. Die Nachricht kam überraschend, und sie erwischte Weggefährten und Parteifreunde kalt.  Mit 69 Jahren starb der SPD-Politiker und Ex-Bundesverteidigungsminister an den Folgen eines Herzinfarkts. Es gab kaum einen anderen Politiker, der in seiner eigenen Partei und allen anderen politischen Lagern dermaßen geschätzt wurde.  CDU-Fraktionschef Volker Kauder nannte ihn einen „Freund“. Und nicht nur er wird ihn in Berlin vermissen.   

Ein großer Sozialdemokrat ist gegangen. Einer, der mit seiner rauchigen Stimme auch die nachdenklichen Töne beherrschen konnte, der - wo es nötig war – laut werden konnte. Einer, der über einen gesegneten Mutterwitz verfügte und der die Debatte auch mit Kritikern schätzte. Die mussten über Jahre nur eine Regel akzeptieren: In Strucks Büro wurde passioniert Pfeife geraucht. Solange, bis kleine Schwaden aufzogen.

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Video: Peter Struck ist tot

Ohne Peter Struck, so viel ist sicher, hätte die große Koalition zwischen 2005 und 2009 niemals funktionieren können. Legendär ist die Geschichte der kleinen Treppe, die die Büroflügel der Fraktionschefs von SPD und CDU/CSU verband, und auf der Struck und Kauder gleichermaßen viel unterwegs waren, um schwierige Vorhaben durch das Parlament zu bringen. So professionalisierten die Kunst der Treppendiplomatie. Legendenstatus erlangte seither das so genannte „Strucksche Gesetz“, nach dem kein Vorhaben das Parlament so verlässt – wie es hineingekommen ist. Oder kurz gesagt:  Wer Kompromisse schmieden kann, der schmiedet auch Mehrheiten. Keiner beherrschte diese Kunst wie Struck. Der promovierte Jurist war der Mann für die schweren Aufgaben.

Da war nicht nur die stets etwas renitente SPD-Fraktion. Struck führte die Sozialdemokraten im Bundestag von 2005 bis 2009. Zuvor amtierte er im rot-grünen Kabinett als Bundesverteidigungsminister. Auch das war mehr als eine Herausforderung. Schließlich musste Struck auch den Afghanistan-Einsatz verteidigen, mit dem die rot-grünen Abgeordneten anfangs haderten. So wird ein Satz Strucks sich irgendwann in den Geschichtsbüchern finden: „Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt.“ Kaum ein Verteidigungsminister war in der Truppe derart beliebt wie Struck. Da lag auch daran, dass Peter Struck sein Amt ausübte, auch als er nach einem Schlaganfall gesundheitlich angegriffen war. Das war seine Art der Pflichterfüllung. Tapfer sein bis zuletzt. Durchhalten.

Für die Hauptstadt kam Strucks Tod überraschend. Erst am Anfang der Woche war er zum Vorsitzenden der Friedrich-Ebert-Stiftung wiedergewählt worden.

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