Expo 2010 Shanghai: Ein Stahl-Kristall als deutscher Repräsentant in China

Expo 2010 Shanghai: Ein Stahl-Kristall als deutscher Repräsentant in China

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Computersimulation des im Bau befindlichen deutschen Pavillons für die Expo 2010 in Shanghai (undatiertes Handout). Die Bundesregierung beteiligt sich mit einem Gesamtbudget von etwa 50 Millionen Euro an der Weltausstellung, die vom 01. Mai bis 31. Oktober 2010 in der chinesischen Metropole stattfindet. Foto: Milla und Partner/ Schmidhuber Kaindl (zu dpa 0528 - Achtung: Abdruck nur mit Credit: "Foto: Milla und Partner/Schmidhuber Kaindl") (c) dpa - Bildfunk

Am 1. Mai beginnt die Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai. Auf dem wichtigen chinesischen Exportmarkt will die Bundesregierung punkten. Deutschland präsentiert sich mit modernen Stadtbau-Projekten, Erfindergeist – und deftigem Essen.

Die Besucher, die ab Mai den deutschen Pavillon auf der Expo Shanghai betreten, müssen sich auf Widersprüche einstellen. Willkommen im modernen Deutschland wird dann so aussehen: Sauerkraut, Kartoffelsuppe und Rotkohl im Restaurant. Und so aber auch: Mikroprozessorgestütze Beinprothesen, künstliche Spinnenseide oder der Hamburger Prestigebau Elbphilharmonie.

All das und noch einiges mehr soll Platz finden im deutschen Bau, der vom Münchner Architekturbüro Schmidhuber und Kaindl entworfen wurde. Ein „Schaufenster unseres Landes“ sei die Präsenz auf der größten Expo aller Zeiten, sagt der Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Auf dem chinesischen Markt, nach dem EU-Binnenmarkt und den USA der wichtigste der Welt, will man sich präsentieren. Das Selbstverständnis als Wirtschaftsnation, Innovationsführer, aber auch als Reiseland zu transportieren – nichts weniger muss diese Botschaft auf Zeit leisten. „China bezeichnet sich selbst als Schwellenland – eine klare Untertreibung“, unterstreicht Brüderle die Bedeutung. Die deutsche Expo-Präsenz, die unter Federführung seines Wirtschaftsministeriums läuft, müsse deshalb „die Kernkompetenzen der Bundesrepublik“ zeigen.

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Entstanden ist aus dem Anspruch eine zerklüftete, aufgeschnittene Stahlkonstruktion, die von einer transparenten Membran umspannt wird. Deutsche Ingenieurskunst strahlt der technisch und kühl wirkende Bau aus. Die schimmernde Membran ist eine Spezialentwicklung, gut gegen die Mai-Sonne und zugleich mit exzellenten Dämmeigenschaften für die Innenräume ausgestattet. Ein Kristall für Shanghai.

„Better city, better life“ ist das Leitmotiv der Chinesen. Die deutschen Gäste interpretieren dies mit ihrer Vision einer so genannten „Balancity“. Stadt (city) im Gleichgewicht (balance) soll das heißen, der Einklang von Tradition und Fortschritt, Natur und Zivilisation. Durch Unterwasser-Tunnel, über Laufbänder und quer über begrünte Pfade soll sich der Besucher seinen Weg ins Innere bahnen. Ein Streifzug durch Fabriken und Labors und durch die Stadt von morgen. Vorreiterprojekte wie das Hamburger Stadtentwicklungsprojekt HafenCity stellt der Pavillon vor, Freiburger Solarsiedlungen oder die Umgestaltung ehemaliger ostdeutscher Plattenbau-Siedlungen.

Die größte Expo aller Zeiten

Der deutsche Beitrag geht den Trend zur Größe mit. Die 2010er Ausgabe der Expo in Shanghai wird auf rund 5,3 Quadratkilometern und mit erwarteten 70 Millionen Besuchern die größte Weltausstellung aller Zeiten. Der deutsche Pavillon ist ebenfalls der größte, mit dem die Bundesrepublik sich je präsentiert hat; das Gesamtbudget von 50 Millionen Euro ein weiterer Rekord.

Organisiert und vor Ort verwaltet wird der Pavillon von der Koelnmesse. Die Ansprüche der Betreiber, die auch schon die letzten deutschen Expo-Auftritte betreuten, sind groß. 2005 in Japan zeichneten die Veranstalter Deutschland mit einer Goldmedaille für den Auftritt vor Ort aus. Daran, sagt Koelnmesse-Chef Gerald Böse, „wollen wir anknüpfen".

Ganz für den Schluss des Besucherrundgangs durch den Pavillon haben sich die Veranstalter deshalb eine beeindruckende technische Spielerei aufgehoben: die so genannte Energiezentrale. In einer dreistöckigen Rotunde pendelt eine mannshohe Kugel durch den Raum, bestückt mit tausenden LED-Lichtern. Dank Akustiksensoren, die einen Motor steuern, sollen die Besucher mit Rufen und Schreien die Kugel zum Schwingen und Leuchten bringen können. Schöner, überwältigender und unnützer war deutscher Erfindergeist selten.

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