Exzesse der Kümmerpolitik: Spielen mit Staatsknete

KommentarExzesse der Kümmerpolitik: Spielen mit Staatsknete

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Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, bei einem Besuch in einer neuen Kindertagesstätte.

von Ferdinand Knauß

Der Zustrom der Flüchtlinge gibt dem Kümmer-Wahn in den Ministerien neue Nahrung. Mündige Bürger und freie Wirtschaftsakteure wird man durch solchen Paternalismus kaum hervorbringen.

Vor wenigen Tagen kam mal wieder eine dieser Pressemitteilungen aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Staatssekretär Ralf Kleindiek lobt darin das Projekt „Willkommenskultur durch Spiel –Spielmobile an Flüchtlingsunterkünften“. Im Rahmen dessen fahren 350 „rollende Spielplätze“ nun neben allen möglichen anderen öffentlichen Plätzen auch Flüchtlingsunterkünfte an. Das Ministerium gibt dazu bekannt: „Die Kinder … hatten sichtlich Spaß am Spielen“.

Klar. Spielende Kinder sind wunderbar. Auch dem Ziel, die jungen Einwanderer „mit den Lebensverhältnissen in Deutschland vertraut“ zu machen, kann man wohl kaum widersprechen. Selbstverständlich sollen sich die Kinder aus der Notunterkunft in der Berliner Smetanastraße möglichst wohlfühlen – wie alle anderen Kinder auch. Selbstverständlich ist es schön, wenn sie beim Spielen „mit Kindern aus der Nachbarschaft zusammen“ kommen. Möglicherweise fördert das sogar wirklich den Spracherwerb, wie Kleindiek in der Pressemitteilung behauptet.   

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Aber dass ausgerechnet der Staat und seine höchsten Organe fürs Spielen zuständig sein sollen, das ist ganz und gar nicht selbstverständlich. Haben nicht alle Kindergenerationen mehr oder weniger glücklich ohne staatliche Spielmobile gespielt? Dem Autor dieser Zeilen jedenfalls hat in seiner Kindheit ein wildes Wiesengrundstück mit wahlweise Fußball oder ein paar Schaufeln und Brettern zum Spielglück genügt. Ein Spielmobil und erst recht einen Staatssekretär hat er dabei nie vermisst.

Nun gut, das ganze Projekt der „Bundesarbeitsgemeinschaft der mobilen spielkulturellen Projekte“ kostet den Steuerzahler von 2016 bis 2018 rund drei Millionen Euro. Es wird Wolfgang Schäuble und dem Bund der Steuerzahler keine schlaflosen Nächte bereiten. Aber wer auf den Presseverteilern des BMFSFJ und anderer Ministerien und Behörden steht, erfährt alltäglich, dass es Hunderte, vielleicht Tausende solcher Projekte gibt. Die Ministerien brüsten sich mit den vielen Menschen, um die sie sich kümmern.

Zum Beispiel lässt sich das BMFSFJ auch die Unterstützung der „Identitätsbildung“ junger Fußballfans eine halbe Million Euro jährlich kosten. Die entsprechenden Projekte „wollen ihnen dabei helfen, ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen, für ihre Interessen eintreten zu lernen, gegen Diskriminierungen und für demokratische Werte und Fair Play einzustehen.“

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