Facebook-Party : Seehofers Sause im P1

Facebook-Party : Seehofers Sause im P1

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Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer im Münchener Club P1

von Matthias Kamp

Am Ende kamen doch nur einige Hundert Gäste zur Facebook-Party von Horst Seehofer. Doch die hatten Spaß – vor allem die Vertreter der politischen Konkurrenz.

Die Sonne hat sich längst gesenkt über Münchens Englischem Garten als Horst Seehofer zwischen den blau und weiß angestrahlten Säulen des Hauses der Kunst hervortritt. Es ist kurz nach neun. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident schreitet die Stufen hinab in Richtung Eingang des P1. Dort haben die CSU-Truppen für ihn einen blau-weißen Torbogen errichtet. „Horst  Seehofer Facebook Party, Powered by CSU“ steht darauf. Die Christsozialen wollen sich einen modernen Anstrich geben. Nach den Landtagswahlen in Bayern im kommenden Jahr wollen sie wieder alleine regieren, statt wie jetzt in einer Koalition mit der FDP. Also will Seehofer bei den jungen Leuten auf Stimmenfang gehen.

Mehr als 2500 Gäste hatten sich über Facebook für die CSU-Fete in Münchens Nobeldisco P1 angemeldet. Allenfalls einige Hundert sind gekommen. CSU-Offizielle und Journalisten sind den ganzen Abend in der Überzahl, auch wenn die CSU behauptet, es seien rund 1000 Gäste gekommen. Seehofer genießt den Auftrieb trotzdem, als er sich dem P1 nähert. Nur mühsam können seine Beschützer ihm einen Weg durch die Menge aus Kameraleuten, Reportern und Parteifreunden bahnen. Auch Vertreter der politischen Konkurrenz haben sich unter die Massen gemischt.

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Stefan Körner schubst und schiebt ein wenig, dann steht er auf einmal direkt vor Seehofer. Körner ist bayerischer Landesvorsitzender der Piraten Partei, und er hat ein Anliegen. Körner zieht eine grau-orangefarbene Plastikkarte im Scheckkartenformat aus seinem Jackett. Es ist ein Mitgliedsausweis der Piraten, ausgestellt auf den Namen Horst Seehofer, Mitgliedsnummer 1337. Mit einem breiten Grinsen überreicht Körner Seehofer das Kärtchen. Der entgegnet brav, fast verlegen und wenig schlagfertig: „Ich bleibe trotzdem CSU-Mitglied“ und schiebt noch ein „Dank Dir“ hinterher. Seehofer will locker wirken auf seiner Facebook Party: „Man duzt sich doch in der Szene, oder“, fragt der CSU-Chef. Körner wird immer entspannter. „Nicht unbedingt“, lächelt der Pirat.

Sie treiben ihren Spaß mit Seehofer an diesem Abend im P1. Aleks Lessmann, Politischer Geschäftsführer der bayerischen Piraten, ist schon früh zum P1 gekommen. Er steht vor einer der beiden Sicherheitsschleusen, gibt Interviews und verteilt Visitenkarten. Es sei ja immerhin bewundernswert, dass die CSU eine Facebook-Party veranstalte, findet er, „eine gute Sache“. Doch wenn die Partei Hilfe brauche, um wirklich im 21. Jahrhundert anzukommen, „stehen wir als Piraten bereit“, lästert Lessmann. Bei den Landtagswahlen im Herbst 2013 werde seine Partei „mit Sicherheit“ bei acht Prozent landen, meint er. Und die CSU werde irgendwann kapieren, dass das Internet mehr ist als nur Facebook. Jetzt will Lessmann – er trägt Piraten-T-Shirt zu grauem Anzug – Seehofer ein Papier unterschreiben lassen. Mit der Unterschrift soll der Ministerpräsident einem Volksbegehren zustimmen, das die Abschaffung der Studiengebühren in Bayern zum Ziel hat. Seehofer lehnt freundlich lächelnd ab.

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