Fachkräftemangel: „Blue Card“ für 10.000 ausländische Fachkräfte in einem Jahr

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Fachkräftemangel: „Blue Card“ für 10.000 ausländische Fachkräfte in einem Jahr

Mit der neuen „Blue Card“ wurden im ersten Jahr schon Tausende Hochqualifizierte aus dem Ausland angeworben. Kritiker halten das Potenzial aber für längst nicht ausgeschöpft.

Ein Jahr nach Einführung der „Blue Card“ für hochqualifizierte ausländische Fachkräfte hat die Bundesregierung eine positive Bilanz gezogen. Mehr als 10 000 Akademikern wurde seit dem 1. August 2012 eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung erteilt, wie das Innenministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nannte die Zahl „ausgesprochen erfreulich“, Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sprach von einem Erfolgsmodell. Kritiker bemängelten allerdings, Deutschland müsse im Ausland noch viel offensiver um Fachkräfte werben.


Mit der vor einem Jahr eingeführten „Blue Card“ können sich Hochqualifizierte von außerhalb der EU leichter als zuvor in Deutschland niederlassen. Zuziehen darf, wer einen Job mit einem Jahresgehalt von rund 45.000 Euro vorweisen kann. Zuvor lag die Schwelle bei 66.000 Euro. Friedrich betonte, ohne die Zuwanderung solcher Experten würde die Wirtschaftsentwicklung gebremst. Von der Leyen ergänzte, im Ausland setze sich das Signal durch, dass Fachkräfte hoch willkommen seien.
Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) mahnte jedoch eine offensive Informationskampagne an. „Die Gesetze sind gut, aber sie sind im Ausland noch zu wenig bekanntgemacht worden“, sagte die SVR-Vorsitzende Christine Langenfeld. „Es fehlt ein modernes Zuwanderungsmarketing.“ Das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) schlägt Zuwanderungsbüros in den Herkunftsländern der Fachkräfte vor. Diese könnten die Interessenten in Fragen wie dem Spracherwerb und der Wohnungssuche beraten, sagte IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann

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Überraschungsstart 4126 Blue Cards für hoch qualifizierte Zuwanderer

Die Blaue Karte EU, mit der die Bundesregierung hoch qualifizierte Zuwanderer anlocken will, wird erheblich besser angenommen als erwartet.

Schild "Bundesrepublik Deutschland" Quelle: dpa

Nach den Zahlen des Bundesinnenministeriums wurden allein bis Ende Juni dieses Jahres 8879 „Blue Cards“ vergeben. Darunter sind auch 1149 Studenten, die unmittelbar nach Abschluss ihres Studiums einen Arbeitsplatz gefunden haben. Vor allem für Berufsanfänger waren die alten Gehaltsgrenzen meist unerreichbar. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtete, kamen die meisten Blue-Card-Besitzer aus Indien, gefolgt von China, Russland, Syrien und den USA.

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