Fachkräftemangel: Buhlen um Arbeitskräfte in Barcelona

KommentarFachkräftemangel: Buhlen um Arbeitskräfte in Barcelona

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Spanische Fahne weht über der Madrider Börse

von Cornelia Schmergal

Die Bundesagentur für Arbeit wirbt in Krisenländern um qualifizierte Zuwanderer. Momentan im Fokus der Behörden: Spanien. Na bitte, es geht doch.

Ein Land denkt um. Über Jahre war die deutsche Zuwanderungspolitik geprägt von Misstrauen gegenüber jedem Fremden, von erbitterten Debatten um das Schengener Abkommen, von Debatten um gescheiterte Integration. Einwanderung zu steuern bedeutete stets sie zu bremsen. Ein jeder Migrant könne einem deutschen Arbeitnehmer seinen Job streitig machen, so lautete die übermächtige Sorge.

Genug ausländische Fachkräfte?

Die Debatte um den drohenden Fachkräftemangel hat diese Argumentation nun auf den Kopf gestellt. Inzwischen sickert die Erkenntnis durch, dass eine geschickt gesteuerte Einwanderung ein Land reicher macht und nicht etwa ärmer; dass qualifizierte Zuwanderung Arbeit nicht vernichtet, sondern schafft; dass engagierte Ingenieure oder Facharbeiter aus Indonesien oder Indien wichtige Wachstumsimpulse bringen – übrigens nicht nur für Hochqualifizierten. Wenn sie dafür sorgen, dass die Auftragsbücher ihres Arbeitgebers voll sind, dann profitiert davon auch der Pförtner oder die Putzkraft. Jetzt müssten die Ingenieure nur kommen. Und genau hier liegt das Problem: Inzwischen lautet die entscheidende Frage nämlich nicht mehr, ob zu viele Menschen aus dem Ausland kommen, sondern ob es genug sein werden.

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Deutschland wirbt in Spanien

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat das erkannt und steuert um. Sie wirbt nun explizit in Krisenländern wie Spanien, Portugal und Griechenland um Fachkräfte. Dahinter stecken zwei Gründe: Erstens hat die BA erkannt, dass sie um Kandidaten mit allen Anstrengungen buhlen muss. Deutschland hat seine Anziehungskraft für viele junge Europäer verloren.

Anders als noch vor zwei Jahrzehnten lernen beispielsweise die meisten Franzosen oder Polen heute kein Deutsch mehr in der Schule, daher zieht es sie schon der Sprache wegen eher in den angelsächsischen Raum. Und auch die unterentwickelte deutsche Willkommenskultur genießt im Ausland einen eher abschreckenden Ruf. Daher ist es nur klug, wenn die BA ihre Jobberater nach Madrid oder Barcelona schickt, um qualifizierten Spaniern den Umzug nach Deutschland schmackhaft zu machen.

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