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Kommentar Fachkräftemangel: Frauen sollen die Lücke schließen

von Cornelia Schmergal

Die Lösung des Fachkräfteproblems ist eindeutig weiblich. Wenn doch nur die Politik das auch wüsste. Stattdessen streitet sie um eine "Herdprämie".

Noch nie war der Fachkräftemangel in Deutschland so akut wie heute - Dabei könnte das Anheben der Frauenquote die Problematik lösen Quelle: dapd
Noch nie war der Fachkräftemangel in Deutschland so akut wie heute - Dabei könnte das Anheben der Frauenquote die Problematik lösen Quelle: dapd

Kritiker lassen sich mit Geld mundtot machen. Auf diese Weise haben gestandene Familienpolitiker schon viele Kompromisse geschmiedet: Weil die CSU mit dem Elterngeld haderte, versprach ihr der Koalitionsvertrag das Betreuungsgeld. Weil die CDU-Frauen nun mit dieser „Herdprämie“ fremdeln, wollte ihre Fraktionsspitze sie mit höheren Rentenleistungen für Mütter ködern. Am Ende wird es um des lieben Koalitionsfriedens willen einen Handel geben, in dem der Staat noch ein paar Milliarden verteilt, um Frauen vom Arbeitsmarkt abzuziehen. Nichts anderes als einen Fernhaltebonus stellt das Betreuungsgeld aus ökonomischer Sicht dar. Und keine staatliche Leistung könnte kontraproduktiver, kein Politikansatz paradoxer sein.

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Der Fachkräftemangel droht nicht nur, er ist in vielen Branchen und Regionen längst Realität. Nach einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fehlen allein in den MINT- Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) aktuell fast 210.000 Experten. Höher war diese Lücke seit Beginn der Messungen im Jahr 2000 noch nie.

EU-Grundrechtskommissarin Viviane Reding will noch in diesem Sommer Gesetzesvorschläge für eine europaweite Frauenquote in Führungsetagen machen. „Ich bin kein Fan von Quoten. Aber ich mag die Ergebnisse, die Quoten bringen“, sagte Reding der Zeitung „Welt“.

Bild: dapd

Frauenquote gegen Wohlstandsverluste

Deutschland schrumpft. Derzeit stehen dem Arbeitsmarkt knapp 44 Millionen Menschen zur Verfügung. Nach Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird dieses Erwerbspersonenpotenzial bis 2025 auf 38 Millionen sinken. Damit ist auch das Wachstum bedroht. Wenn sich der Rückgang nicht ausgleichen lässt, drohen bis 2025 Wohlstandsverluste von 450 Milliarden Euro, schätzt auch das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Für Vergleichsfetischisten: Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt Bayerns.

Ökonomen empfehlen daher dringend, die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu erhöhen. Da wäre zum einen der quantitative Vorteil: Laut Eurostat sind in Deutschland 70,8 Prozent der Frauen berufstätig, der Vollzeitanteil liegt bei 55 Prozent. Im europäischen Vergleich ist das mäßig. Würde man beide Quoten nur um zwei Prozentpunkte steigern, ließe sich ein Großteil der negativen Wohlstandseffekte kompensieren.

Chefinnen-Mangel

Bliebe noch ein qualitativer Vorteil: Mädchen machen häufiger Abitur als Jungs, stellen die Mehrheit in den Uni-Hörsälen und bringen nach einer Studie zu MINT-Hochschulabsolventen mehr Sprachkenntnisse und Berufspraxis mit. Wenn Frauen irgendwann beruflich kürzertreten als Männer, dann gibt es dafür vor allem einen Grund: Noch immer fehlt es vielerorts an guten Betreuungsmöglichkeiten für kleine Kinder. Da wundert es nicht, dass die Wirtschaftsverbände unisono gegen das Betreuungsgeld stänkern. Bis zu zwei Milliarden Euro jährlich soll es kosten. Damit könnte der Staat alternativ die laufenden Ausgaben für 200.000 Krippenplätze bezahlen.

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Abgesehen davon: Wo weibliche Fachkräfte fehlen, mangelt es zwangsläufig auch an Chefinnen. Eine Regierung, die mit einer Frauenquote droht, sollte vom Betreuungsgeld daher erst recht die Finger lassen.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.06.2012, 14:14 Uhrmathias

    @Joseli
    nur mal neben bei gefragt, was verstehen Sie unter "normale Frau mit Kind"

    Verheiratete Frau mit Kind, wo der Mann genug verdienen könnte um seine
    Familie zu ernähren
    Oder eine Frau mit Kind die ausgebildet ist ein Familienunternehmen zu
    leiten, damit der Mann in solchen Sachen entlastet wird
    Oder eine Frau mit Kind die kein Mann, keine Ausbildung der Allgemeinheit
    auf der Tasche liegt
    Und der Staat sich diese Sozialleistungen sparen will, in dem Quotenfrauen
    geschaffen werden.

  • 01.06.2012, 13:59 UhrJoselyn

    Das gleiche wie in der Nachkriegszeit. Da sollten die Frauen auch brav zurück an den Herd und Kinder kriegen.

    Unsere Politikerinnen und reichen Damen sind doch fernab jeglicher Realität. Die haben Kindermädchen, Dienstpersonal usw..

    Als normale Frau mit Kind kann man erst Vollzeit arbeiten, wenn die Kinder aus der Grundschule raus sind. Nicht jeder hat das Glück, dass die Eltern oder Großeltern auf das Kind aufpassen können und man arbeiten gehen kann. Bis dahin ist man gezwungen, Teilzeit zu arbeiten und jeden Cent zweimal umzudrehen.

    Wenn die Politk etwas für die Frauen tun möchte, soll sie dafür sorgen, dass die Frauen wenigstens für die gleiche Leistung auch gleich bezahlt werden. Momentan erhält eine Frau im Schnitt 23 % weniger für die gleiche Arbeit wie ein männlicher Kollege.

  • 01.06.2012, 13:35 Uhrmathias

    FRAUEN nehmen Männern die Arbeitsplätze weg !!!

    Damit die Frau mit eigenem Geld Shoppen gehen kann.

    Das zusammenspiel zwischen Frauen und Männer war beispiellos,
    als noch die eine den anderen ergänzt hat.

    Den Frauen haben wir es zu verdanken, das "Garten Eden" verlorenging!

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