Fachkräftemangel: Unternehmen scheuen Aufwand für Rekrutierung

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Fachkräftemangel: Unternehmen scheuen Aufwand für Rekrutierung

von Anja Stehle

Unternehmen müssten bei der Rekrutierung eigentlich neue Wege gehen - doch oftmals scheuen sie den Aufwand, um die besten Talente aufzuspüren.

Deutschen Unternehmen mangelt es an gut ausgebildeten Nachwuchskräften. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bitkom Research GmbH im Auftrag des Karriere-Netzwerks LinkedIn. Besonders groß ist der Fachkräftemangel demnach in den Bereichen IT und Telekommunikation.

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Für die Studie wurden 281 Unternehmen (über 50 Mitarbeiter) nach ihren Erfahrungen bei der Suche nach Nachwuchskräften mit Studienabschluss und ersten Berufserfahrungen befragt. 63 Prozent der befragten Personaler gaben an, dass junge Fachkräfte in für IT und Telekommunikation „eher nicht“ oder „gar nicht“ auf dem deutschen Arbeitsmarkt verfügbar sind. 61 Prozent haben Schwierigkeiten, im Bereich Qualitätsmanagement Fachkräfte zu finden. Auch in Forschung und Entwicklung ist der Nachwuchs rar - finden 53 Prozent der befragten Unternehmen.

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Aufwand zu groß

Viele Unternehmen sind deshalb auf junge Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Doch offenbar ist der Aufwand, ausländische Mitarbeiter einzustellen derart groß, dass viele Unternehmen davor zurückschrecken, außerhalb Deutschlands zu rekrutieren. 21 Prozent der befragten Personaler gaben an, wegen des hohen Aufwands gar nicht erst im Ausland nach jungen Mitarbeitern zu suchen. 26 Prozent lassen sich von bürokratischen Hürden, etwa im Aufenthalts- und Zuwanderungsrecht, abschrecken.

Auch der Einstellungsprozess von ausländischen Fachkräften dauert erheblich länger als der von inländischen. Während deutsche Nachwuchskräfte oft bereits nach drei Monaten im Unternehmen anfangen zu arbeiten, dauert die Einstellung von ausländischen Fachkräften oft länger als sechs Monate.

Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, sieht Handlungsbedarf bei der Politik. In der Vergangenheit habe es wichtige Schritte wie die Blue Card gegeben. „Die Verfahren könnten aber noch einfacher sein, etwa bei der Aufenthaltsbefristung“, sagte Pols.

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Der Mangel an gut ausgebildeten Nachwuchs zwingt die Unternehmen zum Umdenken bei der Personalsuche. Über die Hälfte der befragten Unternehmen hat deshalb ihre Rekrutierungsstrategie in den vergangenen fünf Jahren geändert. Den Nachwuchs wollen sie verstärkt über das Internet ansprechen. Soziale Netzwerke und Business-Netzwerke spielen eine immer größere Rolle.

Allerdings stehen die klassischen Kanäle, wie der Kontakt zu Hochschulen und die Bundesagentur für Arbeit, bei den Personalabteilungen nach wie vor an erster Stelle.

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