Familie und Beruf: Von der Leyen fordert Unternehmen auf, Teilzeit stärker zu nutzen

Familie und Beruf: Von der Leyen fordert Unternehmen auf, Teilzeit stärker zu nutzen

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert die Unternehmen auf, Teilzeit als Weg durch die Wirtschaftskrise stärker zu nutzen.

„Der Betrieb kann sparen, aber behält seine Fachkraft“, so die Ministerin im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Die Krise wischt den Fachkräftemangel nicht weg, sie verstärkt ihn. Jetzt geht es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Krisenzeiten.“ Solch eine Regelung komme auch den Unternehmen zu Gute, weil insbesondere Fachkräfte mit ihrem Know-how wenigstens Teilzeit im Betrieb arbeiten, sich aber zugleich um die Familie kümmern können. „Bisher verschenken wir Potenzial, weil Teilzeit noch eher geächtet wird. Vormittags, weiblich, Karriere tot – das ist bisher das Stigma!“ Teilzeit in anderen Ländern dagegen heiße, „auch mal 60, 70 oder 80 Prozent, drei volle Tage und zwei freie, Weiterbildung, Karriereoptionen“, betonte die Ministerin. „Dann wird die Teilzeit attraktiv – auch für Männer.“

Um es den Unternehmen zu ermöglichen, qualifizierte Mitarbeiter auch während der Krise zu halten, und gleichzeitig Teilzeit für Eltern interessanter zu machen, plant von der Leyen eine Flexibilisierung des Elterngeldes.„Bisher sind Elterngeld und Teilzeit wenig attraktiv, weil man trotz Teilzeitarbeit einen ganzen Elterngeldmonat verbraucht“, kritisierte die Ministerin die aktuelle Regelung. „Das will ich in der nächsten Legislaturperiode ändern. So kann eine Ingenieurin, statt mehrere Monate voll auszusteigen, in Teilzeit im Projekt bleiben: Sie hat länger den Teilelterngeldanspruch als Einkommensausgleich und Zeit für das Baby.“ Statt bis zu 14 Monate würde das Elterngeld bis zu 28 Monate gezahlt.

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Die Familienministerin geht davon aus, dass die Wirtschaftskrise den Trend zum Rollentausch verstärkt. Schon jetzt sei in jeder fünften Familie die Frau Hauptverdienerin. „Es sind die Industriearbeitsplätze, die wegfallen. In Dienstleistungen und sozialen Berufen, wo typischerweise Frauen arbeiten, ist die Nachfrage ungebrochen“, sagte von der Leyen der WirtschaftsWoche. „Ein Indiz dafür ist auch, dass sich immer mehr Frauen aus dem Hausfrauendasein heraus auf Jobs bewerben – in der Gewissheit: Zwei Einkommen sind in Krisenzeiten besser als eines.“

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