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„Familienmonitor 2012“: Deutsche wollen bewegliche Arbeitszeiten

Quelle: Handelsblatt Online

Familie und Beruf müssen besser zu vereinbaren sein: Da sind sich laut einer neuen Studie die meisten Deutschen einig. Nur dass die Regierung hier hält, was sie versprochen hat – das wird von vielen bezweifelt.

Ein Kind mit seinem Vater auf einem Spielplatz. Quelle: dapd
Ein Kind mit seinem Vater auf einem Spielplatz. Quelle: dapd

BerlinImmer mehr Deutsche wollen Familienleben und Beruf besser vereinbaren. Von ihren Arbeitgebern wünschen sich 89 Prozent der Bundesbürger vor allem flexiblere Arbeitszeiten, um den Bedürfnissen der Familie besser gerecht werden zu können. Das ist ein Ergebnis des "Familienmonitor 2012" des Allensbach-Instituts für das Bundesfamilienministerium. Knapp zwei Drittel fordern mehr Sonderurlaub für den Fall, dass das eigene Kind krank wird. Drei Viertel der Arbeitnehmer mit Kindern unter 16 jahren wollen laut Studie generell mehr Zeit für ihre Familie. Etwa die Hälfte der Väter würde daher gerne weniger arbeiten.

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87 Prozent finden es wichtig, dass der Staat die Bedingungen für berufstätige Eltern verbessert. Drei von vier Deutschen sehen das Thema nach dem am Montag in Berlin vorgestellten Bericht als wichtigste Aufgabe der Familienpolitik. "Die Frage 'Kind oder Beruf' wird tendenziell mit 'Kind und Beruf' beantwortet", sagte Familienministerin Kristina Schröder (CDU).

Fast jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) empfindet seine Arbeitsbelastung als zu hoch, weitere 47 Prozent als „hoch“. Das ergab eine Studie der HR Partners Von Rundstedt in Düsseldorf.

Bild: dpa

Allerdings hat eine Mehrheit der Befragten Zweifel, ob die Bundesregierung die selbstgesteckten Ziele erreichen kann. 59 Prozent sind skeptisch, ob der bundesweite Ausbau der Kindertagesstätten wie geplant gelingt. Den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für unter Dreijährige ab August 2013 halten drei Viertel aber für richtig. Breite Zustimmung gibt es für das 2007 eingeführte Elterngeld. 64 Prozent sind der Meinung, die meisten Eltern seien auf die Förderung angewiesen.

Von den Unternehmen wünschen sich Eltern vor allem flexiblere Arbeitszeiten (96 Prozent der Mütter) und Sonderurlaub, wenn ein Kind krank wird (81 Prozent der Mütter). Bei Vätern sind diese Bedürfnisse ähnlich stark ausgeprägt. 58 Prozent der nicht berufstätigen Mütter würden gerne wenigstens in Teilzeit arbeiten.

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Bei der Rollenverteilung in den Familien zeichnet der Bericht ein traditionelles Bild. 70 Prozent der Mütter erledigen Arbeiten im Haushalt weitgehend allein. Mehr als die Hälfte der Väter gab an, beruflich stärker eingespannt zu sein. 46 Prozent sagten, sie müssten häufiger Überstunden machen. Trotzdem haben 69 Prozent der Bevölkerung den Eindruck, Väter würden sich heute stärker an der Kindererziehung beteiligen als vor 10 bis 15 Jahren.

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