
BerlinImmer mehr Deutsche wollen Familienleben und Beruf besser vereinbaren. Von ihren Arbeitgebern wünschen sich 89 Prozent der Bundesbürger vor allem flexiblere Arbeitszeiten, um den Bedürfnissen der Familie besser gerecht werden zu können. Das ist ein Ergebnis des "Familienmonitor 2012" des Allensbach-Instituts für das Bundesfamilienministerium. Knapp zwei Drittel fordern mehr Sonderurlaub für den Fall, dass das eigene Kind krank wird. Drei Viertel der Arbeitnehmer mit Kindern unter 16 jahren wollen laut Studie generell mehr Zeit für ihre Familie. Etwa die Hälfte der Väter würde daher gerne weniger arbeiten.
87 Prozent finden es wichtig, dass der Staat die Bedingungen für berufstätige Eltern verbessert. Drei von vier Deutschen sehen das Thema nach dem am Montag in Berlin vorgestellten Bericht als wichtigste Aufgabe der Familienpolitik. "Die Frage 'Kind oder Beruf' wird tendenziell mit 'Kind und Beruf' beantwortet", sagte Familienministerin Kristina Schröder (CDU).
Bild: dpaFast jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) empfindet seine Arbeitsbelastung als zu hoch, weitere 47 Prozent als „hoch“. Das ergab eine Studie der HR Partners Von Rundstedt in Düsseldorf.
Bild: dpaDemnach sind in puncto Arbeitslast besonders Brasilianer und Spanier am wenigstens belastet. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Brasilianer empfinden die Arbeitsbelastung als normal oder niedrig, bei den Spaniern sind es immerhin 60 Prozent.
Bild: dpaAm meisten unter der Arbeitsbelastung leiden nach den Deutschen laut der Studie die Schweizer (63 Prozent gaben an, einer zu hohen oder hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt zu sein) und die Franzosen (61 Prozent).
Bild: dpaIm Mittelfeld der 16-Länder-Umfrage liegen Staaten wie China und Italien: Dort empfindet jeweils fast jeder Zweite (49 Prozent) die Arbeitsbelastung als hoch oder zu hoch, in Italien und Finnland sind es jeweils 48 Prozent.
Bild: dpaDie meiste Arbeit nach Hause nehmen sich die Marokkaner und Chinesen mit. 57 Prozent (beziehungsweise 45 Prozent) der Befragten gaben an, oft Arbeit zu Hause zu erledigten, um Deadlines einzuhalten. In Deutschland sind liegt die Quote bei immerhin noch 28 Prozent.
Bild: dpaFür die meisten Russen allerdings bleibt Arbeit Arbeit und Freizeit Freizeit. Nur 16 Prozent erledigen Arbeit zu Hause, um Fristen einzuhalten. In den meisten anderen Ländern trifft das auf etwa jeden Vierten zu (etwa Frankreich: 25 Prozent, USA: 27 Prozent, Schweiz sogar: 35 Prozent).
Bild: obsIn den Interviews haben die Forscher auch die Zustimmung zu Statements im Bezug auf die Loyalität des Arbeitsnehmers zu seinem Unternehmen abgefragt. Der Aussage „Ich sage nie etwas Schlechtes über meine Firma zu anderen“, stimmen 68 Prozent der Deutschen zu und liegen damit im oberen Bereich.
Bild: dpaAm loyalsten sind demnach Arbeitnehmer in Rumänien: 72 Prozent der Befragten stimmten dieser Aussage zu. Die niedrigste Zustimmungsrate weist Belgien auf: Dort gab nicht mal jeder Zweite (48 Prozent) an, nie schlecht über seinen Arbeitgeber zu sprechen.
Bild: gmsAuch das Verhalten zu Kollegen ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Während 60 der Chinesen und 61 Prozent der Spanier angaben, sich in ihrer Freizeit häufig mit Kollegen zu treffen, sind es in Deutschland nur 39 Prozent.
Bild: dpaAm wenigstens wollen demnach die Finnen mit ihren Kollegen außerhalb der Arbeit zu tun haben: Nur 30 Prozent gaben an, sich nach dem Job häufig mit Kollegen zu treffen.
Fast jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) empfindet seine Arbeitsbelastung als zu hoch, weitere 47 Prozent als „hoch“. Das ergab eine Studie der HR Partners Von Rundstedt in Düsseldorf.
Allerdings hat eine Mehrheit der Befragten Zweifel, ob die Bundesregierung die selbstgesteckten Ziele erreichen kann. 59 Prozent sind skeptisch, ob der bundesweite Ausbau der Kindertagesstätten wie geplant gelingt. Den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für unter Dreijährige ab August 2013 halten drei Viertel aber für richtig. Breite Zustimmung gibt es für das 2007 eingeführte Elterngeld. 64 Prozent sind der Meinung, die meisten Eltern seien auf die Förderung angewiesen.
Von den Unternehmen wünschen sich Eltern vor allem flexiblere Arbeitszeiten (96 Prozent der Mütter) und Sonderurlaub, wenn ein Kind krank wird (81 Prozent der Mütter). Bei Vätern sind diese Bedürfnisse ähnlich stark ausgeprägt. 58 Prozent der nicht berufstätigen Mütter würden gerne wenigstens in Teilzeit arbeiten.
Bei der Rollenverteilung in den Familien zeichnet der Bericht ein traditionelles Bild. 70 Prozent der Mütter erledigen Arbeiten im Haushalt weitgehend allein. Mehr als die Hälfte der Väter gab an, beruflich stärker eingespannt zu sein. 46 Prozent sagten, sie müssten häufiger Überstunden machen. Trotzdem haben 69 Prozent der Bevölkerung den Eindruck, Väter würden sich heute stärker an der Kindererziehung beteiligen als vor 10 bis 15 Jahren.














