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Familienpolitik: FDP streitet über Grundeinkommen für Kinder

von dpa Quelle: Handelsblatt Online

Die FDP hat die Debatte um Kinder- und Familienförderung angestoßen und ringt jetzt um eine einheitliche Linie. Ob Elterngeld oder Grundsicherung für Kinder - die Meinungen in der Partei gehen auseinander.

Eine Grundsicherung für Kinder sei von der FDP gar nicht geplant, sagte die familienpolitische Sprecherin Miriam Gruß. Quelle: handelsblatt.com
Eine Grundsicherung für Kinder sei von der FDP gar nicht geplant, sagte die familienpolitische Sprecherin Miriam Gruß. Quelle: handelsblatt.com

Die FDP ringt in der von ihr angestoßenen Debatte über die weitere Kinder- und Familienförderung um eine einheitliche Linie. Die familienpolitische Sprecherin der Liberalen im Bundestag, Miriam Gruß, stellte am Dienstag in Berlin klar: "Die FDP hat derzeit keine Pläne zu einer Kindergrundsicherung."

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Sie wies damit einen Vorstoß ihrer Parteikollegin Sibylle Laurischk zurück. Die Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag hatte ein Kinder-Grundeinkommen als Alternative zum Elterngeld ins Gespräch gebracht. "Es würde Elterngeld, Kindergeld, das Ehegatten-Splitting sowie alle weiteren Kinderzuschläge ersetzen", sagte Laurischk der "Saarbrücker Zeitung" (Dienstag). Das Grundeinkommen solle jedem Kind zustehen.

Zuvor hatte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) FDP-Überlegungen zur Abschaffung des Elterngeldes eine Absage erteilt. FDP-Generalsekretär Christian Lindner hatte dafür plädiert, die Ausgaben für das Elterngeld in den Ausbau von Kinderbetreuung zu investieren. Er sieht die vier Milliarden Euro jährlich als Fehlinvestition an, weil die Geburtenzahlen nicht nennenswert gestiegen sind.

FDP-Familienexpertin Gruß betonte: "Uns ist es jetzt wichtig, dass wir zeitnah die vielen familienpolitischen Leistungen auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen und die Ausgaben dementsprechend sinnvoll ausrichten." Über weitere Maßnahmen könne nur gesprochen werden, wenn an anderer Stelle eingespart werden könne.

Die familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Dorothee Bär (CSU), verteidigte das Elterngeld und bekräftigte, an diesem "Erfolgsmodell" werde nicht gerüttelt. Im Deutschlandfunk sagte sie: "Natürlich war uns von Anfang an bewusst, dass das Elterngeld allein die Geburtenrate nicht steigern kann." Seine volle Wirkung entfalte es nur in einem Gesamtkonzept.

Auch Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer verteidigte das Elterngeld. Inzwischen sei es viel selbstverständlicher geworden, dass beide Eltern für die Erziehung ihrer Kinder eine "Auszeit" nehmen, sagte er in Dresden. "Diese Möglichkeit wollen wir erhalten, das ist ein echter Fortschritt."

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.05.2011, 17:05 UhrEsther

    Kinder haben in Deutschland wenig Lobby - ein reiches Land und im Verhältnis dazu viel zu viel Kinderarmut.
    Hier versagt die Politik genauso - wie im Thema bildung .
    bildung wird nur und fast ausschließlich in Wahlkampfzeiten von der CDU oder auch FDP thematisiert.
    Es gab vor längerer Zeit den Ausspruch = bildungsland - von der Kanzlerin, und was ist daraus geworden ??
    Man streitet sich in dieser Koalition schwarz/gelb gerne weiter.
    Unaufhörlich gibt es Neustarts , Fehlstarts und seltsame Postentausch-Veränderungen mit dann folgenden Worten - aber ab nun wird geliefert ??????
    Wann wird positiv wirksam vertrauensbildend regiert ?

  • 17.05.2011, 16:11 UhrUlrich

    Wir brauchen unbedingt auch noch das Grundeinkommen für Mütter mit Migrationshintergrund, dann für alle Mütter, für alle Eltern und dann generell für alle bürger.

  • 17.05.2011, 16:08 Uhrzarromanowski

    Frage, wer kann sich schon eine berufliche Auszeit freiwillig leisten? Es sind meistens die sehr guten 2-fach-Verdiener des mittleren Managements - also eine Klientel die effektiv kein Elterngeld braucht. Schröder die Weltfremde dagegen, schiebt diesen Wohlhabenden auch noch das Geld in den Allerwertesten und vergißt dabei, dass sie selbst auch zu den Priviligierten dieses Landes gehört - eigentlich ist das Elterngeld ein einziger asozialer Skandal, den die Gutmenschen- Deutschen in ihrer Lebensdümmlichkeit einfach nicht mehr bemerken.

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