Familienpolitik: Mehr betreute Kleinkinder, jede zweite Familie mit zwei Einkommen

Familienpolitik: Mehr betreute Kleinkinder, jede zweite Familie mit zwei Einkommen

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Tagesmütter singen mit Kindern in einem Spielzimmer

Deutschlands Familien wandeln sich: In der Hälfte aller Familien arbeiten beide Eltern. Damit steigt auch die Zahl der betreuten Kleinkinder: Rund 16 Prozent aller unter Dreijährigen in Deutschland besuchen eine Kindertagesstätte. Väter nehmen immer häufiger das Elterngeld in Anspruch – allerdings nur sehr kurz, wie eine Untersuchung des Statistischen Bundesamts zeigt.

Familienministerin Ursula von der Leyen macht sich seit langem für einen Ausbau der Kinderbetreuung stark. Die heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts dürften von der Leyen freuen. Denn im vergangenen Jahr ist das für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so wichtige Kinderbetreuungsangebot offenbar besser geworden. Bei den unter Dreijährigen haben die Eltern von rund 320.000 Kindern zum 15. März 2007 eine Betreuung in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege in Anspruch genommen.

Damit wurden 16 Prozent aller Kinder dieser Altersgruppe in Kitas betreut, im Jahr 2006 waren es noch 14 Prozent. Die Betreuungsquote bei Kindern zwischen drei und fünf Jahren stieg im letzten Jahr auf 89 Prozent von 87 Prozent im Jahr davor. Damit nutzten rund 2 Millionen Eltern ein solches Angebot.

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Mehr Väter beziehen Elterngeld - allerdings nur sehr kurz

In jeder zweiten Familie arbeiten beide Eltern. Allerdings überwiegt die klassische Rollenverteilung mit dem Vater als dem Hauptverdiener: Bei etwa drei Vierteln dieser Familien geht der Vater Vollzeit zur Arbeit, die Mutter Teilzeit, wie das Statistische Bundesamt am Dientag in Berlin mitteilte. In gut jeder dritten Familie scheiden die Mütter ganz aus dem Beruf aus, während allein die Väter das Geld verdienen. Lediglich in fünf Prozent aller Haushalte gehen den Daten zufolge einzig die Frauen zur Arbeit.

Auch beim Elterngeld zeigt sich, dass die Frauen weiterhin überwiegend für Kinder und Haushalt und die Väter für das Geldverdienen zuständig sind: Zwar stieg der Anteil der Männer, die sich für ihren Nachwuchs frei nehmen, im ersten Quartal auf 19 Prozent an.

Die Mehrheit von ihnen beantragte die Förderung jedoch lediglich für zwei Monate, während sich die Frauen ein Jahr lang um die Kleinen kümmern. „Die Mütter bekommen überwiegend den Mindestbetrag von 300 Euro, während die Väter entsprechend zum Teil die größte mögliche Summe bekommen“, sagte Sascha Krieger, Referent in der Gruppe „Soziales“ beim Statistikamt.

Allerdings blieben vor der Einführung des Elterngeldes Anfang 2007 nur dreieinhalb Prozent aller Väter zu Hause. Das Elterngeld ersetzt 67 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens, wenn die Arbeitszeit teilweise oder ganz reduziert wird. Es beträgt höchstens 1800 Euro im Monat und wird maximal für ein Jahr gezahlt. Wenn der Partner ebenfalls eine Auszeit nimmt, kann die Bezugsdauer um zwei Monate verlängert werden.

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