FDP bei sechs Prozent: Umfrage sieht AfD erstmals im Bundestag

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FDP bei sechs Prozent: Umfrage sieht AfD erstmals im Bundestag

Drei Tage vor der Bundestagswahl hat die euro-feindliche Partei Alternative für Deutschland (AfD) in einer Umfrage erstmals fünf Prozent erreicht. Die Piraten hingen zögen mit zwei Prozent nicht in den Bundestag ein.

Die eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) kann laut einer aktuellen Umfrage auf den Einzug in den Bundestag hoffen. Die AfD gewinnt einen Punkt hinzu und kommt beim Institut Insa erstmals seit April wieder auf fünf Prozent. Auch die am Sonntag in Bayern aus dem Landtag geflogene FDP wäre mit einem Plus von zwei Punkten auf sechs Prozent im Bundestag vertreten.

Schwarz-Gelb liegt demnach mit insgesamt 44 Prozent hinter den Oppositionsparteien, die zusammen auf 45 Prozent kommen. CDU/CSU erreichen 38 Prozent, die FDP sechs. Die SPD käme auf 28, die Grünen auf acht und die Linke auf neun Prozent. Die Piratenpartei zöge mit zwei Prozent nicht in den Bundestag ein. Das Institut befragte nach eigenen Angaben 2248 Wahlberechtigte in der Zeit vom vergangenen Sonntag bis Mittwoch, also nach der Bayern-Wahl, bei der die FDP den Wiedereinzug in den Landtag verpasste. INSA arbeitet unter anderem auch im Auftrag der "Bild"-Zeitung. Institutschef Hermann Binkert sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die meisten potenziellen AfD-Anhänger kämen aus dem Lager der Nichtwähler und der Wähler "sonstiger Parteien". Die vermeintlichen "Protestwähler" machen demnach 41 Prozent des AfD-Lagers aus. Die meisten Wähler - 22 Prozent - ziehe die AfD von der FDP ab, sagte Binkert. Danach folgt die CDU mit 16 Prozent. Auf dem dritten Platz rangiert überraschend die Linke mit neun Prozent. Binkert erklärt dies damit, dass die Linke wie die AfD eurokritisch sei. Sechs Prozent kommen seinen Angaben zufolge von der SPD, drei Prozent von den Grünen, und weitere drei Prozent sind Erstwähler. 13 Prozent kommen von den "sonstigen Parteien" und 28 Prozent aus dem Lager der Nichtwählern.

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Die INSA-Umfrage bestätigt mit Ausnahme des Werts für die AfD den bundesweiten Trend anderer Institute. Demnach hat Schwarz-Gelb derzeit keine eigene Mehrheit. Die von SPD und Grünen angestrebte Koalition ist von einer eigenen Mehrheit weit entfernt und könnte nur zusammen mit der Linken regieren, was beide Parteien aber ausgeschlossen haben. Entsprechend wäre rechnerisch nur ein schwarz-grünes Bündnis und eine große Koalition möglich. Die AfD sehen die etablierten Meinungsforschungsinstitute deutlich unter fünf Prozent.

Erstmals wird zu dem das ZDF neue Zahlen aus dem Politbarometer präsentieren. Eigentlich werden in den letzten zehn Tagen vor der Wahl keine Wählerbefragungen mehr von ARD und ZDF durchgeführt. Allerdings, die Begründung des ZDF auf "Focus Online", falle die Entscheidung mittlerweile erst kurz vor der Wahl, so dass eine späte Befragung genauer sei. Gregor Daschmann, Professor für Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, schreibt in seinem Gastbeitrag auf dem Nachrichtenportal, dass je mehr Messungen durchgeführt würden, umso ausgewogener streut der Zufallsfehler in alle denkbaren Richtungen. Die Konsequenz wäre es, dass es täglich eine Umfrage eines anderen Instituts gebe - bis zum Samstag vor der Wahl - so dass sich Fehlerschwankungen "quasi rauskürzen." Er tritt dafür ein, dass Wahlumfragen jederzeit und von jedermann veröffentlicht werden dürfen. Ein mündiger Bürger könne seine Entscheidung schließlich selbst treffen.

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