ThemaSchuldenkrise

alles zum Thema
_

FDP-Fraktionschef: Brüderle: "Volksabstimmung über Europa"

Angesichts der Schuldenkrise hält auch FDP-Fraktionschef Brüderle ein Referendum über die politische Zukunft der EU für möglich. Bereits Finanzminister Schäuble und SPD-Chef Gabriel hatten sich hierfür offen gezeigt.

Man kann sich so herrlich über ihn aufregen

Der Euro ist ein „Teuro“, er führt in die Inflation und uns direkt ins Verderben. Egal, ob etwas dran ist, Fakt ist: Der Euro ist ein super Frustableiter. Wir können uns einfach super an ihm abarbeiten. Wer will da schon die grundsolide, langweilige D-Mark zurück!?

Bild: dpa

Angesichts der Euro-Schuldenkrise könnte die EU laut FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle auf eine Volksabstimmung über die politische Zukunft der Gemeinschaft zusteuern. „Wir können an einen Punkt kommen, an dem eine Volksabstimmung über Europa notwendig wird“, sagte Brüderle dem „Hamburger Abendblatt“. Er betonte: „Wir Liberale waren immer für eine europäische Verfassung.“

Anzeige

Brüderle sagte, die weitere Entwicklung der Schuldenkrise werde zeigen, wie viel Souveränität die EU-Länder aufgeben müssten. Nötig seien auf jeden Fall gemeinsame Mechanismen, etwa im Umgang mit den Banken. Die für den 12. September erwartete Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über den Euro-Rettungsschirm ESM und den europäischen Fiskalpakt werde Auskunft geben, „in welchen Punkten die Grenzen des Grundgesetzes erreicht werden“.

Wofür die Bürger der Euro-Länder bei der Rettung haften

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte bereits eine Volksabstimmung nicht ausgeschlossen, falls bei weiterer Abgabe nationaler Entscheidungsrechte an Brüssel eine neue Verfassung nötig würde. Er rechne damit, dass die Deutschen als Konsequenz aus der Krise eher früher als später über eine neue Verfassung abstimmen müssten.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte eine Grundgesetzänderung mit anschließender Volksabstimmung vorgeschlagen, um eine gemeinschaftliche Haftung für die Schulden aller Euro-Staaten bei strenger gemeinsamer Haushaltskontrolle zu ermöglichen.

Der Vorstoß findet in der deutschen Bevölkerung großen Zuspruch. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinistituts "mafo.de" unter 1000 Menschen im Auftrag des "Handelsblatt Online" sind 67,4 Prozent der Befragten dafür, dass das Volk über grundsätzliche europapolitische Fragen abstimmen soll. 41,7 Prozent der Befragten gaben an, dass die Antikrisen-Politik Europas Demokratie beschädigt. 58,9 Prozent bezweifeln, dass der Sparkurs von Kanzlerin Angela Merkel der richtige Weg zur Euro-Rettung ist.

Weitere Artikel

Kritisch äußerte sich Brüderle über die Entwicklung Griechenlands. „Wir sehen mit Sorge, wie stark Kapital aus dem Land ins Ausland gebracht wurde, insbesondere durch die griechische Oberschicht“, sagte er. Längst nicht alle Reformzusagen seien umgesetzt worden. Auch die wirtschaftliche Erholung stocke.

Europa könne nicht unbegrenzt Solidarität zeigen, wenn die erwarteten Gegenleistungen nicht erbracht würden. Einen Euro-Austritt der Griechen nannte Brüderle politisch nicht wünschenswert, aber ökonomisch wahrscheinlich verkraftbar.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.08.2012, 13:43 UhrWalter

    Wenn den Politikern, oder zumindest einigen, nichts mehr einfällt- die Karre ist bereits an der Wand- dann fordern sie die Volksabstimmung. Alle diese Politiker wissen sicher auch, das Deutschland ein Grundgesetz und eine Verfassung hat. Diese Politiker wissen auch, dass in der Vergangenheit Verträge gebrochen wurden! Das gegen Verfassung und Grundgesetz verstoßen wurde und keiner dafür haften will, der das alles mit verursacht hat. Verantwortung ist schon lange ein Fremdwort- vor allem für die, die Verantwortung tragen müssen- auch deutsche Politiker in großer Zahl!

  • 10.08.2012, 18:44 Uhrallesverloren

    Deutschland braucht keine Volksabstimmung über Europa, fast jeder Deutsche ist doch dafür.

    Deutschland braucht eine Volksabstimmung über den ESM, mit dem wir ausgeplündert werden sollen.

    Eine Volksabstimmung über Europa wird von unseren tollen Bundestagsabgeordneten als Freibrief für die Ausplünderung interpretiert, das will niemand.

  • 10.08.2012, 18:16 Uhrmathias

    Lieber Kommentator
    Wenn Sie bis heute geschlafen haben, und nicht vernommen haben, das
    der euro nur eigeführt wurde um eine EU zu erzwingen, dann lesen Sie
    Kommentare.

    EUROPA wird NIE die vereinigten Staaten von irgendetwas.

    Und jeder der nach Muster USA-Bürgerkrieg hier in EUROPA Veränderung
    schaffen will- wird standrechtlich an die Wand gestellt.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Flattern auf der Stelle
Flattern auf der Stelle

Die SPD feiert pompös 150 Jahre Vergangenheit – und hat keine Zukunft, weil sie sich erst vergessen und dann selbst...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.