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FDP-Generalsekretär Patrick Döring: „Die Union hat sich sozialdemokratisiert“

Quelle: Handelsblatt Online

Das Jahr 2011 endet für die schwarz-gelbe Koalition mit Misstönen: FDP-Generalsekretär Patrick Döring greift die Union an. Seiner Meinung nach ist die Partei an vielen Stellen zu sehr in die Mitte gerückt.

Nicht zufrieden mit dem Koalitionspartner: FDP-Generalsekretär Patrick Döring. Quelle: dpa
Nicht zufrieden mit dem Koalitionspartner: FDP-Generalsekretär Patrick Döring. Quelle: dpa

BerlinDer neue FDP-Generalsekretär Patrick Döring provoziert die Union: Am Dienstag warf er dem Koalitionspartner vor, sich aus der politischen Mitte zu verabschieden. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, wies dies als „abwegig“ zurück. Zugleich äußerten mehrere Unions-Politiker die Erwartung, dass die Liberalen nach einem Jahr des Absturzes wieder Fuß fassen.

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Döring beklagte in der „Süddeutschen Zeitung“, gerade in letzter Zeit erkenne er in der Union Haltungen, „die eher einen Abschied aus der politischen Mitte andeutet“. Die Union habe sich „an vielen Stellen stark sozialdemokratisiert“. Die Arbeit mit den Koalitionspartnern CDU und CSU sei „erkennbar schwerer, als wir uns das zu Beginn der Legislaturperiode vorgestellt haben“. Döring mahnte: „Es darf nicht einen Verlierer und zwei Gewinner geben.“ CSU-Mann Müller entgegnete, weder habe die Union die politische Mitte verlassen, noch könne von einer Sozialdemokratisierung der Unions-Parteien die Rede sein. Müller sagte dem „Tagesspiegel": „Es liegt nicht an uns, dass sich die FDP in einer schwierigen Phase befindet und es ist auch nicht so, dass sich die Union in der Koalition stets zulasten des Partners durchsetzt.“ Die FDP sei gut beraten,
gemeinsame Kompromisse auch gemeinsam zu vertreten, anstatt sie als Niederlage zu begreifen.

Nach einem verheerenden Jahr soll das Dreikönigstreffen der Liberalen am 6. Januar in Stuttgart einen Neuanfang markieren. Auch Generalsekretär Döring ist sich der hohen Erwartungen gewiss. Die Reden auf dem Treffen seien immer „schicksalhaft oder richtungsweisend“, sagte Döring. Die vier Redner würden ein breites Spektrum der FDP aufzeigen „und klarmachen, wohn die Reise im Jahr 2012 gehen wird“. Mit diesem Druck von außen müsse die FDP leben. Der neue Generalsekretär rief seine Partei auf, wieder ihre eigene Stärken den Wählern sichtbar zu machen.

Umstritten ist jedoch die Rednerliste für die Dreikönigsveranstaltung im Stuttgarter Opernhaus. Neben Parteichef Philipp Rösler sollen dort Döring, Parteivize Birgit Homburger und Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel sprechen. Der rheinland-pfälzische FDP-Landeschef Volker Wissing wünscht sich, dass auch Fraktionschef Rainer Brüderle auftritt. Er halte es für „außerordentlich wichtig“, dass Brüderle mit seiner Erfahrung eine zentrale Rolle bei der FDP spiele, sagte Wissing. Wissing ist auch Fraktionsvize im Bundestag und Nachfolger Brüderles an der Spitze der Landespartei.

Von einer Erholung der Liberalen geht auch Hessens FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn aus. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd verwies er vor allem auf das für die Parteispitze positive Ergebnis der Urabstimmung zur Euro-Krise. Die Entscheidung sei eine Stärkung der Regierungsfähigkeit der FDP sowie von Parteichef Rösler.

Auch in der Union hofft man, dass die FDP wieder auf die Beine kommt. Hessens Ministerpräsident und CDU-Bundesvize Volker Bouffier sagte, er sei überzeugt, dass die Liberalen sich von ihren schlechten Umfragewerten erholen werden. Bayerns CSU-Fraktionschef Georg Schmid wünscht der FDP ebenfalls, dass sie „auf Bundesebene sehr schnell in ruhigeres Fahrwasser kommt“. Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) schrieb laut „Bild“-Zeitung an Außenminister Guido Westerwelle, der am Dienstag 50 Jahre alt wurde: „Wenn ich mir zu Ihrem Geburtstag etwas wünschen darf, dann ist es, dass die FDP sehr bald zu sich zurückfindet.“

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.12.2011, 09:29 UhrJoselyn

    Frau Merkel, die CDU und ihre eigene Untätigkeit haben die FDP kaputt gemacht. Von den seinerzeitigen Wahlversprechen der FDP ist nicht ein einziges eingelöst worden. Der Mittelstand wurde/wird systematisch kaputt gemacht. Die kleinen und mittleren Betriebe können mit den Billig-Ketten nicht mithalten. Immer mehr Menschen haben unterbezahlte, schlechte Jobs und können Handwerker nicht bezahlen, sind also auf die Billig-Ketten angewiesen. Schließlich decken die jährlichen "Lohnerhöhungen" ja mittlerweile nicht einmal mehr den Inflationsausgleich. Viele Selbständige können ohne staatliche Beihilfen mittlerweile auch nicht mehr überleben. Dazu kommen immer mehr Schulden aus dem Euro-Desaster der Frau Merkel.
    Das die FDP sich der CDU in dieser Hinsicht auch nur einmal entgegen gestellt hätte, habe ich nicht gesehen. Herr Westerwelle und Herr Rösler haben bisher nur immer die Füße still gehalten und für ihre Wähler nichts getan. Ein braver Spielball für die Merkel. Das führt zu Enttäuschung und kostet Vertrauen. Schade, dass niemand mehr Rückrad zeigt und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Für die Bürger wird von Seiten der CDU genauso wie von Seiten der FDP nix getan.

  • 28.12.2011, 09:29 UhrJoselyn

    Frau Merkel, die CDU und ihre eigene Untätigkeit haben die FDP kaputt gemacht. Von den seinerzeitigen Wahlversprechen der FDP ist nicht ein einziges eingelöst worden. Der Mittelstand wurde/wird systematisch kaputt gemacht. Die kleinen und mittleren Betriebe können mit den Billig-Ketten nicht mithalten. Immer mehr Menschen haben unterbezahlte, schlechte Jobs und können Handwerker nicht bezahlen, sind also auf die Billig-Ketten angewiesen. Schließlich decken die jährlichen "Lohnerhöhungen" ja mittlerweile nicht einmal mehr den Inflationsausgleich. Viele Selbständige können ohne staatliche Beihilfen mittlerweile auch nicht mehr überleben. Dazu kommen immer mehr Schulden aus dem Euro-Desaster der Frau Merkel.
    Das die FDP sich der CDU in dieser Hinsicht auch nur einmal entgegen gestellt hätte, habe ich nicht gesehen. Herr Westerwelle und Herr Rösler haben bisher nur immer die Füße still gehalten und für ihre Wähler nichts getan. Ein braver Spielball für die Merkel. Das führt zu Enttäuschung und kostet Vertrauen. Schade, dass niemand mehr Rückrad zeigt und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Für die Bürger wird von Seiten der CDU genauso wie von Seiten der FDP nix getan.

  • 27.12.2011, 19:57 Uhrconforma

    Immer wieder hatte ich als Normal-Bürger die FDP gemahnt:
    Liebe FDP, Frau Merkel hat die CDU kaputt gemacht und euch bisher auch, das war doch deren Ziel. Löst eure Ketten von der Union und lasst endlich die Merkel fallen, löst euch von dieser sozial-demokratischen Frau, die eine europäisch-sozialistische Planwirtschaft anstrebt, werdet selbständig, zeigt Rückgrat und arbeitet an einem neuen, eigenständigen Profil. Auch in der Opposition wären Sie besser aufgehoben als in der jetzigen maroden Regierung. Der politische Umgang mit Merkel, Schäuble und deren Abnickern tut euch nicht gut, zeigt mehr Souveränität für die liberale Mitte Deutschlands, damit ich und andere euch wieder wählen können.

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