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FDP: Liberale auf dünnem Eis

von Andrea Auler

Angesichts der sinkenden Umfragewerte will die FDP jetzt aufs Reformtempo drücken. Damit wollen die Liberalen ihre Glaubwürdigkeit stärken, laufen aber Gefahr, durch Schnellschüsse eben diese weiter zu verlieren. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteurin Andrea Auler.

Motivwagen mit Westerwelle des Quelle: dpa
Motivwagen mit Westerwelle des Mainzer Carneval Vereins Quelle: dpa

Nach der Wahl ist vor der Wahl – dieser Spruch gilt für die Liberalen dieses Jahr in besonderem Maße. Gerade noch haben sie die Bundestagswahl mit einem für die FDP historisch guten Ergebnis hinter sich gebracht, da müssen sich die Liberalen bereits wieder Volkes Votum unterziehen. Nur leider sind die politischen Erfolge bislang ausgeblieben und jetzt zittert die FDP vor der NRW-Landtagswahl am 9. Mai.

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„Dem Wähler geben, was der Wähler verlangt“ lautet darum jetzt die Devise und jetzt soll binnen zwei Monaten ein Steuerreformprogramm ausgearbeitet werden, eine Lösung für die Gesundheitsreform her und bis Ende des Jahres ein tragfähiges Konzept für Hartz IV auf dem Tisch liegen. Soweit so gut.

Reformen nicht finanzierbar

Doch die Liberalen haben ein großes Problem und das heißt Koalitionspartner. Die Union zerpflückt genüsslich die Reformpläne der FDP und liefert das schlagkräftige Argument gleich mit: Die Pläne sind schlicht nicht finanzierbar. Würde die Gesundheitsreform in Form der geplanten Kopfpauschale durchgesetzt, müssten laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zur Gegenfinanzierung die Steuern sogar erhöht werden. Genau für das gegenteilige Versprechen sind die Liberalen jedoch gewählt worden.

Jetzt überrascht Andreas Pinkwart, stellvertretender FPD-Bundesvorsitzender und Landeschef in NRW, mit einer neuen Erkenntnis. Die Steuerschätzung Anfang Mai sei für die anstehenden Reformpläne gar nicht wichtig, weil die finanziellen Rahmenbedingungen bereits vor der Bundestagswahl absehbar gewesen seien und sich wohl auch nach der Schätzung keine großen Änderungen ergäben. Da stellt sich direkt die Frage, warum Union und FDP in ihren Koalitionsverhandlungen nicht direkt konkrete Maßnahmen vereinbart haben.

Und so bleibt auch nach dem vermeintlichen Neustart der FDP alles beim Alten. Die Liberalen können ihre Wahlversprechen nicht wie gewünscht einlösen und suchen weiter nach einem Schuldigen. Statt Reformen anzuschieben, verheddert sich die FDP im Klein-Klein des Koalitionsstreits. Nur Glaubwürdigkeit lässt sich so nicht zurückgewinnen.  

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15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.02.2010, 15:27 UhrAnonymer Benutzer: Mariposa

    Die FDP ist - wie ich befürchtet habe - der CDU in die Falle gelaufen. Die Kanzlerin moderiert jeden Veränderungsansatz zu tode. Es ist nicht ihre Lieblingskoalition. Sie will den Status quo weiterhin, wie mit der Großen Koalition bereits vorgemacht. Die FDP versucht nun durch starke Sprüche ihre Rolle zu verdeutlichen. in der zunehmend verkrusteten deutschen Gesellschaft hat sie hier keine Chance. Einziger Weg wäre die Koalition möglichst schnell zu beenden und damit die Glaubwürdigkeit zu behalten. in diesem Spiel wird die FDP nur verlieren.

  • 13.02.2010, 15:31 UhrAnonymer Benutzer: MC Hammer

    Die FDP ist wie alle anderen Parteien auch die Marionetten der Lobbyisten... EX FDP wähler ich wähle jetzt die PiratenPartei

  • 13.02.2010, 10:23 UhrAnonymer Benutzer: EX-FDP Wähler

    Mövenpick-Partei FDP nach 6 Monaten:

    Wirtschaftsspezialist Westerwelle hat sich aus D und seiner angekündigten wirtschaftlichen Verantwortung verabschiedet und spielt großes Theater auf der Weltbühne

    *****

    Selbstbediener und Schönredner Dirk Niebel sitzt auf dem Minister-Posten des Entwicklungshilfeministeriums, den er vor der Wahl abschaffen wollte - und erhöht die Entwicklungshilfe.

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    Westerwelle schlägt Sozialhilfe für die Taliban vor.

    *****

    Gesundheitsminister Rösler holt nach großen Parteispenden der Pharmaindustrie einen der größten Pharma-Lobbyisten in die Regierung. Der Spitzenmanager Weber des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) wird Leiter einer Grundsatzabteilung im Gesundheitsministerium.

    *****

    FDP Mitglieder erhalten bei der DKV Rabatt

    *****

    Die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen wird gesenkt:

    Gewinn für die FDP:

    Mindestens 1,1 Millionen Euro.
    Kosten für den Steuerzahler: Mindestens 2 Milliarde Euro ? jährlich.

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    Urlaubsreisen werden für Geschäftsleute steuerlich absetzbar

    *****

    Die angekündigte Verschlankung der bürokratie:

    Nach wie vor 30 überflüssige Staatssekretäre.
    Dafür sollen aber 1000 (!) neue Stellen in den Ministerien geschaffen werden.

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    Peter T. Sawicki, Leiter des instituts iQWiG, wird unter fadenscheinigen Gründen aus dem Amt entfernt.

    Wie Rösler sagt, sei die Kosteneinsparung für D, die Sawicki erfolgreich gelungen war, von der Pharmaindustrie "volkswirtschaftlich nicht hinnehmbar".

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