FDP-Machtkampf: Rösler bleibt FDP-Chef, Brüderle wird Spitzenkandidat

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FDP-Machtkampf: Rösler bleibt FDP-Chef, Brüderle wird Spitzenkandidat

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FDP-Chef Philipp Rösler soll trotz seines Rücktrittsangebots Parteichef der Liberalen bleiben. Fraktionschef Rainer Brüderle soll aber Spitzenkandidat für die Bundestagswahl werden.

Entscheidung bei der FDP: Philipp Rösler bleibt im Amt und Fraktionschef Rainer Brüderle wird Spitzenkandidat für die Bundestagswahl im September. Darauf soll sich die FDP-Führung geeinigt haben.

Die Führungsdebatte in der FDP hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Parteichef Philipp Rösler bot am Montag dem Präsidium der Liberalen seinen Rückzug vom Parteivorsitz an, sollte FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle das Amt übernehmen wollen. Das verlautete aus Parteikreisen. Nun heißt es, Rösler bleib im Amt. Nach Angaben eines Parteisprechers FDP-Chef soll Brüderle aber an der Spitze des Wahlkampfteams der Liberalen stehen.

Als das amtliche Endergebnis der Niedersachsen-Wahl feststand, endete für Union und FDP ein anfangs umjubelter Wahlabend in einer herben Enttäuschung. Nichts ist es mit dem Überraschungssieg des bürgerlichen Lagers nach anscheinend aussichtslosem Kampf. Und auch in der FDP ist die Lage längst nicht beruhigt. Denn die Angst, bei der Bundestagswahl mit Philipp Rösler an der Spitze nicht zu reüssieren, ist durch die 9,9 Prozent in Hannover nicht verschwunden.

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In der Präsidiumssitzung am heutigen Montag und anschließend im Vorstand sollte Rösler sagen, wie er sich das Team für die Bundestagswahl vorstellt – und welche Rolle er für sich selbst darin vorgesehen hat. Dort soll der Parteichef dem Präsidium der Liberalen seinen Rückzug vom Parteivorsitz angeboten haben. Er bleibt nun zwar im Amt, das Parteipräsidium beschloss aber einstimmig, den für Mai geplanten Bundesparteitag vorzuziehen. Ein Termin stehe zwar noch nicht fest, doch der März sei dafür im Gespräch.

Wahl in Niedersachsen Angst vor dem Rösler-Soufflé

Auch wenn das Wahlergebnis in Niedersachsen die FDP glücklich stimmt, bleibt die Angst, mit Rösler sei die Bundestagswahl nicht zu gewinnen. Auch im schwarz-gelben Lager bröckelt es.

Quelle: dapd

Da ist er, der Dirk-Niebel-Effekt: Der Entwicklungsminister und mutigste Kritiker des Parteivorsitzenden Rösler hatte diesen Wahlausgang befürchtet; dass die FDP nach dem ersten Jubel erschreckt feststellt: „Oh Gott, wir haben gewonnen.“ Und es dann nicht schaffen würde, Rösler loszuwerden. Denn mit dem Niedersachsen an der Spitze, das ist nicht nur Niebels Überzeugung, werde die Bundestagswahl nicht so erfolgreich zu bestehen sein wie jetzt der Urnengang in Niedersachsen. In den vergangenen Wochen war Rösler wegen schlechter Umfragewerte unter Druck geraten.

Rösler selbst war sich seit Wochen im Klaren, dass er nicht als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf ziehen kann. Er schätzt seine Beliebtheitswerte richtig ein. Er war entschlossen, den herausgehobenen Posten im Team dem Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle anzutragen, am besten nach einer erfolgreichen Niedersachsenwahl. Insofern wäre das sensationelle Ergebnis von Hannover sogar ideal für einen solchen Schachzug: Rösler kann aus dem Gefühl und Ansehen relativer Stärke den Weg für Brüderle ebnen, nach dem Motto: Ich habe die FDP durch das Tal geführt, wir haben bei den letzten drei Landtagswahl gut bis sehr gut abgeschnitten, für die Bundestagswahl ist aber Brüderle der beste Mann. Vertraute und Gegner hatten ihm in den vergangenen Tagen dazu geraten.

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